Karl Erich I. und Beate I. erobern die Herzen der Würselener Jecken

Von: ehg
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Zum Stadtprinzenpaar wurden Karl-Erich I. und Beate I. proklamiert. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Den Fanfaren gingen beim „Larida” die Puste aus. So lange zog sich unter den Klängen des Bundestambourkorps „Alte Kameraden” der triumphale Einmarsch des neuen Stadtprinzenpaares Karl Erich I. und Beate I. (Crumbach) in die Aula an der Klosterstraße hin.

Mit vollen Händen warfen der zu proklamierende Stadtprinz und seine Prinzessin Rosen und genossen dabei das Bad in der Menge. Die „Burggrafen”, die anlässlich ihres 55-jährigen Bestehens das Stadtprinzenpaar stellen, gerieten völlig aus dem Häuschen.

Die karnevalistische Karriere des neuen Narrenherrschers, der 1993 als Graf in seiner Heimatgesellschaft das Narrenzepter schwang, strebte ihrem Höhepunkt entgegen. Erreicht war er, als die Präsidentin des Komitees Würselener Karneval, Renate Worms, ihm die Narrenkappe eines düvelstädtischen Narrenherrschers aufsetzte und das Zepter überreichte.

Kleiner Düvel springt ein

Zuerst einmal wurde rund 90 Minuten lang der rote Teppich ausgerollt. Für den „verspäteten” schlagfertigen Düvel-Präsidenten Gerhard Römer sprang vorab der kleine Düvel Lars in die Bresche. Kindlich unbekümmert hieß er die Gäste im zum Zirkuszelt herausgeputzten Narrenpalast willkommen. Ein netter Gag! Stolz präsentierte Garde-Kommandant Wolfgang Kern den rund 30-köpfigen Tanz-Nachwuchs, der von den Bambinis bis zur Jugend Zeugnis seines Trainingsfleißes ablegte, allen voran Kindermarienchen Laura (Kern), das Kindertanzpaar Thomas und Lisa sowie Jugendmarie Ramona (Krönchen).

Auf Betriebstemperatur brachte Antonio Torro (Udo Tietze) mit einem temperamentvollen Abstecher in spanische Gefilde das närrische Auditorium. Dabei fand er in „seiner” Angelika eine flotte Flamenko-Partnerin. Auf kölsche Art heizten „De Frönjde” (Eschweiler) die Stimmung weiter an, womit der Boden bereitet war für das herausragende Ereignis im düvelstädtischen Karneval.

„Mit Wöschele Alaaf”

„Euer Einmarsch war eine Augenweide”, begrüßte KWK-Präsidentin Worms das zu proklamierende Paar auf der Karnevalsbühne. „Lasst Euren Traum zu einem unvergesslichen Erlebnis werden”, gab sie dem volkstümlichen Herrscherpaar mit auf den Weg durch die lange Session 2011. Dann waltete sie ihres närrischen Amtes. Für den „bombastischen” Empfang bedankte sich seine Tollität bei seinen Untertanen herzlich.

Freudig erregt verkündete die Prinzessin: „Unser Traum wird wahr, und das ist wunderbar!” Das närrische Auditorium ließ sich nicht zweimal bitten, mit Prinz Karl-Erich I. und Beate I. aus Herzenslust Karneval zu feiern, gemäß dem von ihnen angestimmten Prinzenlied „Wer fiere dr Karneval mit Wöschele Alaaf”.

Auch mit seiner Regierungserklärung erschloss sich das Paar die Herzen des närrischen Fußvolkes. So verfügte es, das Rathaus in ein Vereinshaus für Karnevalisten umzubauen. Die Wurmtaleier sollen geschreddert und als Füllmaterial für die durch den frühen Winter stark gebeutelten Straßen verwandt werden.

Eine Karnevalssteuer in Höhe von 11,11 Euro im Jahr soll von allen Bürgerinnen und Bürgern zur Finanzierung des heimatlichen Brauchtums erhoben werden. Schließlich regte das Paar einen gemeinsamen Karnevalszug aller Würselener Vereine an. Ihre Empfehlung für die närrischen Tage: „Singen, tanzen fröhlich sein, niemals den Humor verlieren!”

Bürgermeister Arno Nelles überbrachte die Glückwünsche von Rat, Verwaltung und der Bürgerschaft. „Ich freue mich mit Euch auf eine tolle Session.” Zu Ehren der gekrönten Häupter legte das Mariechen der Prinzengarde, Melanie Kreutzer, charmant einen rasanten Tanz auf die Bretter.

Schlag auf Schlag ging es weiter: Der Frikadellenbomber Engel Hettwig (Mönchengladbach) war eine Type für sich, die das Zwerchfell strapazierte. Kräftig auf die Stimmungstube drückten die „Spetzbouve” mit alten und neuen Karnevalsliedern. Ein Augenschmaus war der Besuch der Prinzengarde St. Augustin, mit der die Würselener Gardisten seit zehn Jahren eine innige Freundschaft verbindet. Die Augustin-Girls kamen sowohl beim Garde- als auch beim Showtanz groß heraus.

Als Kontrast zu ihnen machten die Gardisten mit ihrem „Stippe-Föttchen” den Freunden aus der Düvelstadt anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens ihre Aufwartung. Zwischendurch zogen die „Amigos” mit ihren Hits in Oecher Mundart eine rasante Show ab. Ein echter Knaller war nicht nur ihre Lennet-Kann-Parodie und ihre Hommage an den Oecher Scheng.

Noch einmal wurde es turbulent auf der Bühne, als die KG „Brander Stiere” mit ihren Formationen den Schlusspunkt unter ein kurzweiliges, abwechslungsreiches Programm setzte. Stets auf der Höhe des Geschehens war Musikus Walter Spiller an der Hammondorgel.
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