Nordkreis - Kaputte Straßen, desolate Immobilien: Hoffen auf Konjunkturpaket

Kaputte Straßen, desolate Immobilien: Hoffen auf Konjunkturpaket

Von: Beatrix Oprée
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Nicht nur hier konnte sich der Zahn der Zeit ungehindert durchfressen: Ob aber die in vielen Städten dringend nötige Reparatur kommunaler Straßen jetzt auch förderfähig wäre, steht noch nicht fest... Foto: Tobias Röber

Nordkreis. „Aus kommunaler Sicht goldrichtig!” Alsdorfs Bürgermeister Helmut Klein ist erwartungsfroh, mit der Finanzspritze des Bundes den großen Investitionsstau in der Ex-Bergbaustadt ein wenig auflösen zu können. Schulen, besonders die Realschule in Ofden, sieht Klein im Mittelpunkt.

Aber auch alle übrigen öffentlichen Gebäude, nicht zuletzt das Rathaus selbst, harren der energetischen Erneuerung, um die Standards zu erreichen.

Ganz abgesehen vom Straßensystem: „Seit ich in Alsdorf bin”, sagt Klein, „sanieren wir Schritt für Schritt die Blumenrather Straße. Die Jakobstraße in Warden ist ein anderes Beispiel, wo dringend etwas passieren muss.”

Infrastrukturmaßnahmen sind auch auf dem sportlichen Sektor überfällig, im Sinne der Vereine, aber auch des Schulsports.

Wie die Regularien zur Auszahlung des Geldsegens an die Kommunen aussehen werden, ist noch ungewiss. „Es wird wahrscheinlich ein formalisiertes Antragsverfahren geben”, schätzt Klein. „Wir stehen Gewehr bei Fuß, um sofort zu reagieren”, freut er sich auch über die angekündigte vereinfachte Auftragsvergabe-Regelung.

„Natürlich birgt das gewisse Risiken, etwa, dass so genannte Haus- und Hoflieferanten bevorzugt werden könnten.” Doch ist Klein überzeugt, die Aufträge mit der Neuregelung „rechtssicher und schnell” vornehmen zu können.

„Wir haben einen erheblichen Bedarf, besonders bei der Erneuerung der Elektroinstallationen an den Schulen, etwa der Realschule und der Grundschule An Wilhelmstein”, zählt Würselens Technischer Beigeordneter Ulrich Wigand auf.

Alleine dieser Bereich würde schon mehr als eine Million Euro in Anspruch nehmen. Von der grundsätzlichen Instandsetzung der meist aus den 60er, 70er und 80er Jahren stammenden Immobilien generell mal abgesehen.

Wie Alsdorfs Bürgermeister schätzt auch er den Kostenbedarf für nötige Sanierungsmaßnahmen in seiner Stadt insgesamt auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

Zurzeit wird geprüft, welche der notwendigen Maßnahmen förderfähig sind. Ob das vielfach löchrige Straßennetz dabei sein kann, wagt Wigand zu bezweifeln, sehe doch das Konjunkturprogramm bisher neben Krankenhäusern und Städtebaumaßnahmen bei kommunalen Straßen allenfalls die Lärmsanierung vor.

„Aber Lärmschutzwände kommen eher bei Landes- und Bundesstraßen in Betracht.” In Würselen hingegen seien viele Straßen gar nicht mehr reparierbar und müssten grundlegend erneuert werden - womit sie KAG-Beitragspflichtig wären. Städtebaulich aber fällt Wigand viel ein: nach Fertigstellung der Osttangente die Gestaltung des Ortskerns Broichweiden etwa, oder den zweiten Teil des Kalkhaldenparks, das Singergelände oder das Umfeld von St. Sebastian...

Aber: „Es sollen zwar gerade auch notleidende Kommunen in den Genuss der Gelder kommen. Aber das Problem der Eigenanteile bleibt und muss dann zusammen mit der Kommunalaufsicht gelöst werden.”

Eine lange Liste gibt es auch in Herzogenrath, wo das Konjunkturpaket II natürlich auch sehr begrüßt wird. Doch konkrete Maßnahmen, die auf alle Fälle den Sektor Bildung und Straßenbau betreffen, will Bürgermeister Christoph von den Driesch erst nennen, wenn alle Details geklärt sind: „Dann wird der Verwaltungsvorstand abschließend beraten und sich mit den Fraktionsvorsitzenden zusammensetzen.”

Und noch eins ist klar: Roda könnte sogar die Eigenanteile leisten.
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