Würselen - Kammermusik auch „auf dem Land“

Kammermusik auch „auf dem Land“

Von: ehg
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Werben für die Konzerte des „Eliade-Trio“: (hinten von links) Julian Hollburg, Mitarbeiter von Martin Schulz, Vize-Bürgermeister Harald Gerling, „Hausherr“ Hans-Günter Leuchter, und Achim Großmann, Vorsitzender der Kulturstiftung; vorne, v.l.: Bürgermeister Arno Nelles und Professor Anthony Reiss. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Die vom Förderverein „Quintessence“ in der Regie von Professor Anthony Reiss, dem ehemaligen Dekan der Musikhochschule Köln, Abteilung Aachen, im Krönungsaal des Rathauses veranstalteten Kammermusikkonzerte genießen hohes Ansehen in der Kulturszene der Kaiserstadt.

In diesen Genuss sollen jetzt auch die Kammermusikfreunde „auf dem Land“ kommen. In einem Projekt, das unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, in Stolberg und Würselen gestartet wird, sollen an Abend-Veranstaltungen Schülerkonzerte „gekoppelt“ werden, mit jeweils denselben Musikern. Gestaltet werden die ersten Konzerte, die zwischen dem 29. März und dem 2. April in Würselen und Stolberg veranstaltet werden, von dem auf den rumänischen Religionswissenschaftler getauften „Eliade-Trio“.

Die Konzeption des Projektes erläuterte der „spiritus rector“, Professor Reiss, jetzt im Pfarrheim St. Pius, gemeinsam mit seinen Würselener Partnern. Professor Reiss: „Ohne die unmittelbare Begegnung mit der Musik können wir bei den Heranwachsenden kaum Interesse, geschweige denn Faszination erwarten“. Musik vornehmlich verbal darstellen oder gar vermitteln zu wollen, mache wenig Sinn und laufe Gefahr, gegenstandslos zu sein.

Ohne die unmittelbare Gelegenheit, sich mit musikalischen Aktivitäten hautnah zu befassen, hätte dieser Teil der Kultur keinen Bestand, außer vielleicht aus der „Konservendose“, unterstrich der in Stolberg sesshafte Musikpädagoge die Notwendigkeit eines solchen Projektes. Weiter: „Nahezu unerlässlich sind unmittelbare, faszinierende Musikerlebnisse, die Kinder wirklich begeistern können.“ Junge Menschen spürten überragende Fähigkeiten und seien dabei im höchsten Maße begeisterungsfähig.

Damit lief der „Quintessence-Macher“ beim Vorsitzenden der Kulturstiftung, Achim Großmann, offene Türen ein. „Wer Kultur pflanzen will, muss Leuchttürme errichten“, freute er sich auf die beiden Konzerte, die am Dienstag, 1. April, um 19.30 Uhr, und am Mittwoch, 2. April, um 14 Uhr in der Kirche St. Pius X. stattfinden werden. „Weltklasse-Musiker werden sich unseren Schülern mit ihrer Kunst auf höchsten Niveau präsentieren“, rührte er die Werbetrommel auch für Schüler aus den Nachbarstädten. „Wir wollen etwas installieren, was Schule maerchen kann“, hofft er mit Professor Reiss auf einen erfolgreichen Start. Eine Neuauflage soll es bereits im Herbst geben.

Für sein Engagement auch über Aachen hinaus bedankte sich Bürgermeister Arno Nelles bei Reiss. Neben den Naturwissenschaften dürften klassische Bildungswerte nicht zu kurz kommen. „Musik führt über Sprachgrenzen hinaus die Menschen zusammen“, mahnte er, die ganzheitliche Bildung nicht zu vernachlässigen. Unter diesem Gesichtspunkt brauche die gesamte Region kulturelle Highlights. Für das Engagement, das der „musikalische Hausherr“ von St. Pius bei der Realisierung des „Quintessence“-Projektes an den Tag legte, bedankte sich Vize-Bürgermeister Harald Gerling bei „Musikus“ Hans-Günter Leuchter.

Das „Eliade-Trio“, das am 1. und 2. April in der Pius-Kirche gastieren wird, ist ein faszinierendes neues Ensemble: George Tudorache, der junge rumänische Konzertmeister des weltberühmten London Philharmonic Orchestra, wurde bereits zwei Jahre nach seinem Studium auf diesen „Posten“ berufen. George Tudorache spielt eine Stradivarius Violine von 1709.

Im Alter von elf Jahren trat der Cellist Johann Bohorquez zum ersten Male als Solist mit dem Lima Philharmonic Orchestra auf, nachdem der gebürtige Peruaner die Bela Bartok-Competition gewonnen hatte. Nach seinem Studium war er von 2010 zwei Jahre lang als Solist an der Staatskapelle Weimar tätig, bevor er im vergangenen Jahr an das Theater Heidelberg übersiedelte.

Die junge rumänische Pianistin Claudia Bara begann im Alter von fünf Jahren Klavier zu spielen. Bereits drei Jahre später gab sie ihr erstes Solokonzert mit Werken von Mozart, Grieg und Schostakowitsch. Mit neun Jahren gewann sie den ersten Preis beim Mozart-Klavierfestival in ihrem Heimatland. Darbieten wird das „Eliade“-Trio Werke von Sergej Rachmaninow, Felix Mendelssohn Bartholdy und Astor Piazolla. Keine Frage: Die drei Solisten sind Garanten für Kammermusik auf höchstem Niveau!

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