„Juppino” hat Kindern in Krisenzeiten ein Lachen geschenkt

Von: ger
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Eine Unterschrift für das Gästebuch: Josef Steinbusch, bekannt als Zauberclown „Juppino”, trägt sich unter den Augen des stolzen Bürgermeisters Alfred Sonders in das Buch der Stadt Alsdorf ein. Foto: Daniel Gerhards

Alsdorf. So kennt man den „Juppino” gar nicht. Im Jackett haben ihn selbst seine Kinder nur selten gesehen. Eigentlich sieht man ihn stets in voller Clownsmontur umgeben von begeisterten Kindern. Als er sich ins Gästebuch der Stadt Alsdorf eintrug, hatte er sich aber zur Feier des Tages herausgeputzt.

Auf die Unterschrift des verdienten Clowns im Buch der Stadt war Bürgermeister Alfred Sonders sichtlich stolz. Was Josef Steinbusch - so „Juppinos” bürgerlicher Name - „geleistet hat, ist schon etwas ganz Besonderes. Das findet man nicht oft”, sagte Sonders.

Zusätzlich wurde Josef Steinbusch mit der Schöffenmedaille der Stadt Alsdorf ausgezeichnet. Vor 14 Jahren gründete Steinbusch den Kinderzirkus „Pinocchio”. Mit den Einnahmen aus seinen Auftritten in der Region finanzierte er seine Tourneen in Europas Krisengebiete. Sein Weg führte ihn zunächst ins bürgerkriegsgeplagte ehemalige Jugoslawien. Später spielte er in Rumänien, Ungarn, Nordirland und St. Petersburg. Der gebürtige Kellersberger habe „den Kindern in schwierigen Situationen Freude gebracht und die Kinder ein Stück von ihren Problemen weggeholt”, stellte Sonders heraus.

„Juppino” habe auf seinen Tourneen auch viel Elend erlebt, wie er im Gespräch mit Bürgermeister Sonders erklärte. „Wir haben in St. Petersburg einen Kinderzirkus mit aidskranken Kindern gemacht, das war schon sehr schwierig, aber auch eine tolle Erfahrung”, erinnerte sich Steinbusch. Auf dem Balkan habe ihn besonders seine Tour durch Srebrenica, wo eines der schwersten Massaker während des Balkankrieges stattfand, mitgenommen.

Sonders zeigte sich von der Leistung des 67-Jährigen beeindruckt: „Diese Leistung kann man gar nicht hoch genug aufhängen. Dafür ist einen Menge Feingefühl nötig. Das ist wirklich eine Gabe.” Für sein großes Engagement wurde „Juppino” bereits mit dem Mullefluppet-Preis der Aachener Zeitung, mit dem „Prädikat kinderfreundlich” der Stadt Aachen und mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet.

Für den diplomierten Sozialarbeiter, der seit 2004 im Ruhestand ist, soll aber als Zauberclown „Juppino” noch lange nicht Schluss sein. Josef Steinbusch: „Hoffentlich kann ich noch lange weitermachen. Solange der Herrgott im Himmel noch keinen Clown braucht, mache ich weiter.”
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