Jungen missbraucht: Hausaufgabenhelfer (59) soll in Haft

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Herzogenrath. Am Ende hatte der selbst ernannte Hausaufgabenhelfer Hermann-Josef S. (59) aus Herzogenrath beinahe alles gestanden. Aber nur beinahe. Die ihm zur Last gelegten 70 sexuellen Übergriffe auf zwei Nachbarsjungen im Alter zwischen 12 und 14 Jahren im Zeitraum zwischen Januar 2007 und Sommer 2009 räumte er nach und nach ein.

Dass er aber den Analverkehr mit ihnen vollzogen haben sollte, das bestritt er bis zuletzt. So kam auch die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer vor der 5. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht nicht umhin, für diese Taten so viele Zweifel einzuräumen, dass er dafür nicht verurteilt werden solle.

Im Übrigen waren die verbleibenden 70 Taten von dem in der Nachbarschaft als Hausmeister tätigen Angeklagten so begangen worden, wie es die Staatsanwältin formuliert hatte. Er habe, warf sie dem 59-Jährigen vor, die beiden Jungen durch Geschenke wie auch durch Zuwendung an sich gebunden und „gefügig” gemacht.

Als die Heranwachsenden in ihrem eigentlichen Zuhause Schwierigkeiten bekamen, hielt sich zunächst das erste Opfer tagelang bei S. auf. In dieser Zeit begannen die Übergriffe. Die Gelegenheit war einfach. S. ging mit den Jungens duschen, so ergaben sich die ersten sexuellen Annäherungen, später dann ging es im Schlafzimmer weiter.

Die Staatsanwaltschaft hält für den sexuellen Missbrauch von Kindern und im ersten Fall gleichzeitig den sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen eine Haftstrafe von fünf Jahren für Tat und Schuld angemessen.

Die beiden Anwälte der Nebenklage, die die geschädigten Jungen vertreten, forderten eine harte Bestrafung, vor allem, weil ihre Mandanten auf Dauer psychisch geschädigt worden seien. Der Verteidiger von S. legte großen Wert darauf, dass sein Mandant S. in eine Haftanstalt komme, in der er therapeutische Hilfe bekommen solle. Ansonsten legte er die Höhe der Strafe in das Ermessen des Gerichts.

Die Kammer wird am kommenden Montag, 5. März, um 11 Uhr im Aachener Landgericht das Urteil verkünden.
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