Junge Leute sollen zeigen, was sie wollen

Von: Nina Krüsmann
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Wär das was für mich? An der Pinwand verschafften sich die jungen Leute einen ersten Überblick des Angebots, das die Arbeitsagentur in Alsdorf anlässlich der Ausbildungsbörse zusammengetragen hatte.

Alsdorf. „Wer bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz erfolgreich sein will, sollte sich schon früh darüber Gedanken machen, was er eigentlich will”, rät Arbeitsvermittlerin Maxi Weißmann von der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Alsdorf. Viele Jugendliche wüssten auch kurz vor ihrem Schulabschluss nicht, was sie wollen.

Um Abhilfe zu schaffen und Schülern speziell unbekannte Berufe vorzustellen, organisierte die BA gemeinsam mit der örtlichen Berufsberatung erstmalig die Börse „Expedition Ausbildung.

Überraschend viele Neunt- und Zehntklässler fanden den Weg zur Informationsveranstaltung, teils sogar im Klassenverband. Für die rund 70 Schüler hatte sich ihr Kommen und die Initiative, die sie damit bewiesen haben, gelohnt. Im direkten Austausch mit vier anwesenden Arbeitgebern aus der Region konnten die Ausbildungsplatzsuchenden auch für sie unbekannte Berufe kennen lernen.

So wie Simon Bode. Der 22-Jährige bemühte sich bei der Ausbildungsbörse erfolgreich um ein Praktikum. Im Gespräch mit Steinmetz Hans Wronski informierte er sich über dessen Ausbildungsangebote. „Nach zwei Ausbildungsversuchen als Koch und als Bodenleger ist das jetzt meine letzte Chance”, sagt Simon Bode. Reizen würden ihn vor allem die Kreativität und der Umgang mit dem Naturmaterial. Auch Saint Gobain Sekurit oder e-line, ein in Baesweiler ansässiger Betrieb für Elektro- und Anlagentechnik, präsentierten ihre Ausbildungsangebote.

„Büro- oder Industriekauffrau, Kfz-Mechaniker oder Einzelhandelskaufmann sind nach wie vor gefragte Berufe. Aber gerade die Trendberufe sind überlaufen, doch Industrie, Handel und Handwerk haben viel mehr zu bieten”, weist Berufsberaterin Bianca Schramm auf relativ unbekannte Tätigkeiten hin: „Wer seine Chancen erhöhen will, sollte sich auch bei Berufen umsehen, die relativ neu oder ungewöhnlich sind.”

Karriere im Spielcenter

Wie wäre es denn mit einer Karriere im Spielcenter? „Wir bieten Ausbildungen zum Automatenfachmann/-frau und zur Fachkraft für Automatenservice an. Das sind richtig spannende Berufe”, erklärt Ausbilderin Annika Matheika. Gerade für junge Frauen sei die Mischung aus Technik, kaufmännischem Teil und Umgang mit Kunden reizvoll. „Sogar als Tankwart, Fotomedienfachmann/-frau, Textilreiniger/in oder Fachmann/-frau für Systemgastronomie hat man gute Karten”, ergänzt Bianca Schramm.

Praktikum beim Steinmetz

„Unsere Schüler interessieren sich vergleichsweise früh für ihre berufliche Zukunft, sind motiviert. Es ist ein Pluspunkt, dass sie hier sind”, sagt Leonhard Vorhagen, Lehrer an der Goetheschule in Baesweiler. Er kam mit einer Gruppe von Hauptschülern der zehnten Klasse.

Interessiert schaut sich Sinan Bozkart auf der Pinnwand mit den noch freien Ausbildungsstellen um. Er ist noch unentschlossen. „Eigentlich würde ich gerne Automobilkaufmann werden”, sagt der 17-Jährige, der erstmal weiter zur Schule gehen will. „Egal, welches Berufsziel man anstrebt, gute Schulnoten und Allgemeinbildung schaden nie beim Vorstellungsgespräch”, sagt Maxi Weißmann.

Was einen potenziellen Arbeitgeber aber oft noch mehr überzeugt, ist sicheres Auftreten. „Selbstbewusstsein, Offenheit, Zielstrebigkeit und tatsächliches Interesse an der Ausbildung beeindrucken den zukünftigen Chef oft mehr als das Zeugnis”, so die Arbeitsvermittlerin. „Das verbessert die Chancen erheblich. Die Bewerber müssen zeigen, was sie wirklich wollen.”
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