Jugendliche setzen Zeichen gegen Wahlverdrossenheit

Von: Sara Morrhad
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Ganz wie bei bei der, „echten Wahl“: Nach Öffnen der versiegelten Wahlurne zählten die freiwilligen Wahlhelfer Noah Maassen (vorne rechts), Osman Tasar, Diana Golestani und Asli Sezer die Kreuze ihrer Mitschüler an der Realschule Würselen. Foto: Sara Morrhad

Würselen. Wenige Tage vor der Bundestagswahl haben in Würselen insgesamt 1213 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren bei der U18-Wahl ihre Kreuze gesetzt – wenn auch nur symbolisch. Mit Beteiligung der Realschule, des städtischen und des Heilig-Geist-Gymnasiums nahm Würselen zum ersten Mal an der U18-Wahl teil.

In vier Wahllokalen konnten die Minderjährigen, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit, ihre Stimmen abgeben. Eine Briefwahl war ebenso möglich.

Organisiert wurde die gesonderte Wahl von Svenja Willeke und Nathalie Thomé vom Stadtjugendamt. „Für uns bot das Projekt die Gelegenheit im Rahmen der politischen Bildung über den Wahlprozess zu informieren und der allgemeinen Wahlverdrossenheit entgegenzuwirken“, sagt Willeke, stellvertretende Fachdienstleitung für Jugendpflege.

Um die Kinder und Jugendlichen auf ihre „Juniorwahl“ vorzubereiten, wurden in den Schulen die Wahlprogramme gemeinsam erarbeitet. Zusätzlich gab es die Möglichkeit, an einer Podiumsdiskussion im städtischen Gymnasium mit den Vertretern verschiedener Parteien teilzunehmen.

Auch als Wahlhelfer aktiv

Die Ausführung und Auszählung der Wahlen in den Schulen übernahmen die Schüler selbst. Durch die Beteiligung an der Prozedur soll den jungen Menschen die Unsicherheit vor ihrer ersten „richtigen“ Wahl genommen werden.

„Außerdem setzt es ein Zeichen. Am demokratischen Prozess teilzunehmen, ist eine wichtige Aufgabe, um zu zeigen: Wir unterstützen die Demokratie“, sagte Silvia Rudig, Leiterin der Realschule Würselen.

Wahlkabinen und -urnen sowie Wahlhelfer, die eine ordnungsgemäße Stimmabgabe sicherstellten, sollten dabei helfen, die „echte“ Wahl so gut wie möglich zu simulieren. Auf naturgetreuen Stimmzetteln konnten die Minderjährigen dann ihr Kreuz für eine der Parteien setzen, die auch zur Bundestagwahl am 24. September zugelassen sind, denn gezählt wurde nur die Zweitstimme.

Dass das Ergebnis der U18-Wahl aber ohnehin nicht gültig ist, mache die Wahl für Osman Tasar, Schüler der Realschule Würselen, nicht weniger einflussreich. „Ich bin mir sicher, dass das Ergebnis auch für große Politiker von Bedeutung ist“, sagt er und hofft auf eine künftig stärkere Einbeziehung der Jugend in die Politik.Die Auszählung der Stimmen erfolgte am Freitag nach 18 Uhr im Rathaus. Den Mitarbeitern vom Jugendamt schlossen sich vier Jugendliche und zwei Kinder an, um als freiwillige Wahlhelfer bei der Auszählung zu helfen.

Das Interesse von zwei Jugendlicher war so groß, dass sie aus Baesweiler zu der Wahlergebnispräsentation kamen. In ganz Deutschland nahmen mehr als 210.000 Kinder und Jugendliche an der U 18-Wahl teil. Während die CDU bei dem bundesweiten Ergebnis mit 28,39 Prozent einen deutlichen Sieg einfuhr, ist es im Wahlkreis Würselen die SPD, die mit 31,08 Prozent der Stimmen gewinnt. Die CDU erreicht bei den jungen Wählern in Würselen 28,36 Prozent. Die Grünen kommen auf 10,55 Prozent der Stimmen und sind damit deutlich stärker als die AfD mit 2,06 Prozent.

Mit in den Bundestag kämen nach dieser Wahl die Linke mit 8,08 Prozent der Stimmen und die FDP mit 7,34 Prozent.

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