Jürgen Beckers bei Kultur nach 8: Ein Blick in Nachbars Garten

Von: Nina Krüsmann
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Jürgen Beckers begeistert bei „Kultur nach 8“. Foto: N. Krüsmann.

Baesweiler. Der Termin am 1. Donnerstag im Monat um 20.08 Uhr ist Kult: Man trifft sich, man kennt sich und amüsiert sich bei „Kultur nach 8“ auf der Burg Baesweiler. Frisch aus den Sommerferien zurück begeistert der gebürtige Alsdorfer Kabarettist Jürgen Beckers unter dem Pseudonym „Jürgen B. Hausmann“ sein Publikum in der ausverkauften ehemaligen Scheune mit einem neuen Programm.

„Ihr sitzt hier ja alle wie in der Schule“, meint Beckers schmunzelnd mit erhobenem Zeigefinger. Schließlich habe ja auch just die Schule wieder begonnen. „Wie geht es Euch?“ fragt Beckers, der von seinem Musikus Harald Claßen begleitet wird. Solche Floskeln sind so gar nicht sein Ding. „Im Alltag sagt man oft so Redewendungen wie „Dat hat man jern“, „Dat legt sich“ oder „Dat herrscht“, zählt Beckers auf.

Neben dem ganzen Klatsch und Tratsch auf dem Dorf sei natürlich auch das Wetter beliebtes Dauerthema. „Es ist ja vielen zu warm für die Jahreszeit. Aber obwohl man Anfang September immer noch nach zwei Schritten schwitzt, meinen viele, es sei keine richtige Hitze mehr – aber für eine falsche reicht es mir immer noch.“

Auch Krankheit wird gerne besprochen, eingeleitet mit dem Satz: „Lass uns mal nicht über Krankheit sprechen.“

Knick im Sofakissen

Beckers wirft einen liebevoll-komödiantischen Blick in Wohnstuben, Vereinsheime und Nachbarsgärten, lädt ein zur Familienfeier oder zum Fernsehabend und erinnert an die gute alte Zeit, als man den Knick im Sofakissen noch zu schätzen wusste. Ob Omas Geburtstag, Schulhofgespräche oder Hausputz – Hausmann gelingt es, die Komik des Alltags einzufangen.

Seiner Beobachtungsgabe und seinem Gespür für Komik ist es zu verdanken, dass sich alltägliche Situationen in herzhafte Schenkelklopfer verwandeln.

Immer wieder zaubert er treffsichere, amüsante Geschichten und echte Originale aus der Klamottenkiste hervor. Oder er verpackt sie in herrliche Gesangsnummern, bei denen ihn sein langjähriger musikalischer Partner Harald Claßen mit bekannten Melodien – zum Beispiel von Wolfgang Petry oder Abba – unterstützt.

Als zweifacher Vater knöpft er sich gerne seine Kinder vor – die bieten genug Stoff für Comedy und Kabarett! Vom Kindergarten über die Einschulung bis hin zur Klassenfahrt kriegt natürlich auch die jüngste Generation ihr Fett weg.

Als Latein-Lehrer erlebt Beckers so manche Anekdote, wenn er sich mit einer Horde pubertierender Jugendlicher auf Caesars Spuren nach Rom begibt: Die Jugend von heute zückt alle paar Meter ihr Smartphone und trägt T-Shirts mit Aufschriften wie „Hi Nero, Rom brennt bald wieder“.

Auch im Ehealltag ist Beckers fündig geworden: Was er mit vielen Männern gemeinsam hat, ist die Shopping-Problematik: Wenn seine Frau mal wieder stundenlang durch die Geschäfte ziehen will, kann ihm schon mal der Geduldsfaden reißen.

Immer wieder untermalt er seien Anekdoten gesanglich: „Wissen sie, ich sitz‘ hier schon zwei Stunden für ‚ne Blus‘ und ene Rock. Ich hab wirklich keinen Bock“, intoniert er leidenschaftlich und sein Publikum biegt sich vor Lachen.

Die Veranstaltungsreihe „Kultur nach 8“ im Rahmen des städtischen Kulturprogramms geht am Donnerstag, 3. Oktober, mit Frank Küster weiter.

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