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Josef „Toto” Beckers feiert das närrische Silber

Von: fred
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Wie entscheidet sich wohl Josef „Toto” Beckers (r.)? Geht der legendäre Präsident der „Tröter Pötzer Jonge” nach 25 Präsidenten-Jahren in den karnevalistischen Ruhestand? Foto: Wolfgang Sevenich

Alsdorf. Die große Prunksitzung der „Tröter Pötzer Jonge” am 7. Februar wird spannungsgeladen sein wie schon lange nicht mehr. Und es hängt nicht nur mit dem Spitzenprogramm zusammen, das den närrischen Gästen in der Stadthalle geboten wird.

Denn viele, denen der Alsdorfer Karneval am Herzen liegt, sind elektrisiert. Sie befürchten, dass diese Prunksitzung zugleich eine große Abschiedsgala des legendären TPJ-Präsidenten Josef „Toto” Beckers wird, der seit nunmehr 25 Jahren Präsident dieser Traditionsgesellschaft ist.

Das offizielle Datum, an dem Toto Beckers zum Präsidenten der TPJ gewählt wurde, ist der 13. Mai 1984. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits ein weit über die Stadtgrenzen hinaus bekanntes und beliebtes Büttenass.

Schlagfertigkeit, spontaner Witz, komödiantisches Geschick waren schon damals seine Stärken. Und eine phänomenale Gedächtnisleistung. Im Gespräch zitiert er unvermittelt einen Vers aus seiner ersten Büttenrede: „Et es vör ze laache, ävver och vör ze frecke. Hee an dem Huus setze mer Jecke.” Das war 1978, mit „dem Huus” war das Rathaus gemeint, wo der städtische Angestellte Beckers mit dieser Rede seine närrische Karriere begann.

Geschrieben hatte diese Büttenrede in Reimform sein Freund und Kollege Wolfgang Alexandrowitz. Die Premiere des neuen Sterns am Alsdorfer Karnevalshimmel hatte auch der heutige Ehrenvorsitzende der TPJ, Josef Offermanns erlebt.

Der überredete Josef Beckers, bei den Trötern aufzutreten. So folgte schon ein knappes Jahr später, am 13. Januar 1979, Beckers erster Auftritt vor großem Publikum, im alten Kasino Anna, dort, wo heute die Stadthalle steht.

Sieg im Fußball-Toto

Den „Künstlernamen Toto” übernahm Josef von seinem Vater. Der hatte mal auf die Frage, wie er sich denn diese Lokalrunde leisten könne, behauptet, er habe im Fußball-Toto gewonnen.

„Die 13 ist offenbar meine magische Zahl”, sagt Toto Beckers: „13. Januar 1979 erster großer Auftritt, seit dem 13. Mai 1984 TPJ-Präsident, und in diesem Jahr die 13. TPJ-Herrensitzung.” Gäste dieser 13. Sitzung kommentierten, dies sei die bisher beste gewesen. Auch dank eines glänzend aufgelegten Präsidenten, der nach eigener Aussage fünf Minuten vor einer Sitzung nicht weiß, was er später sagen wird. Wenn er sich auf eine Sitzung tagelang vorbereiten müsse, höre er auf. Toni Baumanns, Mitbegründer der „Tröter Pötzer Jonge”, hatte dieses Talent geschätzt. „Wenn ich dich an der Theke sah, hast du die ganze Kneipe aus dem Stehgreif heraus unterhalten”, habe Toni Baumanns ihm anerkennend auf die Schulter geklopft, erinnert Toto an seinen früheren „sehr guten Ratgeber”.

Auch in seinen Anfangsjahren als Sitzungspräsident ging Toto noch in die Bütt. Aber, eine ganze Sitzung leiten, die Moderationen und auch noch die Büttenrede, sei ihm zu viel geworden. So konzentrierte er sich auf die Funktion des Sitzungspräsidenten, mit riesigem Erfolg. Jo Dick, Ehrenkommandant der Stadtgarde Oecher Penn, hat den Kern dieses Erfolges treffend beschrieben: „Er wechselt jedes Scheinchen trocken und ohne zu verletzen. Toto nimmt so manchen Zeitgenossen auf den Arm, aber er lässt ihn nicht fallen. Trotz seiner scheinbar rauen Schale ist er ein feinfühliger Mann, wie viele künstlerisch begabte Menschen.” Er habe sich immer zuerst selbst hochgenommen, ergänzt Toto Beckers. Dann sei derjenige von der Prominenz dran gekommen, der am lautesten gelacht habe.

1999 erlitt Toto einen Herzinfarkt. Damals erlebte er, was er vielen Menschen wert ist. In Scharen besuchten sie ihn im Krankenhaus. „Im Würselener Krankenhaus waren die richtig froh, als sie mich entlassen konnten”, lacht der TPJ-Präsident heute, „die hatten Angst, dass ich dort auch noch Sitzungen abhalte, so viel war hier los.”

Mit seiner Frau Bärbel, beide waren 1981 Alsdorfs Prinzenpaar, managt Toto den Kartenvorverkauf für die TPJ-Sitzungen. Hier kommt wieder sein phänomenales Gedächtnis zum Tragen. „Weil ich die Karten verteile weiß ich, wo im Saal der Ehrengast sitzt, den ich begrüße”, sagt er. Es sei unprofessionell, wenn Sitzungspräsidenten bei der Begrüßung in die falsche Richtung blicken. Das 25-jährige Jubiläum ihres Präsidenten wollen die „Tröter Pötzer Jonge” gebührend würdigen, und zwar am Ende der Prunksitzung am 7. Februar, also gegen Mitternacht.

„Bringt mich nicht in die Verlegenheit, dass ich meine eigenen Leute von der Bühne schicken muss”, hatte Toto bei der Weihnachtsfeier der TPJ um Zurückhaltung gebeten. Jetzt lassen sie ihn zuerst durch die gesamte Prunksitzung moderieren, um dann die Ehrung draufzusetzen. Niemand weiß, was danach geschieht.

Beim Empfang vor der 13. Herrensitzung hatte Josef „Toto” Beckers beiläufig gesagt. „Jetzt machen wir drei tolle Sitzungen, wie es danach mit mir weitergeht, weiß ich noch nicht.” Seither sind seine Freunde elektrisiert. „Meine Entscheidung gebe ich am Ende der Prunksitzung bekannt”, gab Toto zu Protokoll und fügte hinzu: „Immerhin werde ich im Oktober 60 .”
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