„Jöngsje” steht in Schaufenberg im Abseits

Von: Karl Stüber
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Nicht einverstanden: Gerhard H
Nicht einverstanden: Gerhard Hensen, der dasSchaufenberger Jöngsje geschaffen hat, kritisiert, dass er bei der konkreten Standortwahl nicht beteiligt war. So steht die Skulptur aus seiner Sicht viel zu nah an der Straße und wird von Schaltkästen (rechts) verdeckt. Fotos (2): Karl Stüber Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Gerhard Hensen ist besorgt - und auch ein wenig betrübt. Der Bildhauer steht in Schaufenberg vor dem „Jöngsje”. Die Skulptur, die an den Heimat- und Mundartdichter Franz Keller, erinnert, hat er geschaffen. Und so ein „Junge” liegt dem „Vater” natürlich immer noch am Herzen.

Die beliebte Standfigur ist umgesetzt worden und befindet sich jetzt nicht mehr auf dem breiten Teil des Dorfplatzes, sondern an der Ecke Haupt-/Mauerstraße, also in dem spitz zulaufenden Ende des Grundstücks. „Das ist viel zu nah an der Straße. Außerdem wird es von diesen grauen Schaltkästen dort verdeckt”, zeigt der Künstler auf den unschönen Blickfang. Hensen ärgert sich darüber, dass das Jöngsje zu allem Übel auch noch schief steht. Unklar ist ihm, ob es hinreichend gegen Diebstahl gesichert und fixiert ist. Schon einmal war die Figur Ziel von Dieben geworden. Wie tief geht das Fundament, ist sie verankert?

Probleme und Unstimmigkeiten hätten vermieden werden können, wenn - wie mit Bürgermeister Alfred Sonders abgesprochen - der Künstler beim Versetzen hätte dabei sein können, sagt Manfred Rohr. Der ehemalige CDU-Ratsherr hat vor 22 Jahren die Skulptur gestiftet und letztlich dem Denkmal-Ausschuss Schaufenberg und damit den Schaufenberger Bürgern übertragen.

Grund für das Umsetzen der Skulptur ist das Anlegen eines Spielplatzes. Stadt und Ratsgremien hatten das beschlossen (wir berichteten mehrfach). Da sich das „Jöngsje” zwischen Rutsche und Wippe wiedergefunden hätte, einigte man sich nach längerer Diskussion aufs Umsetzen - mit Beleuchtung. Der Scheinwerfer ist am neuen Standort bereits montiert, wie Rohr bemerkt. Aber das ändert nichts am Optimierungsbedarf.

Das ist nicht die einzige Ungereimtheit. Ein paar Meter weiter warten Peter Conrath, Nikolaus André und Marlies Kröger auf den Bus. Eigentlich könnten sie sich auf eine nahe Bank setzen, aber der frisch installierte Metallzaun, der später verhindern soll, dass spielende Kinder auf die Straße laufen, verwehrt ihnen diese Stätte des Ausruhens. Das Sitzen würde ohnehin durch die nahen Metallstäbe den Knien keinen Platz lassen. So kann das nicht bleiben, meint nicht nur Manfred Rohr. Allerdings: An der Haltestelle selbst dürfte die Bank nicht umgesetzt werden können. Dafür ist der Gehweg viel zu schmal.

Günter Jansen, ehemals Kämmerer der Stadt und nun Geschäftsführer der Grund- und Stadtentwicklung GmbH (GSG), die sich im Auftrag der Stadt Alsdorf um die Kinderspielplätze zu kümmern hat und die den Auftrag hat, den Spielplatz anzulegen, bedauert die Unstimmigkeiten. Bezüglich des „Jöngsje” habe er von der Absprache mit Bürgermeister Alfred Sonders nichts gewusst. „Das wäre ansonsten sicherlich anders gelaufen”, versichert er auf Nachfrage unserer Zeitung. Ansonsten habe die GSG lediglich den von der Stadt vorgelegten Plan umgesetzt. Übrigens soll der Zaun noch begrünt werden. Die Spielgeräte würden Ende des Monats angeliefert. Weitere Bänke sollen auf dem Spielplatz installiert werden. Außerhalb der Umzäunung sei der Bauhof (Eigenbetrieb Technische Dienste) zuständig. Jansen geht aber davon aus, dass eine einvernehmliche Lösung zu finden ist.

Der Erste Beigeordnete der Stadt, Ralf Kahlen, sieht das nicht anders. Er will sich vor Ort umschauen und Anfang der Woche mit allen Beteiligten das Vorgehen klären. „Man sieht ja, dass die Sache noch nicht abgeschlossen ist. Im Zuge der weiteren Arbeiten können wir das ja korrigieren, wenn es anders abgesprochen war.” Und die Sitzbank lasse sich bestimmt im Bereich Kinderspielplatz integrieren.

Auch Manfred Rohr, dem es um die Sache geht, wie er sagt, schlägt versöhnliche Töne an. Vielleicht lasse sich ja nun doch noch alles vernünftig lösen.

Bleibt abzuwarten, ob sich alle - und das bald - an einen Tisch setzen. Das Gespräch müsste allerdings ohne Bürgermeister Alfred Sonders stattfinden. Denn der ist derzeit in Kur. ? Naseweis
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