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Jede Menge Temposünder bei zweiter Großaktion

Von: Thomas Vogel
Letzte Aktualisierung:
Raser fest im Blick: Einsatzle
Raser fest im Blick: Einsatzleiter Polizeihauptkommissar Helmut Schmidt am Foto: Thomas Vogel

Nordkreis. Oft hat es zu Jahresbeginn auf den Straßen gekracht - zu oft. Mit einem 24-Stunden-Blitz-Marathon hatte die Verkehrspolizei im Februar auf die hohen Unfallzahlen reagiert.

Der Erfolg konnte sich sehen lassen: In der Städteregion sank die Zahl von vorher durchschnittlich 4,1 Verkehrsunfällen mit Personenschaden pro Tag auf eine Quote von 3,1 im Nachgang.

Um die Verkehrsteilnehmer weiterhin auf überhöhte Geschwindigkeit als Unfallursache Nummer eins zu sensibilisieren, veranstaltete die Polizei Aachen am Dienstag eine ähnliche Aktion unter dem Titel „Brems Dich - Rette Leben”.

An 18 Stellen im Nordkreis, die als Unfallschwerpunkte oder schützenswerte Zonen gelten, wurde die Geschwindigkeit mit Radar- und Lasermessgeräten erfasst.

67 km/h in Tempo-30-Zone

Bis 16 Uhr waren alleine bei den Lasermessungen 52 Verstöße festgestellt worden, berichtet Einsatzleiter Helmut Schmidt von der Dienststelle Würselen. Dabei bekamen die Beamten fast ebenso häufig Ausreden zu hören.

Meist hieß es: „Ich hab die Schilder nicht gesehen.” Es geht allerdings auch wesentlich kurioser. So behauptete ein Porsche-Fahrer in einer verkehrsberuhigten Zone (Gebot: Schrittgeschwindigkeit), sein Wagen könne gar nicht so langsam fahren ...

„Der Schnellste heute Morgen in der 30er-Zone ist 67 km/h gefahren. Er konnte sich aber auch nicht auf die Geschwindigkeit konzentrieren, weil er telefoniert hat”, erzählt Schmidt mit ironischem Lächeln.

Er und seine drei Kollegen vor Ort kennen die Folgen, die nicht angepasste Geschwindigkeit haben kann. Das schlimmste Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit ist sicher der Unfall in Aachen-Brand. Raserei kostete dort fünf Menschen das Leben.

Neben Schwerpunktaktionen wie dieser nehmen die Beamten aus Würselen und Herzogenrath mindestens einmal in der Woche, Geschwindigkeitskontrollen vor, versichert Detlef Kröckeler. Der schnellste „Kandidat”, an den er sich erinnert, wurde innerorts auf der Eschweilerstraße mit 111 km/h gemessen.

Die Technik, mit der Verkehrssünder überführt werden, wird regelmäßig geeicht und verplompt. Schließlich müssen die Daten vor Gericht verwertbar sein. So wie Schmidt und Kröckeler haben auch ihre Herzogenrather Kollegen Erwin Feilhauer und Walter Louis eine Schulung absolviert, nur dann darf der Laser bedient werden.

Die Messungen werden von den Gestoppten trotzdem regelmäßig angezweifelt. Sinn hat das kaum - vor Gericht sind die Beweise meist eindeutig. Und das ist auch gut so. Denn der erhobene Zeigefinger, so sagt Kröckeler, nutze in aller Regel nichts.

An Strafen erinnern sich die Leute schon eher. Die Frage nach dem berühmten zugedrückten Auge komme oft - stoße aber auf Granit. Es gehe schließlich nicht darum, den Bürgern das Leben schwer zu machen, sondern es zu schützen.
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