Herzogenrath - Jazzig und ganz lässig: Reinhold Beckmann überzeugt

Jazzig und ganz lässig: Reinhold Beckmann überzeugt

Von: Stefan Schaum
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Macht auch als Sänger eine gu
Macht auch als Sänger eine gute Figur: TV-Moderator Reinhold Beckmann hat sich beim Aufritt im Kulturfestival der Städteregion Aachen als versierter Jazz-Musiker erwiesen. Foto: Stefan Schaum

Herzogenrath. Ganz schön jazzig, ganz schön lässig: Eine rundum entspannte Musik hat Reinhold Beckmann da beim Auftritt im Rahmen des Kulturfestivals der Städteregion Aachen abgeliefert. Gut 300 Zuhörer überzeugten sich in der Aula des Herzogenrather Schulzentrums davon, dass der Mann mehr kann als nur moderieren.

Klar, der Fußball ist kurz mal ein Thema, ganz ohne Sport kann ein Reinhold Beckmann eben nicht. Von der Alemannia Aachen spricht er gleich zu Beginn, vom alten Tivoli. „Der war schön. Da gabs den Würselener Wall, richtig?” Solch profunde Ortskenntnis wird mit großem Applaus belohnt und den wird es an diesem Abend noch des öfteren geben. Denn der Mann in Jeans und blauem Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln hat was zu bieten.

Zum einen eine Band vom Feinsten, mit Jan-Peter Klöpfel an Klavier und Trompete, dem Gitarristen Andreas Dopp, Bassist Thomas Biller und Schlagzeuger Helge Zumdieck. Allesamt Könner, denen Beckmann viel Platz einräumt, um solistisch in den Vordergrund zu treten. Zum anderen sind da die Songs, die der 56-Jährige selbst geschrieben hat. Zum Rock hat es ihn nicht gezogen, wenngleich seine Stücke etwas Nostalgisches haben.

Doch hält er es eher mit italienischen Schlagern der 1960er Jahre, mit Bossa Nova, Cha Cha und Swing. Von der Liebe ist in seinen Liedern häufig die Rede, meist von der unerfüllten. Die Fleischeslust hat ihn schon früh gepackt, lässt er sein Publikum wissen. Als Knabe habe er gern vor der vollbusigen Verkäuferin in der Metzgerei um die Ecke gestanden. „Ich wusste nicht, was ich lieber mochte: Die Schinkenwurst oder ihr Dekolleté?” Dieser Dame namens Charlotte widmet er einen Song, ebenso der „Merle, Perle aus Prag”.

Neben heiter-beschwingten Liedern über frühe Sehnsüchte stehen nachdenkliche Stücke in Moll: Den Tod eines Freundes hat Beckmann ebenso verarbeitet wie eine Trennung. „Du bist gekommen, um zu gehen”, singt er in einem Lied, und man spürt beim Vortrag, dass ihm das nahe gegangen sein muss. Überhaupt wirkt der Auftritt nicht so, als ob hier ein TV-Mann einfach mal etwas Neues ausprobieren will. Beckmann überzeugt als Musiker.

Er kann das gut, was er da macht. Bei einer Erinnerung an eine nächtliche Fahrt durch Bremen im übel riechenden VW-Käfer, in den eine Freundin sich zuvor erbrochen hatte, singt beim Refrain das ganze Publikum mit. Derart eingängig sind seine Stücke - das muss man erst mal können. Fast zwei Stunden lang steht Beckmann auf der Bühne und genießt offenbar jede Minute. Groß ist der Schlussapplaus - und den hat er sich redlich verdient.
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