Irene Jenniches gibt Leitung des Gymnasiums ab

Von: Lars Odenkirchen
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Ständchen zum Abschied: Auch der Schulchor unter Leitung von Claudia von Helden sang für die Schulleiterin. Foto: Lars Odenkirchen

Baesweiler. Sie verlässt das Gymnasium: Mit dem letzten Schultag scheidet die engagierte Schulleiterin Irene Jenniches aus dem Schuldienst aus. Mit einer Feierstunde würdigten daher nun Kollegen, Schüler, Eltern und Vertreter der Stadt und der Bezirksregierung ihre Arbeit.

Dabei ist Jenniches eigentlich kein Mensch, der gerne im Mittelpunkt steht, wie ihr Stellvertreter Wilhelm Merschen feststellte. Doch Merschen wusste auch: „Irene, da musst du jetzt durch.” Bürgermeister Dr. Willi Linkens eröffnete den Reigen der Festredner.

Linkens nannte die energetische Sanierung des Gymnasiums als „besonderen Beweis für die organisatorischen Qualitäten” und würdigte auch Jenniches Zeit als Lehrerin, die jahrzehntelang die Schule als wichtigen Lebensinhalt betrachtet habe.

Dabei habe sie auch nicht vor schweren Aufgaben zurückgeschreckt, wie der leitende Regierungsschuldirektor Paul Palmen betonte: „Sie hat sich nicht gescheut, auch heiße Eisen anzupacken.” Jenniches sei ein „wunderbares Beispiel für einen Menschen, der sich der Stadt und Region verbunden zeigt”, betonte Palmen, der die Schulleiterin noch aus seiner eigenen Referendarzeit am Baesweiler Gymnasium gut kennt.

Wie verbunden Irene Jenniches mit der Region ist, beweist auch ihre Biographie. Die in Geilenkirchen geborene Schulleiterin studierte an der RWTH Deutsch und Geschichte, ehe sie in Stolberg ihre Referendarzeit begann und ans Aachener Einhard-Gymnasium wechselte. Von dort führte ihr Weg schnell ans noch junge Baesweiler Gymnasium.

Eine Karriere als Direktorin hatte sie dabei nicht im Sinn. „An sich reichte mir mein Leben mit Familie und voller Stelle, solche Ziele habe ich nie angestrebt”, so Jenniches. „Als man mich dann aber fragte, ob ich mir die Rolle als Stellvertreterin vorstellen könnte, habe ich nicht abgelehnt, und wenn man einmal im Zug sitzt, steigt man nicht mehr aus.”

2002 übernahm Jenniches schließlich kommissarisch die Schulleitung, 2004 wurde sie offiziell zur Schulleiterin ernannt. Wehmut darüber, dass diese Zeit nun vorbei geht, möchte sie aber nicht aufkommen lassen: „Ich halte es für ganz wesentlich, dass die Vorfreude überwiegt.”

In Kontakt wird Jenniches sicherlich mit vielen ihrer Kollegen und Kolleginnen bleiben, denn auch der Besuch vieler ehemaliger Lehrerinnen und Lehrer des Gymnasiums bei der Abschiedsfeier zeugte von der Beliebtheit der scheidenden Direktorin.

„Du hast uns immer unterstützt und oft auch das Unmögliche möglich gemacht”, lobte Rita Barbier stellvertretend für das Kollegium des Gymnasiums. Ihr Schulleiterkollege aus Herzogenrath, Reinhard Granz, würdigte Jenniches als „aufmerksame Zuhörerin, die sich stets kollegial verhält und behutsam abwägt”.

Gisela Klein, die als Leiterin der Grengrachtschule stellvertretend für die Baesweiler Schulleiter sprach, hielt ihre Rede auch auf Wunsch der Geehrten erfrischend knapp: „Im Zeichen der Fußball-WM ein Gedicht aus elf Worten für dich, Irene: Abschied. Irene geht. Schulleiterkollegen wünschen Glück. Genieße dein neues Leben. Tschö!” Auch Schülersprecher Nico Lindstädt verlor nicht viele Worte: Er ließ ein Video sprechen, das die Schülerinnen und Schüler mit Abschiedsgrüßen für ihre Direktorin vorbereitet hatten.

Kritischer Rückblick

„Unterricht war für mich immer ein wesentliches Element von Schule”, meinte Jenniches mit Blick auf die Reformwut der vergangenen Jahre, in der vor lauter Diskussion um Pisa, G8, Kopfnoten und Förderkonzepte manchmal der Blick fürs Wesentliche verloren ging. „Manchmal musste man nur die Zeit von der Einführung einer Reform bis zu ihrer Abschaffung irgendwie durchhalten.”

Die zentralen Abschlussprüfungen, meinte Jenniches mit einem guten Schuss Ironie, „haben nur die Erkenntnis gebracht, dass unsere Lehrer den Schülern scheinbar zu viel beibringen.” Was man in der Schulpolitik als Erfolg verkaufe, weiche oft vom gesunden Menschenverstand ab.

Noch nicht endgültig entschieden ist, wer die Nachfolge der Oberstudiendirektorin antritt. Mit ihrem Stellvertreter Wilhelm Merschen stünde ein Bewerber bereit, der von der Bezirksregierung der Schulkonferenz vorgeschlagen wurde.

Bei diesem Gremium liegt aber letztlich die Entscheidungsgewalt, wie Paul Palmen von der Bezirksregierung erklärte: „Ein anderer Kandidat hat seine Bewerbung zurückgezogen, obwohl wir grundsätzlich dafür sind, dass zwei Kandidaten zur Auswahl stehen. Mit Wilhelm Merschen als einzigem verbleibendem Kandidaten steht aber ein Nachfolger bereit, der von uns die Bestbewertung erhalten hat und den ich auch persönlich gut kenne.”

Auch Bürgermeister Linkens würde eine Entscheidung der Schulkonferenz für Merschen begrüßen: „Er hat gemeinsam mit anderen Kollegen den Umbau gut koordiniert und dabei bewiesen, dass er der Aufgabe gewachsen ist.”

„Würde mich freuen”

Der Bewerber selbst gab sich noch zurückhaltend: „Am 2. Schultag tagt die Schulkonferenz, bei der die Entscheidung liegt. Ich würde mich natürlich sehr über die Wahl freuen und mich bemühen, die Schule innen und außen noch weiter fit zu machen, damit wir noch weiter nach vorne kommen”, so Merschen. „Ich bin allerdings weder jemand, der alles auf links dreht, noch jemand, der alles belassen möchte, wie es ist: Wenn ich gewählt werde, würde ich gerne zunächst auf kleinere Projekte setzen, die sich auch schnell und gut realisieren lassen.”
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