Internationaler Frauentag: Der Schutz vor der Gewalt geht alle an

Von: Stefan Schaum
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Für den Schutz der Frauen: Renate Wallraff, Cindy Preuth, Jasmine Brück und Nina Mlynek (v.l.) vom Team des Alsdorfer Frauenhauses haben am gestrigen Weltfrauentag auf das Thema aufmerksam Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Als ihm die junge Frau eine Rose mit Grüßen zum Weltfrauentag überreicht, fragt der amüsierte ältere Herr doch lieber noch mal nach: „Soll die wirklich für mich sein? Ich bin nämlich gar keine Frau!”

Das spielt in diesem Fall keine Rolle, denn die Blume ist Botschafterin für ein Thema, das durchaus auch die Männer betrifft: Gewalt gegen Frauen. Um darauf aufmerksam zu machen, nutzt die Fachstelle gegen häusliche Gewalt des Diakonischen Werks den Aktionstag am Donnerstag. Auf dem Annaplatz haben sich die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses postiert und sind dort nicht zu übersehen.

Trauben bunter Ballons und viele Wassereimer mit Blumen haben sie rund um ihren Infotisch drapiert. Sie gehen mit knalligen Farben in die Offensive um das anzuprangern, was in der Regel hinter verschlossenen Türen passiert. Seit 15 Jahren gibt es das Frauenhaus in Alsdorf, dessen Adresse aus gutem Grund nirgendwo öffentlich genannt wird.

In der Regel sind es Frauen mit Kindern, die dort vor prügelnden Gatten oder Freunden Schutz suchen. Im vergangenen Jahr waren es mehr als je zuvor, sagt Renate Wallraff, Leiterin der Fachstelle. „Da war das Haus das ganze Jahr über lückenlos belegt, es gab einfach keine Pause!” Acht Plätze gibt es in dem Haus, sechs Mitarbeiterinnen betreuen die Frauen, die nicht selten vor einem Trümmerhaufen stehen und gar nicht wissen, wo das Aufräumen beginnen soll.

Zuspruch und Lob

In Gesprächen erfahren die Helferinnen am Donnerstag viel Zuspruch von den Passanten, werden für ihr Engagement gelobt. Die Werbung in eigener Sache sei geboten, sagt Wallraff. „Es wissen selbst unter Frauen vielleicht um die 60, 70 Prozent, dass es uns überhaupt gibt.” Da könne es nicht schaden, an einer stark frequentierten Stelle auf sich aufmerksam zu machen.

Dass es am Donnerstag den internationalen Frauentag gibt, wissen übrigens auch nicht alle. „Ich habs heute morgen im Radio gehört”, sagt die 38-jährige Würselenerin Doris Koch, die mit ihren Kindern zum Einkaufen nach Alsdorf gekommen ist, „sonst hätte ich es wohl gar nicht bemerkt.” Ob sie den Tag denn begrüße? „Ich brauche ihn jedenfalls nicht”, sagt sie. Wenn sie sich als Frau überhaupt zurückgesetzt fühle, „dann weil ich oft dafür belächelt werde, dass ich mich klar für die Mutterrolle entschieden habe. Die Emanzipation hat an vielen Stellen dazu geführt, dass von Frauen regelrecht erwartet wird, eine berufliche Karriere anzustreben.” Auch eine Einschätzung an diesem Tag der Frauen.

Kontakt ist rund um die Uhr möglich

Das Frauenhaus in Alsdorf bietet von Gewalt bedrohten Frauen aus der Städteregion einen Zufluchtsort. Erreichbar sind die Mitarbeiterinnen rund um die Uhr unter der Telefonnummer 02404/91000.
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