Alsdorf - Installation im Energeticon den Bergleuten gewidmet

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Installation im Energeticon den Bergleuten gewidmet

Von: Karl Stüber
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Kunstwerk: Rund sechs Tonnen Steinkohle aus dem Bergwerk Prosper Haniel in Bottrop sind Kern der Installation „Feuer und Glut“, die seit kurzem im Energeticon Alsdorf zu sehen ist. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Renato Santarossa geht den Sachen auf den Grund – und manchmal noch viel tiefer, wenn er sich wieder einmal mit einem neuen Kunstprojekt befasst. So war der italienische Künstler mit Atelier in Düsseldorf unter Tage und vor Ort bei Bergleuten – die aus dem Berg brechende Kohle direkt vor Augen, um zu erleben und zumindest ansatzweise nachzuempfinden, was es heißt, Kumpel zu sein, wie er erzählt.

Für einen Mann Jahrgang 1943 sicherlich kein Spaziergang. Santarossa spricht leise und wirkt fast etwas schüchtern. Aber seine Augen, die hin und wieder unter wallendem grauen Haupthaar auftauchen, funkeln und spiegeln Entschlossenheit.

Der renommierte Glaskünstler, der mit auf Licht, Schatten und Transparenz setzt, hat bereits viele Projekte realisiert (siehe Info). Den Bergleuten unter Tage hat er gesagt, was er für seine nächste Installation braucht: größere Brocken Steinkohle, die der Endverbraucher noch zerkleinern müsste, wollte er seinen Festbrennstoffofen damit füttern. Die hat er bekommen, sechs Tonnen, und mit Bedacht eingesetzt.

Volle Wirkung im Dunklen

Das Ergebnis, das Kunstobjekt namens „Kohle und Glut“, ist ab sofort im Energeticon in Alsdorf direkt an der alten Schmiede, in der sich der Eingangsbereich des Dokumentationszentrums für Energieformen und das Restaurant Eduard befinden, zu sehen. Am Ende des Ausstellungspfades, gleichsam beim Rausgehen als Erinnerung daran, was spätestens seit Einleitung der Energiewende weg von Kernenergie und hin zu regenerativen Energieformen (Sonne, Wind, Wasser) als überholt und hier treffend als fossil, ja schon historisch gilt: Öl, Gas und eben Kohle.

Die einst als „schwarzes Gold“ geltende Steinkohle hat Santarossa in einem großen Rechteck auf dem Boden drapiert, inklusive (verdeckter) Stromleitungen und kräftiger LED-Leuchten, um das Schwarze rot glühen zu lassen, ohne dass es in Brand gerät. Passend für Alsdorf, das einst Bergbaustadt war und heute noch mit Blick auf seine Vergangenheit, aber auch angesichts des voranschreitenden Strukturwandels stolz „voller Energie“ als Slogan propagiert.

In der Mitte der Installationsfläche sind fünf wellenförmig gestaltete dicke Glasscheiben zu sehen, in denen sich das rote Licht bricht. Auch wenn das Kunstwerk seine volle Wirkung erst in der dunkleren Tageszeit erzielt, so ist die Steinkohlenfläche bereits im Hellen beeindruckend.

Prosper Haniel in Bottrop

Axel Wirtz, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Energeticon gGmbH, sagte bei der Vorstellung der Installation, die Kohle stammt aus dem Bergwerk Prosper Haniel in Bottrop, das letzte aktive Steinkohlenbergwerk im Ruhrgebiet, das Ende des Jahres ausläuft. So sieht Santarossa sein Werk als Hommage an die „Knappen“ an.

Den Wert des Kunstwerks für die Allgemeinheit hat der Landschaftsverband, Gesellschafter der Energeticon gGmbH, erkannt. Das Projekt wird aus Mitteln der regionalen Kulturförderung finanziert.

 

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