Initiative gegen den Gaza-Krieg schickt Petition nach Berlin

Von: Fenja Ermsch
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Der Würselener Aktionskreis gegen den Gazakrieg hatte zu einem Friedensgebet der Religionen in der Evangelischen Kirche Broichweiden eingeladen: Die Gebete sprachen (v.l.) der katholische Pfarrer Rainer Gattys, der islamische Iman Veysel Yilmaz und evangelische Pfarrerin Dorothea-Elisabeth Alders. Foto: W. Sevenich

Würselen. Eigentlich sei es kaum irgendwo schwerer als in Deutschland über den Nahost-Konflikt zu sprechen, sagte Martin Schulz (MdEP) bei der Diskussionsrunde des Würselener Aktionskreises gegen den Gazakrieg.

Deutschland stecke in einem Teufelskreis: Einerseits sei da die Verbundenheit mit den Palästinensern und andererseits die Garantie für einen israelischen Staat.

In seiner rund einstündigen profunden Analyse zur aktuellen Lage hob der Europaparlamentarier immer wieder hervor, dass - ganz im Gegensatz zur Meinung der Bundesregierung, insbesondere von Kanzlerin Merkel - der Dialog mit der Hamas, ausgehend von den westlichen Mächten, unumgänglich ist.

Schulz: „Sicher ist die Hamas keine Friedensbewegung, ihr Irrglaube, terroristische Attentate würden die Probleme lösen, erschwert das Unterfangen. Doch da die Hamas die von den Palästinensern korrekt gewählte und somit führende Partei ist, muss das auch von den westlichen Mächten akzeptiert werden.”

Auch das Problem des militärisch geführten Israel sei nicht von der Hand zu weisen, im Gegenteil: „In Israel kommen kaum Koalitionen unter fünf Parteien zustande, das macht dem Land innenpolitisch große Schwierigkeiten.”

Schulz war selbst in den vergangenen Wochen vor Ort gewesen, um sich von der Lage ein Bild zu machen und kann selbst berichten, dass Waffenruhen seitens der Hamas kaum länger als einige Stunden eingehalten werden und das israelische Militär entsprechend reagiert.

Otmar Steinbicker, Vorsitzender des Vereins Aachener Friedenspreis, und Dr. Ansgar Klein, Sprecher des Aktionskreises und der Würselener Initiative für Frieden, machten während der Veranstaltung deutlich, dass terroristische Attentate der Hamas zwar in deren Augen ihren Zweck erzielen, jedoch Unsicherheit, Angst, Verzweiflung und Radikalisierung hervorrufen.

Dies sei der Samen, aus dem Aggression des gegnerischen Staates wachse und so die Situation schlichtweg weiter dramatisiere. Die anschließende Diskussion, an der sich Jung und Alt beteiligten, brachte hervor, dass sich selbst hierzulande in der Gesellschaft neben Mitgefühl auch ein Spannungs- und Angstverhältnis aufbaut.

Angst um die Familie

Seit fast 20 Jahren lebt Alon Dovchak im Nordkreis und bangt nun um seine Familie. Der gebürtige Palästinenser berichtet von Bombeneinschlägen in seinem Heimatdorf, durch die bereits viele Bekannte der Familie und auch eine Schwester ums Leben gekommen sind.

„Ich frage mich, ob der Krieg jemals ein Ende haben wird?” Lediglich die Hoffnung bleibe, dass dem seit über 60 Jahren währenden Prozess, der bis jetzt noch kein diplomatisch politisches Ergebnis erkennen lasse, durch ein Mandat der Vereinten Nationen ein Ende gesetzt werde, erklärten Diskussionsteilnehmer.
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