Würselen - Initiative für den Frieden kritisiert Bundeswehreinsatz in Afghanistan

Initiative für den Frieden kritisiert Bundeswehreinsatz in Afghanistan

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Würselen. Die „Würselener Initiative für den Frieden” tritt weiterhin beharrlich gegen den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr sowie die Entsendung von Awacs-Flugzeugen an den Hindukusch, dem in der vergangenen Woche der Bundestag zugestimmt hatte, ein.

„Wir gewöhnen uns an eine Kriegsmentalität”, kritisiert Ansgar Klein, Initiator der Initiative. Die Situation in Afghanistan war auch Thema einer Veranstaltung der „Initiative für den Frieden” im Alten Rathaus.

„Nicht zu gewinnen”

Unter dem Motto „Afghanistan - Obamas Vietnam?” ging Moderator August Rößner ging auf die Problematik ein: „Der Krieg eskaliert in den letzten Monaten in ganz Afghanistan und Teilen Pakistans deutlich, die Zahl der Opfer auf allen Seiten steigt.”

Und dennoch sei politisches Handeln im Hinblick auf eine Perspektive des Ausstiegs und einer Beendigung „dieses nicht zu gewinnenden Krieges” nicht in Sicht. „Deutsche Soldaten, nach offizieller Version noch immer für Aufbau und Ausbildung zuständig, sind zunehmend in Kriegshandlungen verwickelt und werden als Besatzer gesehen und bekämpft.”

Rößners Fazit: „Augen zu, nur ja keine Diskussion um einen Strategiewechsel und weitere Soldaten für Afghanistan. Dieser Weg führt unausweichlich in ein zweites Vietnam.”

Immer mehr Tote

Eindringlich schilderten der Afghane Dr. Yahya Wardack sowie die Politikwissenschaftlerin Claudia Haydt, was sich in Afghanistan auf der menschlichen und militärischen Ebene abspielt. Eines der ärmsten Länder der Erde wird weiterhin mit Krieg überzogen.

Die seit Jahren andauernde Nachrüstung mit Soldaten und Waffen verlaufe im Gleichschritt mit der Zunahme von Kriegshandlungen mit Toten und Verletzten auf allen Seiten. Mit den drei am 23. Juni getöteten deutschen Soldaten sei die Zahl der Bundeswehropfer auf 35 angestiegen.



Claudia Haydt sowie ein unter den Gästen anwesender ehemaliger deutscher Militärberater in Kabul betonten hinsichtlich der Parlamentsentscheidung in der vergangenen Woche, dass der Awacs-Einsatz von der Regierung dem deutschen Volk als „Sicherung des zivilen Luftverkehrs” verkauft werde.

Man müsse sich die Frage stellen, ob die Politiker wirklich daran glaubten, dass nicht auch weitere Fähigkeiten des Awac-Systems genutzt werden. „Awacs können als Feuerleitstelle dienen. Awacs können weit über Afghanistan hinaus aufklären; dadurch wird eine überregionale Ausweitung des Einsatzgebietes auf Pakistan und Iran möglich.

Awacs liefern Echtzeitbilder von militärisch relevanten Objekten - nicht nur für ISAF!”, so Haydt. „Sicherung des zivilen Luftverkehrs heißt im Klartext, Sicherung von Einsatzkorridoren und freiem Luftraum für das Militär´. Das bedeutet die Intensivierung von militärischen Lufteinsätzen.”

Soldaten als Zielscheibe

Die deutsche Kriegsbeteiligung, so Haydt, werde weiter vergrößert und deutsche Soldaten würden noch mehr zur Zielscheibe für Aufständische. „Deutschlands Mitverantwortung für die Opfer der Luftkriegsführung in Afghanistan und auch in Pakistan wird noch schwerwiegender.”

Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten

Die „Würselener Initiative für den Frieden” veranstaltet am Dienstag, 25. August, im Alten Rathaus eine Podiumsdiskussion mit den für Würselen zuständigen Bundestagskandidaten zum Thema „Afghanistan - Wege aus dem Krieg”.
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