Ingo Oschmann zu Gast im Alten Rathaus

Von: Hanna Sturm
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„Würselen - das ist ein toller Name für eine Stadt. Besonders wenn man den betrunken lallt.” Comedian und Zauberer Ingo Oschmann wusste die Düvelsstadt zu würdigen. Foto: Hanna Sturm

Würselen. Die ersten Lacher schallten durch das Alte Rathaus, da stand Ingo Oschmann noch gar nicht auf der Bühne. Gerade war er dem Publikum per Lautsprecheransage angekündigt worden, die Tür öffnete sich, der ganze Saal schaute - und herein schlüpften noch ein paar Nachzügler.

Die waren genauso verdutzt über das Gelächter, wie der Comedy-Künstler Oschmann. „Das hat mich schon ein wenig aus der Fassung gebracht, als ich noch hinter der Bühne stand und ihr schon gelacht habt”, gab er zu.

Dieses ehrliche Statement ist typisch für Oschmann, dessen Programm „Wunderbar - es ist ja so” ein sehr persönliches ist. Vergnügt erzählt er von seinem Leben als Comedian und Zauberer: „Ich habe den besten Job der Welt.”

Das glaubt man ihm gerne, wenn er lustige Anekdoten von seinen letzten Dreharbeiten erzählt und sich dabei selber vor Lachen schüttelt.

„Das ist nicht schlimm, wenn der Künstler mehr Spaß hat als das Publikum”, meint der Bielefelder. Aber auch das Publikum ist begeistert, Ingo Oschmann kommt definitiv an. Locker plaudert er von seinem Thailand Urlaub, erzählt, dass er ein Weichei und furchtbar erkältet sei, was ihm natürlich eine gehörige Portion Mitleid des Publikums einbringt. Seinen allerersten Zaubertrick hat er als kleiner Junge von seinem Opa gelernt, und kann damit auch noch heute sein Publikum verblüffen.

Ein Schwerpunkt seines Programms sind die 80-Jahre - ziemlich nostalgisch schwelgt er mit seinem Publikum in Erinnerungen. Früher war eigentlich alles besser, das ist der Tenor. Diese Aussage verpackt Ingo Oschmann wieder in ganz persönliche Geschichten, etwa wie er seinem allerersten Schwarm eine Kassette mit ihren Lieblingsliedern aus dem Radio aufgenommen hatte. „Ich wusste, wenn ich ihr diese Kassette schenke, dann werden wir für immer zusammen sein.” Aber wie sollte der kleine Ingo das Geschenk überreichen? Auf keinem Fall auf dem Schulhof. Also wurde er Mitglied in ihrer Jazz-Tanz-Gruppe, natürlich stilecht mit Leggins und Stulpen. Auch die Mode der 80er ist ein Thema. „Ja, wir sahen scheiße aus”, gibt er zu. „Aber Klamotten kann man ausziehen...”

Neben allen Witzen und Anekdoten gibt es bei Ingo Oschmann auch ernste Zwischentöne. Etwa wenn er darüber spricht, wie viele Kinder heute aufwachsen und erzogen werden. Computer und Playstation statt gemeinsamer Aktivitäten mit den Eltern, teuerer Cluburlaub mit Kinderbetreuung statt Sandburgenbauen mit dem Papa - auch hier hat Oschmann den Beifall des Würselener Publikums. Nicht weil es lustig ist, aber weil er einfach Recht hat.
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