Ingo Oschmann zaubert Pointen aus dem Hut

Von: Sabine Busse
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Charmant, der Ingo. Oschmann unterhält sein Publikum mit Zaubertricks und Gags, die oberhalb der Gürtellinie bleiben.

Würselen. Für den ersten Lacher des Abends sind zwei Nachzügler verantwortlich - alle anderen provoziert Ingo Oschmann anschließend selber. Gerade ist die salbungsvolle Ankündigung vom Band verklungen, da geht die Tür auf und zwei verspätete Gäste huschen in den Raum.

Als Sekunden später der Comedian die Bühne betritt, ist er leicht irritiert: Das Würselener Publikum lacht ja schon, bevor es losgeht? Überhaupt kommt ihm im Westzipfel einiges ungewöhnlich vor: Bei der Entfernungsangabe Richtung Aachen sind die Einheimischen pingelig, die lockere Bestuhlung mit den kleinen runden Tischen erinnert ihn an Altenheime und bei dem Namen dachte er: „Würselen, was ist das denn?”.

Doch Ingo Oschmann ist ein Profi, der auch hörbar erkältet nicht locker lässt, bis er das Publikum auf seiner Seite hat. Und das amüsiert sich prima.

Genüssliches Lästern

Erst einmal parliert Oschmann über Dreharbeiten für aktuelle Fernsehproduktionen und lästert genüsslich über Fernsehköche, Volksmusikanten und Moderatoren. Dann wird es persönlicher, denn in Oschmanns neuem Programm „Wunderbar - es ist ja so!” geht es hauptsächlich um seine Kinder- und Jugendzeit.

Beim Thema „Kindheit ohne materiellen Überfluss aber mit viel Zeit zum Spielen” wird er ganz ernst. Und erzählt von seinem Opa, seinem großen Vorbild.

Der brachte ihm den ersten Zaubertrick bei, den er gleich vorführt und ein Tuch erst verschwinden lässt, um es anschließend aus einer Orange zu ziehen.

Mit der Zauberei sammelte Oschmann einst die ersten Bühnenerfahrungen. Wahrscheinlich weil dem Vielredner die wortkarge Seite dieses Genres nicht so liegt, kombiniert er heute Stand-up-Comedy und Magie auf eine sehr individuelle Weise.

Bei seinen Rückblicken schwärmt er von langen Autofahrten in den Urlaub, die für seine Eltern weniger lustig waren. Um den „Zappelphilipp Ingo” bei Laune zu halten, errieten Oschmanns Autokennzeichen oder dachten sich Fantasie-Städtenamen aus: „Das kann man heute nicht mehr machen. Da holt der Dreijährige sein Handy raus und googelt das im Internet!”

Aber das gab es noch nicht in den 80er Jahren: „Das Einzige, was damals online war, war die Wäsche meiner Oma.” Und jugendlichen Kritikern der damaligen Modesitten hält Oschmann entgegen, dass sich Kleidung ablegen ließe, ein „Arschgeweih” aber nicht.

Nach einer urkomischen Aerobic-Vorführung, stilecht in Leggings und mit Stulpen, wird nach der Pause wieder gezaubert. Oschmann verblüfft mit seinen Tricks und zieht gleichzeitig das Magiergehabe durch den Kakao. Große Lacher erzielt er immer, wenn er das Publikum einbezieht oder spontan agiert. Da wird die junge Frau mit der Kamera zum unfreiwilligen Programmpunkt und Peter aus der ersten Reihe wird sich beim nächsten Mal wahrscheinlich einen Platz weiter hinten suchen...

Schließlich verrät der 39-jährige begeisterte Hobbykoch und Küchengeräte-Käufer noch seine größte Schwäche: Er verleiht alles, weil er nicht „Nein” sagen kann. Seinen halben Hausstand findet er bei den Bekannten wieder.

Zum Schluss erstaunen die Würselener Ingo Oschmann noch einmal mit einem stürmischen Applaus. Zwei Zugaben bringt er ein, wobei der Comedian demonstriert, dass auch Rechenmagie zu seinem Repertoire gehört. Mit so einer Vielfalt schaffen es auch gebürtige Bielefelder und Casting-show-Gewinner beim Würselener Publikum.
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