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Infrarot-Technik: Die Nase hellgelb und die Glatze tiefrot

Von: Karl Stüber
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Interessant und kurzweilig: Thermograf Ulrich Lindner (l.) und Energieberater Gerhard Weiß (2.v.l.) sprachen in der Alsdorfer Verbraucherzentrale intensiv mit Lesern unserer Zeitung über die Möglichkeiten, Energieverluste von Ein- und Zweifamilienhäusern zu vermeiden. Foto: Karl Stüber
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Offensichtlich „nicht ganz dicht“: Der Autor diese Beitrags ließ sich natürlich auch per Thermografie porträtieren. Rot steht für hohen Wärmeverlust. Stirn und Glatze sind deutlich zu erkennen. Die Gläser der Brille erscheinen in kühlem Blau. Foto: Ulrich Lindner

Alsdorf. Gelöste Stimmung herrscht in der Geschäftsstelle der Verbraucherzentrale NRW, Bahnhofstraße 36-38, in Alsdorf. Bausachverständiger Ulrich Lindner richtet nach und nach seine Spezialkamera auf Teilnehmer der Infoveranstaltung zum Thema Thermografie, organisiert von der Verbraucherzentrale und unserer Zeitung. „Die Thermografie bringt es an den Tag, die Jacke war auf dem Weg hierher nicht richtig geschlossen“, frotzelt Energieberater Gerhard Weiß.

 In der Tat zeigt das dank Infrarottechnik in Regenbogenfarben schwimmende Bild an der Brust des „Delinquenten“ kühles Gelb an. Bei einem anderen Gast ist die Nase ganz blass. Die scheint draußen viel Wind abbekommen zu haben. Es wird viel gelacht, über die Bilder, die ein jeder bekommt. Dabei geht es um ein durchaus wichtiges, ja ernstes Thema – um Möglichkeiten, Energie in Ein- und Zweifamilienhäusern zu sparen. Viele Hausbesitzer wissen oder ahnen zumindest, dass ihre vier Wände und das Dach nicht so recht dicht sind – der Blick auf die Energiekosten zeigt es.

„75 Prozent der Häuser sind energetische Altbauten“, bestätigt Weiß. Man ist also nicht allein mit dem Problem. Es gibt Abhilfe, durch fähige Handwerker oder geschickte Heimwerkerhände. Aber das kostet so oder so Geld, um selbiges mittel- bis langfristig einsparen zu können. Grundlagen sind eine umfassende Analyse des Zustands, die Lokalisierung von Schwachstellen in der Gebäudedämmung und ein vernünftiges Sanierungskonzept, das eine nüchterne Analyse von Kosten und Effekt beinhalten sollte. Dies bietet mal wieder die Verbraucherzentrale NRW auch in der Städteregion unter dem Titel „Thermografie-Aktion“ an.

Kalte Ecken und Kanten

Energieberater Weiß spielt in seinem Vortrag die gesamte Klaviatur der Möglichkeiten durch, räumt mit Vorurteilen und Fehleinschätzungen auf. Ein Beispiel: „Dicke Wände dämmen gut? Eine zwei Zentimeter dicke Styroporplatte ist so gut wie ein Meter Beton.“ Ups! Und wenn da auch noch Wärmeleiter drin sind, Fenster einfachverglast und Dichtungen marode sind, geht sie richtig ab, die Wärmeenergie. Ulrich Lindner zeigt eine Reihe von Thermografieaufnahmen. Kalte Ecken und Kanten, undichte Türen, von innen zwar verkleidete Decken, aber in Wahrheit riesige Scheunentore für Wärmeverlust nach draußen und Kältezufluss nach innen.

Und es wird kräftig nachgefragt und diskutiert. Was ist von Klimaplatten zu halten? Wie bekomme ich den Kasten fürs Rollo dicht? Wie gefährlich oder sicher sind Mineralfasern als Dämmstoff? Wie sollte die Heizungsanlage dimensioniert und gesteuert sein? Welche Fördermöglichkeiten gibt es zu welchen Bedingungen? Wann ziehen die Bestimmungen der Energiesparverordnung? Viele der Teilnehmer des Infoabends melden sich schließlich zur Teilnahme an der Thermografie-Aktion an.

179 Euro kostet das. Die setzen sich aus 119 Euro für den Besuch des Thermografen vor Ort (inklusive vier Thermografiebilder von der Außenfassade) und 60 Euro für darauf fußende intensive 90-minütige Beratung durch die Verbraucherzentrale – ebenfalls vor Ort – zusammen. Weiteres weiß Ernergieberater Gerhard Weiß unter 02404/93908 zu erläutern. Er ist auch per Mail unter mailto:alsdorf.energie@vz-nrw.de zu erreichen.

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