Baesweiler - In die Arbeitswelt schnuppern

In die Arbeitswelt schnuppern

Von: Elisa Zander
Letzte Aktualisierung:
Geballte Kompetenz: Vertreter
Geballte Kompetenz: Vertreter aus regionalen Firmen und Unternehmen erläuterten in Vorträgen ihren Arbeitsbereich, gaben Informationen zu Ausbildungen und dualen Studiengängen.

Baesweiler. Bewusst in das Berufsleben eintauchen, nicht aufs gerate Wohl beginnen zu studieren oder ohne Berücksichtigung der eigenen Neigungen eine Sparte auswählen - vor diesem Hintergrund organisiert der Arbeitskreis Berufsberatung des städtischen Gymnasiums für die EF-Stufe, die ehemaligen 10. und 11. Klassen, eine Berufsbörse.

Sie ist Teil der Einführung in die Berufsphase, um am Ende des Schuljahres bewusst einen Platz für das dann anstehende Praktikum gewählt zu haben. Durch die Kontakte der Lehrer des Arbeitskreises werden Vorträge organisiert, eine Pflichtveranstaltung für die Schüler, die aber durchweg gut angenommen werden.

Aufmerksam sitzen die insgesamt 120 Pennäler in den Räumen und verfolgen die abwechslungsreich gestalteten Einblicke in die Berufswelt. Etwa dem von Marc Strämke, Juniorchef von Eltropuls, einem Unternehmen, das Pulsplasma-Technologie zur Oberflächenbehandlung liefert. Er skizziert das Feld des Ingenieurs und legt dabei den Fokus auf drei Aspekte: „Es geht nicht um Naturwissenschaften, es ist durchaus ein Job für Frauen und ich möchte bei allen die Begeisterung für diesen Beruf wecken”, so Strämke.

Das Unternehmen hat Interesse daran, gut ausgebildeten Nachwuchs zu finden, darum sieht Strämke die Einladung zur Berufsbörse als eine „Win-win-Situation”. Ein Absolvent, der im kommenden Jahr sein Abitur an dieser Schule machen wird, hat über einen ähnlichen Weg in das Unternehmen gefunden und einen Ausbildungsvertrag unterzeichnet.

Was in Strämkes Augen problematisch ist, nämlich dass die Schüler nicht nach Interessen in die Vorträge zugeteilt wurden, ist gewollte Absicht vom Arbeitskreis. „In diesem Alter weiß ein Großteil der Schüler noch nicht, wohin es nach der Schule gehen soll”, erklärt Martin Blech, Leiter des Arbeitskreises. „In den Vorträgen bekommen die Schüler bewusst diverse Impulse.”

Dabei werden sowohl unterschiedliche Berufsgruppen berücksichtigt, als auch verschiedene Bildungswege: Ausbildung, Studium, duales Studium. Letzteres findet Sena Dincel besonders interessant. Die 15-Jährige könnte sich „vorstellen, Ingenieurwesen zu studieren”. Nun überlegt sie, das Angebot von Marc Strämke, in seinem Unternehmen ein Praktikum zu machen, anzunehmen.

Diese Berufsvorbereitung wird in der Schule mit den Kooperationspartnern vernetzt. Von der VR-Bank Würselen, der Handwerkskammer Aachen und dem Hauptzoll Aachen sind Ansprechpartner in die Schule gekommen. Neben der gewünschten Bandbreite ist den Lehrern der regionale Bezug zu den Unternehmen und Einrichtungen wichtig. Sie alle wollen gut geschulten Nachwuchs finden, die Schulen haben ein Interesse, ihre Schüler frühzeitig weiter zu vermitteln, ihnen Hilfestellung bei der Findung der eigenen Berufsperspektive zu geben.

Es ist ein Kreislauf, den das Gymnasium seit drei Jahren systematisch entwickelt und im vergangenem Jahr mit einem „Berufsportfolio” in den Grundzügen abgeschlossen hat. Dazu gehört ein schuleigens entwickelter Ordner, in dem die Schüler alle berufsrelevanten Unterlagen sammeln können. Die so entstehende individuelle Übersicht kann auch bei späteren Bewerbungsgesprächen vorteilhaft sein. Ein Teil der Berufsangebote ist - so wie die Berufsbörse - verpflichtend. Andere Veranstaltungen sind freiwillig, Exkursionen etwa, oder der Besuch lokaler Firmen.

Die angestrebte Transparenz ist den Lehrern insbesondere für die Eltern wichtig. „Sie sollen einen Einblick bekommen, wie sich ihr Kind in dieser Hinsicht entwickelt”, erläutert Lehrerin Sarah Tiskens, die ebenfalls Teil des Arbeitskreises ist. Sie bietet den Schülern unter anderem die Arbeitsgruppe „Berufswahl” an; die Nachfrage ist „extrem hoch”, erzählt Tiskens. „Der Bedarf, beraten zu werden, wächst.” Vor dem Hintergrund sind die Lehrer „daran interessiert das Angebot kontinuierlich auszubauen und noch mehr Menschen zusammenzubringen”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert