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Imkern ist angewandter Naturschutz

Von: Elisa Zander
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Imkern ist ein tolles Hobby - das wissen auch Hildegard Mertens, Bruno Weyers, Petra Metz und Sabine Ommerbom. Die kleine Valerie hat auch bereits erste Erfahrungen mit den Insekten gemacht. Foto: Elisa Zander

Würselen. Sie gehören zu den wichtigsten Tieren unserer Erde und dennoch rufen sie durch ihr Erscheinen Panik unter den Menschen hervor: Bienen.

Abgesehen davon, dass die wohl bekannteste unter ihnen, die Honigbiene, uns den goldenen Sirup liefert, bestäuben sie und ihre etwa 100 Arten-Kollegen Blumen und Pflanzen, sodass reichlich Früchte geerntet werden können. Doch damit die Bienen ihrer Aufgabe nachgehen können benötigen sie einen artgerechten Lebensraum. Und der geht immer mehr zur Neige.

„Immer weniger Menschen interessieren sich für das Imkern”, zieht Dr. Bruno Weyers, Vorsitzender des Würselener Bienenzuchtvereins das traurige Resümee. Das Durchschnittsalter der Mitglieder liegt bei 68 - der Nachwuchs fehlt. Dabei sei das Imkern mehr als ein schönes und beruhigendes Hobby, „man unterstützt die Natur und schafft Lebensräume”, erzählt der Biologe. Imkern - das sei angewandter Naturschutz.

Traumhafte Blühstreifen

Eine besondere Art des Lebensraumes hat der Verein auf einem 6000 Quadratmeter großen Ausgleichsbiotop am Euchener Viehweg geschaffen. Vor einem Jahr haben die Vereinsmitglieder begonnen Bäume zu pflanzen. 35 wachsen heute auf der Aufschüttung, ein Großteil stammt aus dem alten, verwilderten botanischen Garten der Aachener Hochschule.

Außerdem ziert die Fläche im Euchener Feld ein gesäter Blühstreifen. Ein herrlicher Blumenpfad ist hier gewachsen. Kornblumen, Borretsch, Buchweizen, Mohn, Sonnenblumen, Senf und Ringelblumen harmonieren miteinander und ergeben eine bunte Farbenpracht. „Der Pfad ist so angelegt, das bis zum Frost immer etwas blüht”, erklärt Bruno Weyers.

Die Idee hat der Verein aus Mössingen, der sich selbst ernannten Blumenstadt. Dort wird jeder freie Streifen der Stadt mit Saatmischungen bepflanzt, sodass keine triste oder kahle Stelle mehr zu sehen ist. „Es wäre ein Traum, wenn wir das auch in Würselen schaffen könnten”, findet Bruno Weyers. Bisher hat der Verein die Idee probeweise - abgesehen von dem Blühstreifen im Feld - auf zwei Flächen in Scherberg ausprobiert.

Das Feedback der Anwohner sei durchweg positiv erzählt Weyers. Außerdem sei die Blütenpracht auch eine Möglichkeit zur Verschönerung des Euchener Ortseingangs. „Für den Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft an dem sich Euchen beteiligt, wäre das eine gute Idee”, sagt Weyers.

Damit die Blumenpracht, die auch ein zuhause für viele Schmetterlingsarten wie den kleinen Fuchs oder das Pfauenauge bietet, weiterhin so gut wächst, sind die Pflanzen auf die Bestäubung durch die Bienen angewiesen. „Hätten wir diese Insekten nicht, würde sich der Lebensraum und die Pflanzenwelt auf der Erde maßgeblich verändern”, erklärt Weyers. So ist der Bestand der Wildbienen seit dem Varroamilben-Befall seit 1983 artengefährdet.

Bis heute hat sich die Problematik gehalten. Fliegt einem Imker ein Bienenschwarm weg und kommt nicht zurück, sondern nistet sich in einen Baum ein, ist die Gefahr groß, dass die Tiere den Winter nicht überleben. Darum setzt sich der Verein intensiv dafür ein und wirbt für das Imkerhobby.

„Es gibt so viele Vereine, die Interessierten die Möglichkeiten erklären und ihnen hilfreich zur Seite stehen”, erzählt Bruno Weyers. Der Würselener Bienenzuchtverein stellt sogar Paten für die erste Zeit bereit. Beispielsweise für Petra Metz, die „Jungimkerin” im Verein.

Sie ist begeistert von den Insekten, die nun im heimischen Familiengarten ein zu Hause gefunden haben. Und auch Töchterchen Valerie hat schon Erfahrungen mit den kleinen Tieren gemacht - „natürlich gab es den ein oder anderen Stich”, erzählt Petra Metz. Doch von den wertvollen Erfahrungen, die das Mädchen in jungen Jahren macht, wird sie ihr ganzes Leben profitieren.

Stand der Bienen müssen beim Veterinäramt angemeldet werden

Wer Interesse hat, selbst zum Hobby-Imker zu werden, sollte verschiedene Punkte beachten.

Man braucht eine geeignete Stelle, wo die Bienen hinkönnen. Das kann auch im heimischen Garten sein. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass sich die Bienen eine Flugbahn suchen. Sollte die über die Terrasse des Nachbarn gehen, kann das zu Konflikten führen.

Ein artengerechter Bienenstock kann gekauft oder selber gebaut werden. Dazu muss man kein Schreiner sein, sagt Bruno Weyers.

Der Stand der Bienen muss beim Veterinäramt angemeldet werden. Es ist eine Vorsichtsmaßnahme. Auch bei Bienen gibt es ansteckende Krankheiten. Zwar sind sie für den Menschen ungefährlich, für die Tiere können sie aber tötlich sein.

Eine Schutzausrüstung sollte jeder Imker haben. Auch ein Stockmeißel ist sinnvoll.

Wer neu in der Imker-Branche ist, sollte sich sinnvollerweise einem Verein anschließen. Der Austausch untereinander ist sehr hilfreich - nicht nur in der Startphase denn selbst nach vielen Jahren bekommen die Mitglieder noch hilfreiche Tipps von Gleichgesinnten.

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