IGBCE: Cinram-Leitung nicht einfach alles glauben

Von: Karl Stüber
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Alsdorf. „Man muss ja nicht alles glauben, was einem der Arbeitgeber so sagt. Der Betriebsrat und die Gewerkschaft werden jetzt erst einmal alles kritisch prüfen.” Das sagt auf Anfrage dieser Zeitung Manfred Maresch, stellvertretender Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau Chemie, Energie (IGBCE), zu dem von Cinram Alsdorf angekündigten Stellenabbau.

Rund 400 Stellen sollen binnen Jahresfrist wegfallen, davon 170 Kollegen der Stammbelegschaft, 230 Leiharbeiter beziehungsweise befristet Eingestellte.

Seit Februar wisse die Cinram Alsdorf GmbH, dass der größte Kunde im Bereich DVD-Produktion, Warner Home Video, wegfalle. Seit Monaten werde der Belegschaft eine Hängepartie zugemutet und zuletzt seitens des mittlerweile ausgeschiedenen Geschäftsführers Frank Hartwig verkündet, in den Sommerferien werde nichts Entscheidendes geschehen.

Wenig später sage dagegen dessen Nachfolger Klaus Schramm wie „der Phönix aus der Asche”, die Personalanpassung solle „am besten schon gestern” umgesetzt sein, zürnt Maresch.

Deshalb habe der Betriebsrat jetzt erst einmal Unterlagen von der Firmenleitung angefordert, um zum Beispiel die wirtschaftliche Notwendigkeit der gravierenden Reduzierung der Belegschaft um ein Drittel zu prüfen. Verknüpft sei dies mit einer Reihe von Fragen. Welche Bereiche und welche Berufsgruppen seien wie betroffen? Welche Berechnungen liegen dem zugrunde?

Maresch ruft in Erinnerung, dass bereits nach Bekanntwerden des Absprungs von Warner Home Video die Firmenleitung kontinuierlich mit dem Stellenabbau begonnen habe. „Da sind bereits eine Menge Leute weg.” Am Ende des Anpassungsprozesses sollen laut Unternehmen nur noch knapp 900 Mitarbeiter am Standort Alsdorf übrig bleiben.

Erst wenn die Geschäftsführung den Fragenkatalog der Arbeitnehmervertretung abgearbeitet habe, wolle der Betriebsrat in konkrete Verhandlungen einsteigen.
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