Hubert Hoffmann brilliert auf Klais-Instrument

Von: Christoph Hahn
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Begeisterte sein Publikum mit
Begeisterte sein Publikum mit Werken aus drei Jahrhunderten und sechs Ländern: Hubert Hoffmann an der Klais-Orgel von St. Lucia zu Weiden. Foto: Christoph Hahn

Würselen. „Einfach mal vorführen, was es hier für eine tolle Orgel gibt.” Das wollte Hubert Hoffmann (68), der das 1956 vollendete Instrument des Bonner Herstellers Klais in dem Weidener Gotteshaus St. Lucia seit vier Jahren spielt, mit seinem jüngsten Konzert den Mitmenschen ins Bewusstsein rücken.

Er hat es geschafft - mit Werken aus drei Jahrhunderten und sechs Ländern. Der Zuspruch indes war schmal: Gerade mal 18 Zuhörer verloren sich, Gattin und Tochter des Solisten sowie den Berichterstatter inbegriffen, in den Weiten der neugotischen Kirche. Aber dafür war die Kunst groß, und der strahlende Klang des von Hubert Hoffmann kunstreich bedienten Instruments füllte die vielen Zwischen- sowie Leerräume auf das Trefflichste.

Mit großer Geste eröffnete der Kirchenmusiker die Programmfolge und entlockte der Orgel mit vier Sätzen aus einer Suite des Franzosen Louis Nicolas Clerambault (1676-1749) den ganzen Glanz des Barock. Überhaupt schien ein sorgfältiges Ausleuchten der Klangfarben und der Wunsch, den Raum zum Strahlen zu bringen, dem ausführenden Künstler sehr am Herzen zu liegen.

So wie er das h-Moll-Concerto von Bachs Zeitgenossen und Vetter Johann Gottfried Walther (1684-1749) klar und flüssig strukturierte, so sehr leuchtete er das prächtige „Thema mit Variationen” des Niederländers Hendrik Andriessen (1892-1981), ein Werk zwischen Spätestromantik und neuer Tonalität, Max Regers Miniatur „Pfingsten” und die „Hymne au soleil” des großen Louis Vierne (1870-1937) mit allen Facetten aus.

Effektreicher Schlusspunkt

Daneben fehlten nicht die stilleren Werke - etwa die „Meditation on Stracathro” von William Lloyd Webber, dem Vater des Musical-Komponisten Andrew Lloyd Webber, oder „Choral dorien” von Jehan Alain (1911-1940), die Hubert Hoffmann trotz des intimen Charakters dieser Schöpfungen für die Zuhörer berührend und damit wirkungsvoll darzustellen wusste.

Mit dem letzten Programmpunkt, der Toccata über das Geläut des St. Gallener Domes des Schweizers Paul Huber (1918-2001), wusste der Organist einen effektreichen Schlusspunkt zu setzen.

Mit einer Zugabe, einem Marsch von William Lloyd Webber, bedankte sich Hoffmann dann für den herzlichen Beifall des Publikums.
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