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Hospizbegleiter: Wichtig für Sterbende und Angehörige

Von: ath
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Das persönliche Gespräch, hi
Das persönliche Gespräch, hier mit Kollegin Iris Demmer, ist Stephanie Eßer (rechts) ganz wichtig: Sei es bei Interesse an der Teilnahme, während des Kurses oder später in der ehrenamtlichen Hospizarbeit. Foto: Thomas

Alsdorf. „Keiner muss allein sein”, sagt Stephanie Eßer, die Leiterin des ambulanten Hospizdienstes St. Anna in Alsdorf. Mit ihrem Team aus derzeit 30 ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen ist sie für Schwerstkranke und ihre Angehörigen da, begleitet sie auf dem letzten Weg.

Eine Aufgabe, die Kraft kostet, aber jedem, der sie übernimmt, auch unendlich viel zurückgibt, so die Erfahrung von Iris Demmer. Sie hat vor einigen Jahren den einjährigen Kurs zur Hospizbegleiterin gemacht und arbeitet seitdem für den Alsdorfer Dienst. Allein seien auch die Hospizbegleiterinnen nicht, sowohl während des Kurses als auch danach. „Wir sind gut betreut und eingebunden”, sagt sie.

Toleranz ist nötig

Das Thema habe sie schon immer interessiert, weshalb sie sich für die Ausbildung entschieden habe. Etwas, das sie nicht bereut hat. „Der Kurs hat mich verändert.” Immer wieder gehe man dabei auf sich selbst zurück, wie sieht es in mir aus, lerne mit der eigenen Geschichte umzugehen. Das und die Begegnungen mit den Menschen, ihnen ein Stück zur Seite stehen zu können in dieser schweren Zeit, empfindet Iris Demmer als Bereicherung. Dabei unterstützt und begleitet Stephanie Eßer als Koordinatorin auch die Gruppe. „Diese ehrenamtliche Arbeit ist etwas ganz Besonderes und ist nicht mit Gold aufzuwiegen”, sagt Stephanie Eßer über ihre Hospizbegleiter.

Damit die Begleiterinnen sich auch immer wieder ihre Auszeiten nehmen können, die nötig sind, um diesen Dienst zu versehen, freut sich die Leiterin stets über Menschen, die bereit sind, sich auf diese anspruchsvolle Aufgabe einzulassen. Im April startet daher ein neuer Befähigungskurs, zu dem Interessierte sich ab sofort anmelden können.

Der Kurs vermittelt den Teilnehmern neben Praxiswissen über Pflege, Schmerztherapie etc. vor allem das nötige Rüstzeug zum Umgang mit Sterbenden. „Wichtig ist Offenheit und die Bereitschaft, sich mit den eigenen Abschieden und Verlusten auseinanderzusetzen”, erklärt Stephanie Eßer. Hospizbegleiter müssten die Fähigkeit entwickeln, sich zurückzunehmen, was uns Menschen erfahrungsgemäß schwer falle. „Man braucht Toleranz, muss einen Menschen so annehmen, wie er ist”, so Iris Demmer. Das müsse man üben, es lohne sich aber.

Auch wenn Stephanie Eßers Bedarf nach Ehrenamtlichen steigt, weil die Nachfrage nach dem Dienst wächst, im Vordergrund stehen für sie die Menschen, die begleitet werden ebenso wie die, die begleiten. Es brauche daher niemand Angst zu haben, sich mit dem Kurs sofort fest als ehrenamtliche Hospizhelferin oder -helfer zu verpflichten. „Am Ende des Kurses werten wir gemeinsam aus und gucken, wo jemand arbeiten möchte”, erklärt Stephanie Eßer. Es gebe viele Wege, den Dienst zu unterstützen. Auch würden die neuen Hospizbegleiter und -begleiterinnen über den Kurs langsam an die Aufgaben herangeführt, begleiteten in dieser Zeit eine der Ehrenamtlichen, um zu entscheiden, kann ich das oder nicht.

Ansprechpartner

„Was sie tun, ist so wichtig für die Sterbenden und die Angehörigen. Sie sind Ansprechpartner für beide und können so Aussprachen oder Entwicklungen anstoßen, die sonst aus Angst nicht stattfänden”, macht Stephanie Eßer Interessierten Mut. Etwas, dass auch Iris Demmer nur unterstreichen kann. „Über den Kurs und die Begleitungen entwickelt man Haltung und Selbstbewusstsein.” Der neue Befähigungskurs startet Ende April und geht über ein Jahr hinweg.

Er gliedert sich in Grundkurs, praktischen Teil und Vertiefungskurs. Anmeldungen sind ab sofort möglich. Mit dem Thema ehrenamtliche Hospizbegleitung, beschäftigt sich auch das nächste Hospizforum am 14. März, 19 Uhr, im Seniorenzentrum St. Anna, Bettendorfer Straße 30, Alsdorf. Anmeldung erbeten unter Telefon 02404/ 9877423 montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr.
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