Herzogenrath - Herzogenraths Hallenbäder sind Sanierungsfälle

Herzogenraths Hallenbäder sind Sanierungsfälle

Von: Elisa Zander
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Zwei Bäder, ein Urteil: Beide Einrichtungen müssen grundlegend erneuert werden. In Kohlscheid wird der Investitionsrahmen höher sein als in Mitte. Fotos: Elisa Zander
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Zwei Bäder, ein Urteil: Beide Einrichtungen müssen grundlegend erneuert werden. In Kohlscheid wird der Investitionsrahmen höher sein, als in Mitte. Fotos: Elisa Zander

Herzogenrath. Von „Zumutung“, „Schock“ und „großem Entsetzen“ war die Rede. Die Aussprache im Ratssaal war emotional. „Es ist eine Katastrophe! Vor zweieinhalb Jahren haben wir das Bad besichtigt und einen Maßnahmenkatalog erstellt. Es wurde versichert, alles wäre in Ordnung. Jetzt stelle ich fest, dem ist nicht so.“ Richard Telöken (FDP) schüttelte in der Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses nahezu fassungslos den Kopf.

„Wir fragen uns, warum für so etwas keine Rücklagen gebildet werden, denn jetzt stehen umfassende Maßnahmen an.“ Maßnahmen an beiden Hallenbädern in der Rodastadt: Sowohl das Schwimmbad in Herzogenrath-Mitte, Bergerstraße, als auch in Kohlscheid, Zellerstraße, müssen umfänglich saniert werden.

Die Kleine Kommission Bauangelegenheiten hatte den baulichen Zustand der öffentlichen Bäder in Augenschein genommen. „Ich wollte damit einen Stein anstoßen“, sagt der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda, der „froh“ ist, dass es zu einer größeren Aussprache kam, denn man wollte „nichts unter dem Deckel halten“. Und so wurde nach dem gefühlsbetonten Austausch sachlich diskutiert.

Der Sachstand: Das Hallenbad Bergerstraße wurde vor einigen Jahren umfangreich saniert. Ein Edelstahlbecken wurde installiert. Nun muss jedoch die abgehängte Decke abgenommen werden, um die Unterkonstruktion zu prüfen. In diesem Zusammenhang wäre es möglich, eine zeitgemäße Beleuchtung einzubauen, zum einen wegen energetischer, zum anderen wegen ästhetischer Aspekte.

Kontinuierlich gearbeitet

In Kohlscheid wurde in den vergangenen Jahren – entgegen des Eindrucks der Parteien – kontinuierlich gearbeitet, betont Rolf-Peter Kalmbach, Fachbereichsleiter Bau und Betrieb. „Die Mittel wurden komplett eingesetzt, aber Schwimmbadtechnik ist teuer.“ Die gewöhnliche Nutzungsdauer eines Hallenbads liege zwischen 30 und 60 Jahren – das Bad in Kohlscheid ist beinahe 40 Jahre alt.

Dass es keinen Sinn macht, nur einen Teil der notwendigen Maßnahmen anzugehen, darin waren sich die Ausschussmitglieder einig. „Aber bevor man da jetzt noch einen Euro in die Hand nimmt, sollte sich ein Gutachter das ansehen, denn das ist das Geld unserer Bürger, das da rein gesteckt wird“, sagte Dieter Gronowski (CDU). Dieser Meinung ist auch Migenda. „Es macht keinen Sinn, die Technik zu erneuern, etwa die Heizung, dann aber nichts an der Dämmung zu tun.“

Doch das ist längst nicht alles. Am Schwimmbecken muss die Dichtung komplett erneuert werden, es tritt bereits Wasser in die Räumlichkeiten darunter aus, durch das sich ein fünf Zentimeter langer Kalkfaden an der Decke gebildet hat. Die tragende Stahl-Skelett-Konstruktion benötigt im unteren Bereich ebenfalls eine Erneuerung – Wasser und Salze sind in den vergangenen Jahren in das Material eingetreten. Die Aufhängungskonstruktion muss komplett erneuert werden und vermutlich auch die Holzbinder. Schließlich muss das Gebäude auf den aktuellen energetischen Stand gebracht werden, das betrifft Wände, Fenster und das Dach. Alles Maßnahmen, deren Umsetzung erforderlich ist.

Ob die Saunen – in beiden Hallenbädern sind sie außer Betrieb gesetzt – saniert und wieder ins Angebot genommen werden, muss diskutiert werden. Eine Sanierung der Sauna vor weiteren Maßnahmen am Hallenbad sei nicht sinnvoll, da die Technik beider Anlagen zusammenhängt.

Einen Kostenrahmen für alle notwenigen Maßnahmen konnte die Verwaltung im Ausschuss noch nicht nennen. Der sollte aber, so der Wunsch von Toni Ameis (Die Linke) „noch vor den Haushaltsberatungen 2014 bekannt werden“. Erste Schätzkosten sollen im Januar bekannt gemacht und bis Mitte 2014 eine valide Planung aufgestellt werden mit dem Ziel, 2015 mit den Arbeiten beginnen zu können.

Ob bei den vielen Baustellen am Standort Kohlscheid ein Abriss nebst Neubau einer Grundsanierung vorzuziehen wäre, will keiner ausschließend – aber auch nicht forcieren. Gleiches gilt für den zeitlichen Ablauf der Arbeiten. Denn Vereine, Schulschwimmen, Gruppenangebote wären betroffen und müssten zumindest eingeschränkt werden. Darum überlegte der Ausschuss, die Sanierungsarbeiten nacheinander anzugehen, um zumindest einen Teil der Schwimmmöglichkeiten aufrechtzuerhalten.

„Sachgerecht, mit der Verwaltung und mit Spezialisten“, so sagte Reimund Billmann (CDU), will der Ausschuss das Thema angehen, denn die Entscheidung, die getroffen werden muss, ist hart.

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