Herzogenrath wettet gegen Karlheinz Böhm

Von: Anja Klingbeil
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Was in den Topf kommt? Christo
Was in den Topf kommt? Christoph von den Driesch (l.) hofft, dass er die Wette gewinnt. Falls nicht, wird beim Kochen das Tellerrand-Team - Hermann Knopik (v.l.), Wilfried Hammers, Nicole Martin und Bernhard Ruhl - helfen. Foto: Anja Klingbeil

Herzogenrath. Bürgermeister Christoph von den Driesch am Herd - ob das den Herzogenrather Bürgern wirklich mundet? Nein, sagt von den Driesch ganz klar. Denn Kochen ist so gar nicht seine Sache. Sein Appell an die Bürger seiner Stadt fällt deshalb umso deutlicher aus: „Helft mit, dass wir die Städtewette gewinnen.”

Die Wette auf http://www.menschenfuermenschen.de liest sich wie folgt: „Ich wette, dass jeder dritte Einwohner unserer Stadt bis zum 9. Juni einen Euro für Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe spendet!” 15.593 Euro müssen also zusammenkommen. Sollte das nicht gelingen, lädt Chefkoch von den Driesch seine Bevölkerung auf den Ferdinand-Schmetz.

Im Mai 1981 ging Karlheinz Böhm in der Sendung „Wetten, dass....?” mit dem Publikum eine Wette ein, die bis heute unvergessen ist: Er wettete, dass nicht einmal jeder dritte Zuschauer eine D-Mark für notleidende Menschen in der Sahelzone spenden würde. Der Schauspieler versprach, er würde selbst nach Afrika gehen, wenn er die Wette verliere. Böhm gewann, rund 1,7 Millionen D-Mark kamen zusammen. Mit der Städtewette 2011 lässt der Gründer der Äthiopienhilfe „Menschen für Menschen” zum 30-jährigen Bestehen seiner Organisation die Wette wieder aufleben. Er und seine Frau Almaz würden nichts lieber als verlieren, um den Kindern in Äthiopien zu helfen. Ihr Wetteinsatz ist ein afrikanischer Kultur-Event für die Stadt.

Insgesamt 24 Städte aus Deutschland wetten gegen das Ehepaar Böhm. Neben Herzogenrath unter anderem auch die Stadt Aachen. „Wäre doch gelacht, wenn wir nicht besser sind als unsere Nachbarn”, sagt von den Driesch. Falls er doch den Kochlöffel schwingen muss, steht ihm der Verein „Tellerrand” zur Seite. Der feiert in diesen Tagen sein zehnjähriges Bestehen. Eigentlich wollten die Verantwortlichen zu diesem Anlass ein Kochbuch herausgeben. Doch es gab eines, in dem der Vereinsname vorkam. „Über den Tellerrand hinaus”, herausgegeben von Karlheinz Böhms Stiftung. Schon war der Kontakt hergestellt. Von den Driesch stellte sich gleich als Wettpate zu Verfügung. Nicht zuletzt, weil Karlheinz Böhm 2004 mit der Martin-Buber-Plakette ausgezeichnet wurde.

Nun liegt es an den Rodastädtern: In den Sparkassen, bei der Stadtverwaltung und beim Tellerrand liegen Überweisungsträger aus, die eine passgenaue Überweisung ermöglichen. Ansonsten muss Folgendes angegeben werden: Menschen für Menschen, Verwendungszweck: Städtewette Herzogenrath, Kontonummer 1070813371, Sparkasse Aachen, BLZ 39050000. Zudem gibt es eine Spendenhotline Tel. 09001-30113022 (1 Euro wird automatisch per Telefonrechnung abgebucht). Ab dem 15. Mai können die Spendenstände tagesaktuell unter http://www.staedtewette.de abgerufen werden.

Wettpate von den Driesch hofft, dass viel Geld zusammenkommt: „Ich gönne es keinem, etwas essen zu müssen, was ich gekocht habe.”

Offizier des Ordens von Oranje-Nassau darf sich Bürgermeister Christoph von den Driesch ab sofort ganz offiziell nennen. Diese hohe Auszeichnung, ähnlich dem Bundesverdienstkreuz, wurde ihm nun angetragen.

Der königlichen Familie hat der Besuch in Herzogenrath offenbar so gut gefallen, dass von den Driesch diese Ehre zuteil wurde.

Doch er sagt ganz klar: „Der Dank gilt allen Mitarbeitern und Bürgern, die die Königin empfangen haben. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken.”

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