Herzogenrath - Herzogenrath: Interessanter Fußgängercheck

CHIO-Header

Herzogenrath: Interessanter Fußgängercheck

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
6386820.jpg
Nicht daran gedacht: Hinweise auf Leckeres für Fußgänger an der Südstraße können für Rollstuhlfahrer oder Mütter mit ihren Kinderwagen zu einem wenig erfreulichen Hindernis an der ohnehin engen Straße werden. Foto: Markus Bienwald
6386822.jpg
Annemarie Clermont-Karow von der Verwaltung, der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda, Mirjam Küpper von der Verwaltung, sowie Theo Jansen und Lena Weisheit (v.l.) vom Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) zeigen die neuen Flyer, die bei Kraftfahrern darum werben, nicht einfach auf Rad- oder Fußwegen zu parken. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Heutzutage kaum mehr vorstellbar, galt in den 1960er- und 1970er-Jahren die Idee von der autofreundlichen Stadt als das Non plus ultra. Breite Straßen mussten her, Parkflächen wurden geschaffen, Bordsteine zur Abgrenzung der Trassen angelegt und an Fußgängerzonen kein Gedanke verschwendet.

Wie wichtig diese in historisch gefärbten Erinnerungen erlebte Epoche auch in Sachen Fußgängercheck heute in Roda ist, zeigte bei der Vorstellung der Ergebnisse dieses 2011 gestarteten VRS-Pilotprojektes der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda auf (siehe Infobox). „Eine kleine Stufe von gerade einmal drei Zentimetern Höhe kann schon eine Hürde darstellen“, machte er klar.

Natürlich lässt sich aus planerischen und vor allem finanziellen Gründen eine fußgängerfreundliche Umgebung in einer historisch gewachsenen Stadt nur schwer umsetzen, machte er deutlich. „Vieles ist nicht sofort machbar, muss mittel- oder langfristig angelegt werden“, ist er sicher.

Für ein Umdenken sorgen

Doch hier könne auch ein Umdenken in den Köpfen der Menschen einen entscheidenden Schritt bedeuten. So wurde gleichzeitig mit dem Ende der Projektteilnahme ein Flyer vorgestellt, der Kraftfahrern verdeutlichen soll, dass Rad- und Gehwege freigehalten werden müssen, um Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit den notwendigen Raum zu lassen. Die Bürger müssten den Blick dafür entwickeln, wie jemandem, der nur eingeschränkt mobil ist, geholfen werden kann, bekräftigte Migenda.

„Es müssen nicht immer die großen Dinge sein“, fand auch Annemarie Clermont-Karow die den Fußgängercheck von Verwaltungsseite aus begleitet hat. Bestes Beispiel dafür sei die Entfernung eines Pollers an einer Engstelle der Südstraße in Kohlscheid. Diese Straße, deren Überplanung demnächst auf der Agenda stehen könnte, bot ohnehin viel Angriffsfläche für die am Projekt Beteiligten. So sind dort die Bürgersteige sehr schmal und werden durch die vielen anliegenden Geschäfte gerne auch als schneller, wenn auch unerlaubter Parkraum genutzt.

Im Alterssimulationsanzug

Mit Alterssimulationsanzug, einem schweren Koffer und Rollator zogen in den vergangenen Monaten verschiedene Gruppen durch die Stadt, die sich für ein fußgängerfreundliches Herzogenrath interessieren. So wurden in Merkstein auf der einen Straßenseite abgesenkte Bordsteine entdeckt, bei denen aber das Pendant auf der gegenüberliegenden Seite fehlt.

Auch die Position der meist ohne Gedanken an Rollstuhlfahrer oder Mütter mit Kinderwagen abgestellten Abfallbehälter auf den Gehwegen war ein Thema, ebenso wie das rücksichtslose Verhalten von Kraftfahrern, die ihre zwei oder vier Räder so aufstellen, dass beispielsweise mit einem Rollstuhl kein Durchkommen mehr ist. Mitglieder der Senioren- und Behindertenvertretungen in der Stadt machten auf diese Mängel aufmerksam, zu denen auch die für die Geschäftsinhaber selbstverständlichen, für Gehbehinderte aber weniger erfreulichen Gehwegaufsteller für Werbung gehören.

Es sind also viele Baustellen, die in Sachen Fußgängerfreundlichkeit angegangen werden müssen, Erste Lösungsansätze im Stadtgebiet seien aber schon erkennbar, da waren sich alle einig. Dennoch müsse auch mit Blick auf den viel zitierten demographischen Wandel Rodas Freundlichkeit für Fußgänger und die Fortbewegung mit Hilfsmitteln generationenübergreifend zum Thema werden.

„Dazu sind wir auf Input angewiesen“, betonte Ragnar Migenda, der zusicherte, dass bei künftigen Planungen und Umbauten der Fokus auch auf diesem Punkt liegen soll. „Das Ende des Modellprojekts ist kein Schlusspunkt, sondern ein Einstieg in die zukünftigen Planungen“, schloss Migenda.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert