Heiratsmarkt mit dem Zaubertrank manipuliert

Von: Sigi Malinowski
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Wird nun geheiratet oder nicht!? Da soll man nicht zur Flasche greifen. Der „Theaterstadl” fand in der Alsdorfer Stadthalle trotz großer Wehmut aufgrund des Fehlens von Peter Steiner mit der Komödie ein dankbares Publikum. Szenenfoto mit (v.l.) Erna Waßmer, Rupert Pointvogel und Heike Augsberger. Foto: Sigi Malinowski

Alsdorf. Die Bearbeitung des Stückes hatte der Urbayer Peter Steiner noch selbst in den Händen. Die Uraufführung des „Wundertrankerls” erlebte der Chef jedoch nicht mehr mit. Zwei Tage vor Weihnachten erlag der multifunktionelle Charakterdarsteller Peter Steiner einem Herzinfarkt.

Tochter Gerda Steiner und das Ensemble des „Theaterstadls” führen das Lebenswerk des auch durch TV-Shows wie der „Stanglwirt” oder der „Heimatmelodie” bekannten Mannes fort.

„Wir werden alle geplanten Aufführungen stattfinden lassen, um die Arbeit vom Papa im Herzen des Publikums weiterleben zu lassen”, stellte Gerda Steiner heraus. In der Alsdorfer Stadthalle amüsierten sich im Anschluss mehr als 700 Besucher über das Lustspiel „Das Wundertrankerl”.

Trotz vieler Fernseherfolge war Peter Steiner stets ein Mann des Theaters geblieben, das er kontinuierlich ausbaute und das über mehrere Jahrzehnte zu einem stabilen Familienunternehmen heranwuchs. Zuletzt hatte es das Darstellerteam aber ungleich schwerer als in früheren Zeiten. Durch das Ableben des Chefs mussten die Rollen neu verteilt, das Stück im Grunde zweimal aufgeführt werden. Ein Stück, das ganz auf Peter Steiner zugeschnitten ist, wäre aus Pietät nicht vertretbar gewesen, hieß es im Theater.

In Eile uminszeniert

Also waren die Schauspieler besonders gefordert. Die Plackerei hatte sich gelohnt: Alsdorfs Publikum bestätigte das mit großer Zufriedenheit. Dabei war im Theaterstadl mit Jahresbeginn große Eile geboten. Eigentlich hatte man die Uraufführung des Wundertrankerls erst für Mitte März vorgesehen.

Dass Peter Steiner kaum ersetzbar ist, damit arrangierte sich das Alsdorfer Publikum. Willi Thelen aus Bardenberg grinste in der Pause: „Ich mag, wenns bayerisch drunter und drüber geht. Der Stadl hat von seiner Urtümlichkeit nichts verloren, auch wenn man schon deutlich merkt, dass Peter Steiner nicht mehr dabei ist”.

Zwei Stunden und drei Akte dauerte es, bis Bauernsohn Peter (Jörn Hinrichs) seine Absichtserklärung gegeben hatte, endlich heiraten zu wollen. Doch vorher waren einige Bockigkeiten und die Faul- sowie Dummheit des jungen Haberleitners auszutreiben, der dauernd vom Schlaf, aber weniger von den „Weibsbildern” angetrieben schien.

Der staatse Bauer Florian Haberleitner, Peters alleinstehender Vater, konnte sogar vom Luxus leben, mehrere Kandidatinnen zur Auswahl zu haben. Dazu zählte auch die Magd Zenzi, gespielt von Gerda Steiner. Doch: Eine Ehe ist nirgendwo so richtig im Anmarsch, also werden härtere Geschütze aufgefahren. Dorfapotheker Schimmelreiter komponiert ein Gebräu, eben das Wundertrankerl, mit dem nicht jede(r) so richtig umgehen kann und das vor allem nicht für alle Münder gedacht war.

Mehr Fans als die Münchener

Es geht drunter und drüber auf dem Heiratsmarkt, zumal das Zaubergetränk eingangs auch noch an der fleißigsten Legehenne ausprobiert worden war. Die Bayern aus dem Stadl Steiner hatten an diesem Abend in Alsdorf offenbar mehr Fans, als es der FC von der Säberner Straße, Bayern München, je haben wird.
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