Heimatkundler nehmen Haaren und Würselen ins Visier

Von: ehg
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Gemeinsame Exkursion in die gemeinsame Vergangenheit: Der Heimatverein Haaren/Verlautenheide und der Geschichtskreis der Pfarre St. Sebastian hatten eingeladen. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Die Ortschaften Haaren/Verlautenheide und Würselen haben eine lange gemeinsame Geschichte. Trotz der schlimmen Kriegswirren in der Vergangenheit haben viele interessante Sehenswürdigkeiten die Zeiten überdauert. Bei einer gemeinsamen Rundfahrt des Heimatvereins Haaren/Verlautenheide und des Geschichtskreises der Pfarre St. Sebastian wurden Vergangenheit und Gegenwart der Orte ins Rampenlicht gerückt.

Gleichzeitig lernten sich die 50 Teilnehmer auf der Fahrt und beim gemeinsamen Mittagessen im „Klosterstübchen“ näher kennen. Franz-Josef Häuser und Helmut Vondenhoff hatten die Rundfahrt durch Haaren/Verlautenheide geplant. Ab der Stadtgrenze übernahm Würselens Stadtführer Rolf Rüland die „Reiseleitung“. Sie stiegen dabei auch tief in die Geschichte ein.

Beide Dörfer waren ab der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts Teile des Aachener „Aachener Reiches“. Die Orte links der Wurm (Laurensberg, Orsbach, Vaals und natürlich Aachen) gehörten dem Bistum Lüttich und die „Quartiere over Worm“ (Haaren, Würselen und Weiden) der Diözese Köln an.

Gemeinsame Bürgermeister

Streitereien um den Reichswald gab es ab dem 17. Jahrhundert zwischen Weiden, Würselen, Haaren und Jülich. Sankt Sebastian war die Mutterkirche dieses Bezirks. Am 13. Oktober 1623 wurde Haaren zur Pfarre erhoben und von Würselen abgezweigt. Die Einsetzung der Pfarrer oblag der Pfarre St. Sebastian. Mit der Einrichtung der selbstständigen Pfarre Haaren wurde auch ein eigenes Sendgericht dort erstellt. Vorsitzender des Haarener Sends war jedoch der Pfarrer von Würselen. Das Sendgericht endete in der Franzosenzeit 1799. Die Kirche zu Würselen verfügte noch Jahre danach über „Landstücke“ auf Haarener Gebiet.

Vor der Kommunalen Neugliederung von 1972 wurden bezüglich Quinx und Strangenhäuschen die Grenzen zwischen Haaren und Würselen „reguliert“. Wie weiter auf der Rundfahrt zu erfahren war, waren das Haarener Kreuz und der Baumeister Heinrich van Kann Bindeglieder zwischen beiden Orten. Aber auch Pfarrer Wilhelm Rheindorf, erst Rektor und später Pfarrer an St. Marien zählt dazu.

Die Verwaltung von Würselen und Haaren lag in Personalunion von 1878 bis 1903 in die Händen von Bürgermeister Philippy. Er hatte seinen Wohnsitz in Haaren und hielt nur wöchentlich eine Sprechstunde in Würselen ab. Auch die Bürgermeister-Vorgänger im Amt, Sebastian Kind, wohnhaft in Würselen, genauso wie Franz Edmund Quadflieg (1851-1878), waren Bürgermeister der beiden Gemeinden.

Die Rundfahrt fand bei den Teilnehmern beider Orte großen Anklang. Fest steht danach, dass die Zusammenarbeit mit dem gemeinsamen Mittagessen nur ein vorläufiges Ende fand...

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