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Heftige Kritik wegen Sportstätten-Gebühr

Von: ehg
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Mängel, Schäden, Schließungen: Tristesse und schlechte Stimmung herrscht in der Würselener Sportlandschaft nicht zuletzt wegen des großen Sanierungsbedarfs städtischer Hallen wie der an der Parkstraße sowie der Sportstätten-Benutzungsgebühr. Foto: Holger Bubel

Würselen. „Wir müssen die Nachhaltigkeit des Sportes in unserer Stadt auf gesunde Füße stellen“, appellierte Bürgermeister Arno Nelles auf der Jahreshauptversammlung des Stadtsportverbandes (SSV) an die äußerst zahlreich im VfR-Heim versammelten Vereinsdelegierten, „an einem Strang zu ziehen“. Angesichts der anstehenden Sportstätten-Benutzungsgebühr fand er so gut wie kein Gehör.

Vielmehr ernteten er und Stadtkämmerer Ludwig Bremen, der die Notwendigkeit dieser notwendigen Maßnahme mit Zahlen untermauerten, heftige Kritik. Mit dem ehemaligen Technischen Beigeordneten der Stadt Würselen, Ulrich Bergmann, lieferte er sich in der vom stellvertretenden Vorsitzenden Manfred Neuhs geleiteten Versammlung – Vorsitzender Kuckelkorn war wegen Krankheit verhindert – einen heftigen Schlagabtausch. Nicht nur die Einführung der Benutzungsgebühr wurde von den Delegierten kritisch auf den Prüfstand gestellt. Vielmehr übten sie auch Kritik daran, dass von den Vereinen beanstandete Mängel – vor allem in den Hallen – nicht umgehend abstellt werden. Auch an dieser Stelle könne man Kosten einsparen, hieß es.

„Wir stehen seit 2002 unter der Knute der Kommunalaufsicht“, erläuterte Kämmerer Bremen, dass die Stadt keine andere Wahl gehabt habe, als auch die Sportler zur Kasse zu bitten. Im Rahmen des Stärkungspaktgesetzes bekomme sie vom Land nicht 3,4 Millionen Euro im Jahr „geschenkt“. Sie müsse als Gegenleistung eine Reihe von Auflagen erfüllen. So müsse bis 2016 das Defizit auf Null zurückgefahren werden und bis 2021 die Landeshilfe abgebaut werden. Was heiße: „2021 muss Würselen wie viele andere Städte in NRW einen ausgeglichenen Haushalt aus eigener Kraft vorlegen.“ Wenn die Auflagen nicht erfüllt würden, dann werde ein so genannter Sparkommissar das Schicksal der Stadt in die Hand nehmen. Und der werde – so Ludwig Bremen – kurzen Prozess machen und die Grundsteuer B auf 800 Prozentpunkte anheben. Den Sport auf dem derzeitigen Niveau zu halten, dürfe nicht zu teuer werden, sprach der Kämmerer die Vernunft der Funktionäre an. Sein Wort: „Wir wollen den Sport nicht noch mehr belasten.“ Auch wenn noch 72 000 Euro fehlten. Vorwürfe an den Vorstand des Stadtsportverbandes wies Ehrenmitglied Peter Kremer zurück: „Wir haben uns stark gemacht für ein verwaltungsfreundliches und kostenneutrales System.“ Nelles machte keinen Hehl daraus, dass er statt der beschlossenen mitgliederbezogenen lieber eine nutzungsorientierte Gebühr eingeführt hätte. Dass weiterer Diskussionsbedarf bestehe, stand bei ihm außer Zweifel.

Probleme mit den Hallen

Den Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden trug Geschäftsführerin Alexandra Thevis vor. Darin sprach Kuckelkorn neben dem Problem der Benutzungsgebühren vor allem die Hallensituation an. „Sanierung und Modernisierung unserer Sportstätten sind uns wichtig“, hoffte er darauf, dass künftig nicht mehr mehrere Hallen gleichzeitig geschlossen werden müssten. Die 400-Meter-Umlaufbahn stehe beim SSV an erster Stelle in der Prioritätenliste, die Pläne für die Anlage von Kunstrasenplätzen sollte weiter diskutiert werden. Wissend, dass die Projekte nicht von heute auf morgen realisiert werden können. Dass mit Unterstützung der Sparkasse und der VR-Bank Projekte im Jugendbereich auf den Weg gebracht werden konnten, begrüßte Kuckelkorn sehr. Er hoffe, dass auch in diesem Jahr der eine oder andere Verein ein solches Projekt auf die Beine stelle. Den Pakt für den Sport nicht aus dem Auge zu verlieren, mahnte Kuckelkorn bei der Verwaltung an.

Dass der SSV finanziell gesund ist, war dem Bericht von Kassenwartin Helga Sturm zu entnehmen, die ein Jahr lang kommissarisch die Kassengeschäfte geführt hatte. Eine sorgfältige Arbeit attestierte ihr Prüfer Karl Heindrichs, so dass sie einstimmig entlastet werden konnte.

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