Würselen - Heftige Debatte um Grundschulen im Stadtrat Würselen

Heftige Debatte um Grundschulen im Stadtrat Würselen

Von: Verena Müller
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Würselen. Hoch her ging es in der vergangenen Ratssitzung der Stadt Würselen nicht nur in der Diskussion um einen Gesamtschul-Neubau, sondern auch bei einem anderen Schulthema. Nämlich den Grundschulen.

Wie viele Klassen gebildet werden und vor allen Dingen wo, war der Dreh- und Angelpunkt. Aus Sicht der CDU hätte man längst einen Schritt weiter sein können und müssen, was eine Bedarfsplanung und ein Vorhalten von Klassenräumen beziehungsweise ein Anschieben von notwendigen Sanierungsmaßnahmen anbelangt. Sie warf der Verwaltung Verzögerungstaktik vor. Man brauche jetzt dringend einen Beschluss.

Die SPD entgegnete, man könne beschließen, was man wolle, ohne die nötigen Haushaltsmittel passiere gar nichts. Und die Einschätzung von Ernst & Young, die Realschule Tittelsstraße sei als Gesamtschul-Standort ungeeignet, bedeute nicht, dass der Bau für eine Grundschule ebenso auszuschließen sei. Alleine schon wegen der unterschiedlichen Dimensionen und Anforderungen.

„Das soll jetzt mal vernünftig untersucht werden, dann nehmen wir das Ergebnis mit in die Haushaltsberatung und dann entscheiden wir, was die beste Lösung ist“, warb der Fraktionsvorsitzende Christoph Küppers. Und appellierte, das südöstliche Stadtgebiet dürfe unter keinen Umständen benachteiligt werden.

Das Realschulgebäude ist aus Verwaltungssicht zum größten Teil abbruchreif, vom aus dem Jahr 2000 stammenden Bauabschnitt abgesehen. Dieser verfügt aber über keine eigene Heizung oder sanitären Anlagen. „Ob es sinnvoll ist, diesen mit einer solchen Infrastruktur zu versehen, ist die Frage“, sagte der Technische Beigeordnete Till von Hoegen im Nachgang zur Sitzung.

Nachdem der Verwaltung dann im Rat mit Blick auf die Baumängel Untätigkeit vorgeworfen worden war (Beigeordneter Roger Nießen: „Ich bin nicht in der Lage eine räumliche Überprüfung zu veranlassen. Das sind andere Zuständigkeiten.“), bat der Bürgermeister um eine „zivilisierte Form der Kommunikation“.

Im weiteren Verlauf des Wortgefechts ließen sich einzelne Stadtverordnete aber zu fast persönlichen Angriffen und Unterstellungen hinreißen. CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Jürgen Schmitz stellte die rhetorische Frage, ob der Technische Beigeordnete denn ein Idiot sei – um im Nachgang über die Erläuterung der Wortherkunft von „Idiot“ eine Relativierung herbeizuführen – oder der Bürgermeister lügen würde. Es zeichnete sich ab: Auf diesem Wege würde keine Einigung zustande kommen.

Nach einer Auszeit, bei der sich Arno Nelles mit den Fraktionsvorsitzenden zurückzog, wurde ein neuer Beschlussvorschlag formuliert und auch so angenommen. „Vielen herzlichen Dank“, sagte Nelles da – was bei Sitzungen nicht gerade häufig geschieht.

Die Vorlage wurde an die Verwaltung zurückverwiesen mit dem Auftrag, zu überprüfen, wie viele Grundschulklassen im Laufe der nächsten Jahre gebraucht werden und: ob diese dauerhaft eingerichtet werden müssen oder nur vorübergehend.

Heftig diskutiert war in diesem Zusammenhang die Frage, ob die Gemeinschaftsgrundschule Mitte von drei auf zwei Züge reduziert werden sollte. Das hatte die Vorlage ursprünglich so vorgesehen. Nun ist die Verwaltung aufgefordert, die Möglichkeit eines Erhalts der dritten Klasse zu eruieren.

Außerdem sollte die GGS Wurmtalschule, Standort Scherberg, schrittweise ab dem Schuljahr 2019/2020 auf drei Züge und die KGS Sebastianusschule ab dem Schuljahr 2020/2021 auf vier Züge erweitert werden. Aber auch das steht nun auf dem Prüfstand.

Insgesamt gilt es, in den kommenden Jahren durchschnittlich 16 Klassen auf Grundschulen zu verteilen. Durchschnittlich heißt, dass beispielsweise im Schuljahr 2017/18 16 Eingangsklassen, ein Jahr später 15 und zwei weitere Jahre später (2020/21) nach aktuellem Kenntnisstand sogar 17 Klassen benötigt werden.

Die Ermittlung, wie eine Verteilung am sinnvollsten erfolgen kann, übernimmt nicht die Verwaltung selbst. Sie vergibt einen Auftrag an ein externes Büro.

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