Würselen - Harfenkonzert: Ein königliches Instrument bedient

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Harfenkonzert: Ein königliches Instrument bedient

Von: ehg
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Die Studierenden der Musikhochschule Aachen, Yvonne Bonn, Harfe, und Marie-Claire Junke, Harfe, präsentieren beim Kulturforum in Würselen an ihren Instrumenten ein außergewöhnliches Programm. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Die Harfe genießt nicht von ungefähr den Ruf, ein königliches Instrument zu sein. Auf der vom Kulturforum (KuFo) im Alten Rathaus veranstalteten Matinee ließen an ihm zwei junge Harfinistinnen, Yvonne Bonn und Marie-Claire Junke, von der Musikhochschule Köln, Abteilung Aachen, keine Zweifel aufkommen.

Bei ihren ausgewählten Darbietungen stellten sie ihr musikalisches Talent und ihre schon erworbenen Fähigkeiten eindrucksvoll unter Beweis. Voller Begeisterung spendeten die Besucher reichlich Beifall und animierten sie zum erfolgreichen Abschluss ihres Studiums. Werke von bekannten und weniger bekannten Komponisten aus drei Jahrhunderten und unterschiedlichen Musikwelten wurden zu Gehör gebracht. Die verbindenden Worte sprach KuFo-Geschäftsführerin Karola Beckers, während Christa Ross und Angela Ortmanns-Dohrmann mit lyrischen Gedichten, passend zur Musik und zur Jahreszeit, den Rahmen weiter ausgestalteten.

Französische Werke

Eine erste Kostprobe ihres Könnens boten die beiden jungen Musikerinnen mit fünf Sätzen eines Divertimenti des englischen Komponisten Michael Weippert mit tänzerischer Leichtigkeit und großer Fingerfertigkeit im Duett. Solistisch traten Yvonne Bonn und Marie-Clarie Junke mit Werken des 1891 geborenen französischen Komponisten Marcel Grandjany in Erscheinung. Es handelte sich um Kompositionen von Johann Sebastian Bach und Joseph Haydn, die er bearbeitet und variiert hat, weil sie ursprünglich nicht für die Harfe komponiert waren: einmal um das „Andante from Violin Sonata Nr. 2“ und zum anderen die „Fantaisie sur un thème de Haydn“. Wie sich in seinem „Impromptu“ bei Albert Roussel seine bei Reisen durch Indien und Südostasien gewonnenen Eindrücke spiegeln, brachte solistisch Yvonne Bonn technisch versiert auf den Punkt. Es klang aber auch an, welchen Einfluss der Impressionist Maurice Ravel auf dessen Schaffen ausgeübt hat.

Klangfülle ausloten

Im Duett loteten die jungen Musikstudentinnen die Klangfülle ihres Instrumentes in verschiedenen Richtungen beim „Quatre Préludes pour deux Harpes“ des 1951 verstorbenen zeitgenössischen Franzosen Marcel Tournier aus. Vor allem wie er durch die Einführung von Akkord- und Pedalglissandis sowie Flageoletts die Möglichkeiten des Spielens der Harfinisten maßgeblich erweiterte.

Neue Techniken und Klangeffekte in Interpretation und Komposition verdanken sie vor allem dem in Arcachon (Frankreich) geborenen Charles Salzedo, dem späteren Solo-Harfinisten der Metropolitan Opera New York. Wie sie sich bis zum Spielen mit dem Fingernagel und zum Klopfen auf den Resonanzkörper darstellen, demonstrierte das Duett eindrucksvoll mit einem Tango und einer Rumba. Dann ein weiterer Sprung mit dem 1936 geborenen israelischen Komponisten und Gründer verschiedener Jugendorchester, Ami Maayani, in die Moderne. Wie auch in seiner Komposition „Maqamat“ viele Effekte ihren Ausdruck finden, brachte Yvonne Bonn auf den Punkt. Im Duo demonstrierten die beiden, wie der Franzose Bernard Andrès die Techniken und neuen Effekte von Carlos Salzedo weiter ausgearbeitet und fortgeführt hat, indem sie die für zwei oder vier Harfen komponierte Suite „La Ragazza“ zu Gehör brachten. Wert auf eine weiche, schöne Tongebung und einzigartige Klangfarbe legte der französische Komponist Alphonso Hasselmans. Eine Kostprobe lieferte Marie-Claire Junke.

Ausnahmekünstler

Yvonne Bonn und Marie-Claire Junke verabschiedeten sich mit „Habanera Gris“ des 1946 auf Kuba geborenen Komponisten und Ausnahmekünstlers Alfredo Rolando Ortiz, der ein international anerkannter Solist der paraguayischen Harfe ist. Wieder einmal hatte das Kufo Studenten der Musikhochschule eine Plattform geboten, sich vor großem Publikum in Szene setzen können.

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