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„Haben mehr gemeinsam, als uns trennt”

Von: ath
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Präsentieren gemeinsam das Pr
Präsentieren gemeinsam das Programm: (v.l. hinten) Barbara Kempchen (Pius X.), Matthias Wendt (evangelische Gemeinde), Stephan Schirmel (St. Marien), vorne Gisela Voigt (evangelische Gemeinde), Hans-Günther Leuchter (Pius X.), Schirmherr Bürgermeister Arno Nelles und der evangelische Pfarrer Harry Foto: Andrea Thomas

Würselen. Ökumene, das sei nicht nur eine Sache von „goodwill” einzelner Menschen in den Gemeinden, sondern ein Auftrag an alle Christinnen und Christen. „Jesus hat keinen Unterschied gemacht zwischen katholischen, evangelischen oder orthodoxen Christen”, betonte Pfarrer Harry Haller von der evangelischen Gemeinde Würselen.

Zum vierten Mal wollen die katholischen Gemeinden der Pfarre St. Sebastian, St. Pius X. (Teut) und St. Marien (Scherberg), gemeinsam mit der evangelischen Martin Luther Gemeinde vom 13. bis 19. November eine Woche lang den gemeinsamen Wurzeln ihres Glaubens nachspüren. „Wir haben mehr gemeinsam, als uns trennt”, ist der evangelische Pfarrer überzeugt.

Es geht um Gastfreundschaft

Das Programm der Ökumenischen Kirchengemeindewoche steht fest und wurde den Sommer über auf den einzelnen Gemeindefesten und Veranstaltungen beworben. Gemeinsam mit Schirmherr Bürgermeister Arno Nelles stellte der Vorbereitungskreis es vor.

„Die Woche soll ein Spiegel der Arbeit in den jeweiligen Gemeinden sein. Deshalb gibt es so gut wie keine Sonderveranstaltungen”, erläutert Hans-Günther Leuchter (Pius X.). Sie hätten einmal gesammelt, was es alles an festen Angeboten gibt und seien selbst etwas über die Vielfalt erstaunt gewesen. Dazu zählen unter anderem die Seniorenstube in St. Pius, der Kleinkindergottesdienst in St. Marien oder das Bibel teilen in der Martin Luther Kirche, aber auch „Schwarz auf Weiß” in St. Marien, „Pius am Mittwoch”, „Lust auf Kunst”, der in die Woche fallende Martinszug oder der Fest-Gottesdienst zum Buß- und Bettag in der evangelischen Gemeinde.

„Es geht um die Gastfreundschaft der Gemeinden untereinander. Der Buß- und Bettag, an dem auch viele katholische Christen zu uns in den Gottesdienst kommen, bildet dabei den geistlichen Kern der Woche”, beschreibt es Matthias Wendt vom Presbyterium. Wichtig sei ihnen auch die Größenordnung, die Woche solle zeigen, was es an ökumenischem Leben in Würselen gibt, aber auch passend sein für eine Kleinstadt. Deshalb suchen die Organisatoren mit ihren Veranstaltungen auch bewusst den Zusammenhalt zu den Menschen in der Stadt.

Kirche sei immer auch Teil einer Bürgergesellschaft, so Pfarrer Haller. Damit hatten sie ihren diesjährigen Schirmherren gewonnen. Bürgermeister Arno Nelles betonte, er mache dies gerne, weil „uns verbindet vieles”. Auch ein Bürgermeister müsse viele Denkrichtungen unter einen Hut bekommen, sei bestrebt das Verbindende zu finden und zu stärken. Er sei froh über das gute Miteinander der Konfessionen und Religionen in seiner Stadt, bezog er auch die muslimische Gemeinde ein. Die Welt sei nun einmal bunt und es gelte alle Farben unter einem Dach zu vereinen.

In dieses Farbenspiel mischt sich auch in Würselen immer wieder grau, dann wenn es um Kinderarmut geht. Etwas, das es „leider Gottes auch in einer reichen Stadt wie Würselen gibt”, so Nelles. Das müsse jeden immer wieder bewegen, um gemeinsam zu schauen, wie man dem begegne. Er begrüßte es daher, dass die drei Gemeinden sich des Themas in ihrer ökumenischen Woche annähmen.

Kinderarmut ist ein Thema

Am 16. November wird es einen Vortrag „Kinderarmut in Würselen” im Martin Luther Gemeindezentrum geben. Referent ist Dr. Ralf Welter, Diözesanvorsitzender der Katholischen Arbeitnehmerbewegung Aachen und Lehrbeauftragter an der Katholischen Fachhochschule in Aachen. Er habe ihn bei einer anderen Gelegenheit gehört und sein Vortrag habe ihn sehr nachdenklich gemacht, berichtet Pfarrer Haller. „Kinderarmut ist ein gesellschaftliches Thema, das alle betrifft und es ist diakonischer Auftrag beider Konfessionen, sich dem zu stellen.” So wollen die Gemeinden daher bereits im Vorfeld, angestoßen von Bürgermeister Nelles, mit den zuständigen Ämtern und anderen Institutionen in der Stadt in den Austausch darüber kommen.
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