Baesweiler - Gute Quote: Viele Antworten in Sachen Internettempo

Gute Quote: Viele Antworten in Sachen Internettempo

Von: Stefan Schaum
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Zahlen ausgewertet und Diagramme erstellt: ITS-Geschäftsführer Dirk Pfeifferling (l.) und Marcel Dederichs arbeiten nun an Förderanträgen, um die Internetversorgung zu verbessern. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Mit seinen Fragebögen hat Marcel Dederichs offensichtlich einen Nerv getroffen. „Wir haben eine richtig hohe Rücklaufquote“, sagt der Koordinator der Bürgerbefragung in Sachen Internet. Wie flott ist die Datenübertragung in Beggendorf, Floverich und Puffendorf? Das sollten die Bürger mitteilen. Und das haben recht viele getan.

Wertverlust möglich

28 Prozent der Beggendorfer hatten bis Mitte November die dort verteilten Fragebögen ausgefüllt. Floverich brachte es auf eine Beteiligung von gut 29 Prozent der Haushalte, Puffendorf gar auf satte 38 Prozent. Wohlgemerkt: „Im Schnitt liegen solche Quoten eher bei 20 Prozent“, sagt Dederichs. Das spricht dafür, dass den Einwohnern in Baesweilers kleineren Dörfern das Thema am Herzen liegt. Aus gutem Grund. Nicht bloß, weil zunehmend auch Fernsehprogramme oder Spielfilme per Stream aus dem Internet angeboten werden und es dabei um große Datenmengen geht. „Das Internet spielt längst auch beim Mietpreis oder beim Hauskauf eine Rolle.“ Eine Immobilie kann durchaus etwas im Wert sinken, wenn sie in einer Gegend liegt, wo das Internet nur Schneckentempo erreicht.

Etliche Fragen zum Thema hat Marcel Dederichs in den vergangenen Wochen per E-Mail beantwortet, so mancher kam auch persönlich zu ihm ins Internationale Technologie- und Service-Center, weil er Näheres zum Thema wissen wollte. Die Zahlen sind jetzt ausgewertet, das Ergebnis ist wie befürchtet: In Baesweilers dörflicheren Lagen ist die Übertragungsrate ziemlich mau.

Das soll sich ändern, schließlich war die Befragung nur ein erster Schritt in Sachen Ausbau der Versorgung. Um überhaupt Fördermittel beantragen zu können, war die Abfrage vonnöten. Bis zu 75 Prozent Zuschuss kann das NRW-Umweltministerium im Rahmen der Förderung von Breitbandnetzen im ländlichen Raum gewähren. Ohne solches Geld wird es wohl nicht gehen. „Wir hatten bereits Gespräche mit Anbietern von Leitungsnetzen“, sagt ITS-Geschäftsführer Dirk Pfeifferling. Bislang habe sich noch keiner bereit erklärt, den Ausbau selbst zu finanzieren, um so auch Kunden gewinnen zu können. Deshalb wird parallel zu weiteren Gesprächen der Förderantrag vorbereitet. Zudem wird derzeit in den Dörfern die Infrastruktur geprüft. Wo liegen Leerrohre, durch die sich neue Glasfaserleitungen mit vergleichsweise kleinem Aufwand ziehen lassen? Wo finden sich Unterverteiler?

In wenigen Wochen soll es eine Ausschreibung geben, sagt Pfeifferling. Erhält ein Anbieter den Zuschlag, hat er theoretisch drei Jahre lang Zeit, die Leitungen einzurichten. „Wir sind zuversichtlich, dass es schneller geht“, sagt Pfeifferling. Zumal Glasfaserkabel nur bis zu den Unterverteilern gelegt werden. Von dort aus geschieht die Übertragung wie bislang per Kupferkabel. „So müssen keine Vorgärten aufgerissen werden, um an die Häuser zu kommen“, sagt Pfeifferling. Und auf den meist wenigen Metern von Unterverteiler bis zum Haus sei ein Geschwindigkeitsverlust bei der Übertragung kaum spürbar. Apropos: Mehr als 16.000 kbit/s hatten sich bei der Befragung die wenigsten gewünscht. Zwischen 61 und 71 Prozent gaben 16.000 kbit/s als Wunschgeschwindigkeit an. Im Vergleich zum aktuellen Tempo ist das schon Hochgeschwindigkeit.

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