Kohlscheid - Gütesiegel für die Grundschule Pannesheide

Gütesiegel für die Grundschule Pannesheide

Von: Andrea Thomas
Letzte Aktualisierung:
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Mindestens einmal im Jahr muss jedes Kind zu einem selbst gewählten Thema eine „Infothek” liefern, also ein kurzes Referat halten. Zum Gütesiegelfest widmeten sich Aris, Lorena und Noel (v.r.) eines ihrer Lieblingsthemen: Popstars. Foto: Andrea Thomas

Kohlscheid. Ihre Schule ist etwas Besonderes, weil hier einer nach dem anderen schaut und alle sich gegenseitig unterstützen. Darauf sind die Grundschüler aus Pannesheide stolz, vor allem weil sie dafür jetzt auch noch eine Auszeichnung bekommen haben.

Ihre Schule ist nun eine von über 200 Schulen, die das „Gütesiegel individuelle Förderung” trägt.

Nur 35 Grundschulen in NRW führen den Titel und Pannesheide als einzige im Kreis Aachen. Das Ereignis feierten auch die Eltern, nicht mit einem bunten Fest, sondern mit einem Blick in den Lernalltag, für den es schließlich die Auszeichnung gegeben hatte.

Das Gütesiegel schreibt das Schulministerium des Landes seit drei Jahren aus, um damit Schulen auszuzeichnen, die spezielle Förderangebote in ihren Alltag integriert haben und so für eine bessere, weil individuellere Bildung eintreten. „Dazu gehört zum Beispiel die Mädchen- und Jungenförderung, die Hochbegabtenförderung oder Angebote für Kinder mit besonderem Förderbedarf in einzelnen Bereichen”, erläutert Schulleiterin Monika Wallbrecht.

Ihre Schule hat all das und noch etwas mehr, „weil wir daran schon seit längerem arbeiten und das Schritt für Schritt weiterentwickelt haben.” So gibt es bereits seit 1998 den altersgemischten Unterricht in Pannesheide, Kleine und Große lernen zusammen und voneinander. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, jedes Kind individuell zu fördern, ihm sein Lernpaket zu schnüren.

So werden hier nicht nur hoch begabte Kinder oder Kinder mit Lernschwächen speziell gefördert, sondern jedes einzelne Kind. „Jeder kann etwas besonders gut und etwas anderes weniger gut. Daran arbeiten wir. Die Kinder lernen sich selbst einzuschätzen und an sich zu arbeiten”, erklärt Monika Wallbrecht.

Im Selbstlernzentrum kann jedes Kind selbständig an seinem Lernpaket arbeiten. Jeder Schüler, ob Erst- oder Viertklässler, hält einmal im Schuljahr ein bildgestütztes Referat, eine Infothek, zu einem selbst gewählten Thema. Dabei lernten sie von Anfang an sich öffentlich zu präsentieren und sich der Kritik ihrer Mitschüler zu stellen. Die muss immer fair und positiv formuliert sein, damit sie hilft, sich weiterzuentwickeln.

Davon konnten sich die Gäste selbst einen Eindruck machen. In Infotheken erfuhren Schüler und Eltern so manches Interessante über Wikinger, Störche, Haie, Zwergwidder, die Geschichte der Zahnbürste oder Popstars. Auch die Noten sollen mehr als nur bewerten. Jedes Kind erfährt, warum seine Leistung zum Beispiel nur „befriedigend” ist, ob es an den Hausaufgaben liegt, an der Beteiligung im Unterricht oder ob es den Stoff noch nicht beherrscht.

„So lernen die Kinder, wie man Lernen lernt”, sagt die Schulleiterin. Es funktioniere, weil die Kinder sehen, dass sie etwas verbessern könnten.

Ein weiterer Punkt, auf der langen Liste, mit der die Pannesheider Schule die Prüfer und die Gutachterkommission des Schulministeriums überzeugt hat, ist die Beteiligung der Schüler. So gibt es das „KiPaPa”, das Kinderparlament Pannesheide, das in regelmäßigen Häuserkonferenzen (die Grundschule besteht aus einem Alt- und einem Neubau) vorstellt, was an der Schule passiert und abstimmt, was beispielsweise mit dem beim Sponsorenlauf erwirtschafteten Geld gemacht wird.

Zum Abschluss ihres „Gütesiegelfestes” hatten die Kinder Eltern sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung zu so einer Konferenz eingeladen. Drei der vier Schülersprecher, Anna, Lina und Lars, stellten darin vor, was es an ihrer Schule noch an Formen der Beteiligung gibt: eine interessante Palette von Hecken-Schützern, die auf den Naturschulhof aufpassen, bis zu den Pausen-Schiris fürs Fußball spielen oder auch den Energie-Spürnasen.
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