Herzogenrath - Gütesiegel für die Grundschule Pannesheide

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Gütesiegel für die Grundschule Pannesheide

Von: Hanna Sturm
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Die Schulsprecher Lina (10), Anna (10) und Lars (10) präsentieren stolz die neue Auszeichnung ihrer Schule: das „Gütesiegel Individuelle Förderung”.

Herzogenrath. Der Lehrer steht vor der Klasse und erklärt ein neues Thema, zum Beispiel schriftliches Dividieren. Die Schüler, alle etwa neun Jahre alt, hören zu und versuchen zu folgen. Dann schreibt der Lehrer einige Aufgaben an die Tafel, die Schüler verbringen den Rest der Stunde damit, sie zu lösen. Manchen gelingt es, anderen nicht.

So oder ähnlich hat der Unterricht in einer normalen Grundschule vor 15 oder 20 Jahren ausgesehen. Anna könnte sich so etwas nicht vorstellen. Die Zehnjährige besucht die Grundschule Pannesheide - eine der 50 Schulen, denen NRW-Schulministerin Barbara Sommer das „Gütesiegel Individuelle Förderung” verliehen hat.

Mit dem Gütesiegel werden Schulen ausgezeichnet, die ihre Lehrmethoden besonders an die individuellen Stärken und Schwächen der einzelnen Schüler anpassen.

„Individuelle Förderung bedeutet, dass die Kinder dort abgeholt werden, wo sie ihren Fähigkeiten entsprechend stehen und dementsprechend gefördert werden. Dass eine Schule für diese Arbeit einen Preis erhält, ist eine sehr große Auszeichnung und eine Bestätigung der guten Arbeit”, lobte Schulrat Gerd Funk die Lehrer und Schüler.

Zur Feier der neuen Auszeichnung hatte die Schule zu einem Tag der offenen Tür geladen, bei dem sich Eltern - auch von zukünftigen Schülern - einen Einblick in den Pannesheider Schulalltag bekommen. Es gab viel zu sehen und zu hören: Es gab Mathe zum Tüfteln oder physikalische Experimente zum Thema Luft, natürlich in Gruppenarbeit und möglichst selbstständig.

Anschließend hielten einzelne Schüler „Infotheken”, kurze Referate zu selbst gewählten Themen. Je nach Interesse waren das Wikinger, Pferde oder der Bundesrat. „In anderen Schulen machen die Kinder immer das Gleiche. Aber wenn bei uns einer schwächer in Mathe ist, dann kann er leichtere Aufgaben machen”, erklärt Anna, wie das Konzept des individuellen Lernens im Schulalltag in den jahrgangsgemischten Klassen aussieht. „Außerdem helfen die Größeren immer den Kleinen. Ich finde das toll, wenn ich den Jüngeren etwas erklären kann, was sie noch nicht wissen.”

Einmal in der Woche helfen Tutoren den OGS-Kindern bei den Hausaufgaben. Auch für hochbegabte Schüler gibt es eine entsprechende Förderung: etwa eine Kids-Uni mit Schwerpunkt Mathe und Chemie an der RWTH in Aachen oder ein Kunstprojekt mit Kunstpädagogen des Ludwig-Forum.

Auch die offizielle Feierstunde moderierten die Schüler selber, beziehungsweise die drei Schülersprecher Anna, Lina und Lars. „Ich war vorher schon sehr aufgeregt”, gab Anna zu, schließlich saß sogar Bürgermeister Christoph von den Driesch im Publikum.

Der präsentierte anschließend mit Schulleiterin Monika Wallbrecht die drei „Oscars”, mit denen Schüler demnächst für Zivilcourage, außergewöhnliches Engagement und vorbildliches Verhalten ausgezeichnet werden sollen.

Eine Jury, Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter, Kunstpädagogin Beate Müller vom Ludwig-Forum und Bürgermeister von den Driesch, hatten aus den 25 von den Schülern gestalteten Skulpturen die drei Sieger ausgewählt.

Zu jedem „Oscar” hatten sich die kleinen Künstler natürlich auch ihre Gedanken gemacht: Sarah und Anna hatten etwa mit „Pannes und Heidi” zwei Figuren - eine helle und eine dunkle - gebastelt und erklärten: „Es ist egal, wenn wir unterschiedlich groß sind oder eine andere Hautfarbe haben. Denn wir sind eben alle verschieden, und das ist gut so.”
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