Grünen-Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann formuliert in Alsdorf Ziele

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Anregungen von der Basis gesammelt: Landtagsabgeordnete Sylvia Löhrmann, Spitzenkandidatin der Grünen bei der Landtagswahl, hörte sich beim Direktkandidaten Horst-Dieter Heidenreich in Alsdorf um. Foto: Stüber

Alsdorf. „Die Menschen wollen keine Feldpredigt hören, sondern schon mal ein offenes Ohr finden”, sagt Sylvia Löhrmann. Die eigenen verleiht sie derzeit bei ihrer Wahlkampftour durchs Land. Die Spitzenkandidatin der Grünen bei der Landtagswahl am 9. Mai, derzeit Fraktionsvorsitzende im Landtag, will wissen, was die Leute sagen und wollen.

„Es reicht nicht, einfach nur das Programm der Grünen zu verkünden.” Nun war sie in Alsdorf zu Gast. Im Ballsaal des Cinetowers sprach sie in interner Runde mit Vertretern von lokalen Initiativen und Verbänden aus dem Sozial- und Jugendbereich - vom hiesigen Direktkandidat Horst-Dieter Heidenreich und dem „Mit-Grünen” Harald Perlitius an einen Tisch geholt. Der Schwerpunkt lag auf Alsdorf, aber auch Grüne aus umliegenden Kommunen nahmen teil.

Entschuldungsfonds für Städte

Aus dem Informationsfluss nahm Löhrmann mit, „dass an der Finanzausstattung der Kommunen viel dranhängt”. So seien weitere Steuersenkungen, wie sie Schwarz-Gelb im Sinn hätten, nicht mehr möglich. „Dagegen muss endlich ein Entschuldungsfonds für Städte und Gemeinden aufgelegt werden, um wieder vor Ort handlungsfähig zu werden”, beschrieb sie eine Kardinalaussage der Grünen.

Nach dem Beispiel von „Bad-Banks” müssten Schulden der Kommunen ausgelagert und der Schuldendienst vom Land getragen werden. Allerdings müssten die Gemeinden ihrerseits mit eigenen Haushaltskonzepten dem Abbau von Verbindlichkeiten begleiten. Der Sozialstaat müsse zur Besserung der Verhältnisse auch „das sozial-gesellschaftliche Engagement” fördern. Die aussuchende, präventiv wirkende Sozialarbeit müsse gestärkt werden, indem kommunale Strukturen und Ämter stärker mit Privatinitiativen vernetzt werden, so ein weiteres grundsätzliches Ziel der Grünen.

Bildungsarbeit könne gar nicht früh genug einsetzen, um die Voraussetzungen sozialer und ökonomischer Verbesserung zu schaffen. Hierfür seien zum Beispiel die Familienzentren besser finanziell auszustatten und von bürokratischen Aufgaben seitens des Landes zu entlasten. Klar tritt Löhrmann für die flächendeckende Ganztagsschule und eine Grundversorgung der Kinder mit Essen ein, was das Land finanzieren müsse. „Es kann nicht sein, dass gerade diejenigen, die diese Unterstützung benötigen, aus Kostengründen daran nicht teilnehmen.” Es gehe darum, „Armutsmilieus aufzubrechen”. Örtliche Bildungskonferenzen könnten praxisnahe Lösungen organisieren.

Kandidat Heidenreich erinnerte an das Konzept „Soziale Stadt - Alsdorf-Mitte”. Armen Kommunen müsse notfalls der Eigenanteil an der Finanzierung erlassen werden, damit diese das Instrument einsetzen könnten. Löhrmann setzt im Wahlkampf zwar vor allem auf „Grün”, sieht aber zur Durchsetzung möglichst vieler grüner Ziele Rot-Grün als anzustrebende Gestaltungsmehrheit im Land an. Außerdem gelte es mit der Landtagswahl in NRW für die notwendige Mehrheit im Bundesrat zu sorgen, um weitere Beschlüsse auf Kosten der kommunalen Ebene zu verhindern.
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