„Grüne SA“-Vergleich: Hartmut Prast erbittet Verzeihung

Von: Sigi Malinowski
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Hand drauf: (v.l.) Hartmut Prast , Bezirksbundesmeister Willi Schloemer, Thekla-Brudermeister Herbert Hau und Thekla-Geschäftsführer Horst Bergstein nach dem „klärenden Gespräch“. Foto: Sigi Malinowski

Herzogenrath. „N’abend, Hartmut, n’abend Herbert.“ Hartmut Prast und Herbert Hau sehen sich einen Moment fest in die Augen. Seit der Prast’schen Entgleisung hatten die beiden Duz-Freunde das nicht mehr getan. Jetzt wird der tiefe Graben – zumindest fühlbar – wieder zugeschüttet.

19 Monate ist es her, da hatte der SPD-Politiker und Feuerwehrmann Hartmut Prast in einer internen Brandmeister-Sitzung der Herzogenrather Feuerwehr die Merksteiner Schützenbruderschaft St. Thekla als „grüne SA“ bezeichnet. Das gelang nach außen – der Skandal nahm seinen Lauf.

Die Empörung bei den Schützen im ganzen Stadtgebiet war riesengroß. Ähnlich groß war aber auch der Peinlichkeitsgrad bei Hartmut Prast. Er steht bis heute dazu, das gesagt zu haben, nennt aber weiterhin nicht die Zusammenhänge, die ihn dazu veranlasst haben.

Noch bevor Hartmut Prast in der Schützenhalle an der Comeniusstraße die Traditionspfleger öffentlich um Verzeihung bittet, hat er im Beisein von Bezirksbundesmeister Willi Schloemer gegenüber Schützen-Präsident Herbert Hau betont: „Wir sind keine Feinde. Mir ist es sehr wichtig, mit den Schützen ein gutes Verhältnis zu haben“. Herbert Hau leitet ein, „nicht mehr tief in die Vergangenheit einsteigen zu wollen“.

Es habe „viele Briefe gegeben“, bis der Herzogenrather Anwalt Dr. Wolfgang Ehrlich im Auftrag der St.-Thekla-Schützen eine Lösung erarbeitet hatte. Hartmut Prast solle „sich öffentlich bei allen Schützenbrüdern und -schwestern entschuldigen“ und schriftlich erklären, dass er in Zukunft solche (oder ähnliche) Äußerungen unterlässt. Eine Zuwiderhandlung würde Prast künftig 1000 Euro Vertragsstrafe kosten.

Hartmut Prast, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Herzogenrather SPD, dankt eingangs seiner Erklärung, „dass wir wieder miteinander reden“. Seinen Gesichtszügen ist zu entnehmen, dass er offenbar sehr unter dieser Geschichte gelitten hat. „Meine Aussage ist nicht in Ordnung, dafür gibt es keine Rechtfertigung“, fügt er unter anderem an. Zudem: „Ich habe diese Aussage nicht gemacht, um Schützen in die rechte Ecke zu drücken.“

Er weist darauf hin, dass innerhalb seiner Familie das Schützenwesen sehr stark vertreten ist und er selbst in früheren Jahren Sportschütze war. Prast unterstreicht, „ich bin hier, um mir von Ihnen die Dinge um die Ohren hauen zu lassen und bitte Sie öffentlich um Entschuldigung“.

Bohrende Nachfragen

15 Minuten wird aus der Versammlung (etwa 25 Personen) nachgefragt und gebohrt, bis einer der Anwesenden erkennt: „Es ist doch alles gesagt!“

Hartmut Prast, der die Anwaltskosten und Gebühren tragen muss, hängt nach der unterschriebenen Erklärung an, dass er von der Feuerwehr „eine Abmahnung bekommen hat“.

Er deutet ferner an, „ich muss mir meine eigenen Gedanken über meine politische Arbeit in der Zukunft machen“.

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