Großes Herz und ein unbezwingbarer Optimismus

Von: Lena Hirschler
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Besonders die Schüler seiner
Besonders die Schüler seiner letzten Klasse 9a liebeten Herrn Schenk Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. „Es gibt kein größeres Kompliment für einen Lehrer, als von seinen Schülern gemocht und respektiert zu werden.” Dieses Lob zollte Dieter Schmitz, Vorsitzender der Elternpflegschaft, am Donnerstag dem stellvertretenden Schulleiter des Alsdorfer Gymnasiums, Werner Schenk. Dessen Verabschiedung war eine sehr emotionale Angelegenheit.

Stets habe man hinter dem Lehrer Schenk auch den Menschen Schenk sehen können - das wurde in den vielen Redebeiträgen deutlich. Die Zeit an der Schule sei für nicht nur Arbeit gewesen, sondern viel mehr. Gelobt wurde sein offenes Ohr, zum Beispiel von „seiner” Klasse, der 9a.

Bürgermeister Alfred Sonders nannte weitere Vorzüge Schenks: „Sein überall zu spürender Optimismus und seine Zuverlässigkeit”. Auch seine Freude an der Arbeit und sein Herz, welches eindeutig mit aller Kraft für seinen Beruf als Lehrer schlägt, prägen ihn. Besonders die Schüler standen für ihn im Mittelpunkt, wie er selbst sagte: „Sie sind das Salz in der Suppe der Lehrer. Was würde ohne sie funktionieren?”

Zahlreiche musikalische Beiträge wurden geboten, etwa vom Orchester der Musikerklasse („Abide with me”) und dem Lehrer-Quartett („Largo” von Antonio Vivaldi). „Wie geht die Schule ohne Schenk?”, frage Elisabeth Hupfauer, Vorsitzende des Fördervereins der Schule, in die Runde. Eine Antwort gab es nicht. Und doch muss das Gymnasium ab jetzt ohne ihn auskommen.

„Die Modelleisenbahn stand bis jetzt lange Zeit bei mir im Regal, das wird sich jetzt ändern.” Werner Schenk kann sich diesem Hobby nun in der Freistellungsphase der Altersteilzeit widmen. Jetzt hat der zweifache Vater auch mehr Zeit für Reisen, Wandern, Modelleisenbahn und vor allem für seine Frau, „ohne die ich wohl nicht Lehrer geworden, sondern in in der Informatik gelandet wäre. Denn bis zum Ende meines Studiums wollte ich noch kein Lehrer werden, erst durch meine Frau habe ich Lust auf diesen Beruf bekommen”.

Seit 1976 ist er Lehrer für Mathematik und Physik am Alsdorfer Gymnasium und war ab 1991 als Konrektor tätig. Als nächstes werde er nach Schottland zur Hochzeit seines Sohnes reisen, er freue sich auch auf die Zeit ohne Schule. Dort war eines Markenzeichen der berüchtigte Aktenordner, den er stets bei sich trug. „Geh-Schenk(e)”, Komplimente und Tränen des Abschieds gab es viele, doch auch Wünsche für die Zukunft. So wünschten sich Schüler und Kollegen, dass er noch öfters in die Schule zurückkehrt, denn wie er selbst versicherte: „Niemals geht man so ganz, ein Stück von mir bleibt hier, es hat seinen Platz immer bei Euch”.

„Er steigt bloß in einen anderen Zug um”, sagte Schulleiter Wilfried Bock, der zum Abschied des 63-Jährigen auch am Klavier Platz nahm. Ein Stück seines unbezwingbaren Optimismus, den Bock stets bewundert habe, soll aber in der Schule bleiben.
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