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Großer Hunger auf schnelle Leitungen

Von: Daniel Gerhards
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Schnelles Internet - ein Streitthema: Im Gespräch mit Moderator Wilhelm Siemons (Mitte) erörterten Gregor Theißen, Verantwortlicher der Telekom für den DSL-Ausbau (l.), Günther Diederen, DiPo-Geschäftsführer (2.v.l.), Hans-Jürgen Schenkelberg, Geschäftsführer des Systemhauses SAR (2.v.r.) und its-Geschäftsführer Dirk Pfeifferling (r.) technische Möglichkeiten und Bedürfnisse der Firmen. Foto: Daniel Gerhards

Baesweiler. Schnelles Internet ist für viele Unternehmen selbstverständliche Bedingung für ihre ganz normale tägliche Arbeit. Im Baesweiler Gewerbegebiet sind laut einer Befragung des Internationalen Technologie- und Service-Centers (its) 22 Prozent der Befragten Unternehmen unzufrieden mit ihrer Internetanbindung.

Informationen zum aktuellen Stand und zu Perspektiven der Anbindung des Industriegebietes an das rasend schnelle Glasfasernetz gab es beim 20. Baesweiler Wirtschaftsgespräch im its.

Unternehmer Hans-Jürgen Schenkelberg, der mit seinem Systemhaus „SAR” in Baesweiler ansässig ist, berichtete von den Anforderungen, die Unternehmen seiner Branche an seinen Internetanschluss stellen: „Kommunikation über das Internet ist für uns enorm wichtig.” Internettelefonie und ständiger Datenaustausch zwischen dem Hauptserver und den einzelnen Rechnern der Mitarbeiter sind für Schenkelbergs Unternehmen lebenswichtig. „Ohne Internet sind wir aufgeschmissen”, erklärte der „SAR”-Geschäftsführer.

Den Hunger der Unternehmen nach schnellem Internet kennt auch Günther Diederen, der mit seinem Telekommunikationsunternehmen „DiPo” im its sitzt: „Meine Kunden sind darauf versessen, eine schnelle Internetanbindung zu bekommen.” Für Moderator Wilhelm Siemons, IHK-Geschäftsführer, stellte sich die Frage nach den Kosten einer solchen Leitung. Während man zu Hause mit rund 50 Euro monatlich eine ausreichend schnelle Verbindung ins Haus bekommt, müssten Unternehmen für ihre Anbindung schon mal das Vierfache hinblättern, erklärte Diederen. Wenn es schneller gehen muss, hat das seinen Preis.

Zukunft heißt Glasfaser

Für die Firmen, die unterversorgt sind, will its-Geschäftsführer Dirk Pfeifferling eine kurzfristige Lösung finden. Ein „Trick”, mit dem Unternehmen ihre Leitung schneller machen können, ist die Kaskadierung. Dabei werden mehrere Internetleitungen zu einer schnellen gebündelt. Allerdings strebt Pfeifferling eine langfristige Lösung an. Hier heißt die Zukunft Glas.

Mit Glasfaserleitungen kann die Geschwindigkeit der Internetverbindung drastisch erhöht werden. Dass Glasfaserleitungen die Lösung sind, erklärte auch Gregor Theißen, Verantwortlicher der Deutschen Telekom für den DSL-Ausbau in den Kommunen. Allerdings rechnet Theißen mit stark schwankenden Kosten für eine Anbindung ans Glasfasernetz. Liegt ein Leerrohr in der Erde, ist der Anschluss günstig, das Kabel ist für 2,50 Euro pro Meter zu haben. Teuer wird es aber, wenn unterirdisch ein neues Rohr gelegt werden muss. Das kostet 50.000 Euro pro Kilometer. Diese Kosten scheut die Telekom momentan. Es bedarf wohl einer Prüfung, ob Leerrohre vorhanden sind.

Bereits zwei Knotenpunkte

Der Vorsitzende der Baesweiler Grünen, Rolf Beckers, sieht die Telekom am Zug, wie er beim Wirtschaftsgespräch betonte. „Die Stadt ist kein Telefonanbieter. Die Telekom darf kein Innovationsbremser sein”, sagte Beckers.

Die wirtschaftlichen Bedenken der Telekom waren für die restlichen Gesprächsteilnehmer recht unverständlich. Denn in Baesweiler gibt es bereits zwei Glasfaser-Knotenpunkte, an die das Gewerbegebiet angebunden werden könnte. Einer befindet sich in der Innenstadt, der andere in Setterich. So ist die Strecke vom Gewerbegebiet zum bestehenden Glasfasernetz überschaubar. An Abnehmern für einen schnellen Anschluss würde es im Gewerbegebiet indes nicht mangeln, wie beim Wirtschaftsgespräch deutlich wurde.
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