Grengrachtschüler wollen pfiffige Verkehrsaktion starten

Von: Stefan Schaum
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Gestatten, wir sind die leuchtenden Festboten: Als Rentier, Engel & Co. verkleidet wollen die Grengrachtschüler am Nikolaustag zu ihrer Schule kommen und Autofahrer ermuntern, öfter mal vom Gas zu gehen. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Auf seine Warnweste verzichtet kaum ein Kind der Grengrachtschule, wenn es morgens den Schulranzen schultert und aus dem Haus geht. Schließlich wollen die Kleinen ja leuchtende Vorbilder sein und den Autofahrern signalisieren: Liebe Leute, passt bitte gut auf uns auf!

Das „Verkehrszähmer“-Projekt gibt es bereits seit 2008 an dieser Schule. Aber so kostümiert, wie die Kinder am kommenden Freitag zu Fuß zur Schule gehen wollen, hat man sie noch nicht gesehen: als Engel, Rentiere und Nikoläuse.

Einen Glühwürmchen-Tag hatten die Kinder schon mal, auch einen „Crazy Hat Day“ mit ganz verrückten Kopfbedeckungen. Und jetzt also Weihnachtsfiguren. „Wir wollen durch solche Aktionen immer wieder dafür sorgen, dass die Fahrer im morgendlichen Hol-und-Bring-Chaos ein waches Auge auf die Schüler haben“, sagt Angela Baker-Price, die das Projekt an der Schule eigenführt hat. Mit beachtlichem Erfolg. Kamen zuvor höchstens 50 Prozent der Kinder zu Fuß zur Schule, sind es jetzt locker 80 Prozent und mehr.

Weniger Autos bedeutet nämlich: mehr Sicherheit für die Kinder. Und die Warnwesten werden auch nicht mehr wie früher nach den ersten paar Wochen in den Schrank gehängt, sondern von vielen während der gesamten Grundschulzeit getragen. Schließlich gibt es dafür „Zaubersterne“.

Morgens fragen die Lehrer, welche Kinder zu Fuß gekommen sind – mit den Eltern oder mit Freunden – und ob sie auch die Westen trugen. Dafür werden Sterne auf einer Liste angemalt. Ist die voll, darf sich die ganze Klasse über eine Spielstunde oder eine verlängerte Pause freuen. So macht Verkehrserziehung doppelt Spaß.

Und wer sich mit dem Auto bringen lässt, verpasst glatt was. „Ich habe morgens schon schöne Regenbogen gesehen und auch mal einen Specht am Baum beobachtet“, sagt Sude aus der Klasse 2b. Und ihr Klassenkamerad Enrico ist einer, der bei Wind und Wetter zu Fuß kommt. „Wenn es regnet, nehme ich eben einen Schirm mit“, sagt er.

Derzeit werden in den Klassen die Kostüme für den großen Auftritt am Freitag gebastelt. Das soll sich lohnen: Nachdem die Kinder an der Schule angekommen sind, marschieren sie an einem Polizeiwagen auf dem Schulhof vorbei. In dem soll auch Bürgermeister Dr. Willi Linkens sitzen und mit den Beamten schauen, wie signalstark die Kostüme blinken, die Rentiernasen leuchten und die Heiligenscheine der Engel strahlen.

Als Jury werden sie dann die Preise für die besten Klassen und Einzelkostüme verteilen. Apropos verteilen: Zehn große Dosen voller selbst gebackener Kekse haben die Betreuerinnen der Offenen Ganztagsschule mit den Kindern gebacken.

Die sollen im Laufe der Woche rund um die Schule an Autofahrer gereicht werden, die besonders langsam fahren. Als kleines Dankeschön dafür, dass sie viel Rücksicht auf die Kinder nehmen.

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