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Goldene Zeiten bei Kegelbrüdern „Onger Oss“

Von: ger
Letzte Aktualisierung:
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50 Jahre Kegelclub „Onger Oss“: Gründungsmitglied Reinhold Petschel wirft in die Vollen. Foto: Daniel Gerhards

Baesweiler. Wenn man auf die Kegelbahn kommt, dann fühlt man sich im Kreis der zehn Herren gleich wohl. Die Kegelbrüder des Clubs „Onger Oss“ sind witzig, interessiert und sie haben, wenn man sie nach ihrem Club fragt, eine Menge zu erzählen. Kein Wunder: Er besteht seit 50 Jahren.

Dass eine Kegelrunde so lange zusammenbleibt, ist außergewöhnlich. Schließlich handelt es sich nicht um einen eingetragenen Verein. Und es gibt keine festen Clubstrukturen, wie etwa einen Vorstand. Der Grund, aus dem sie trotzdem zusammenblieben: „Wir haben eine gute Kameradschaft. Darauf legen wir viel Wert“, sagt Gründungsmitglied Willi Sieprath. Und: „Jeder ist für den anderen da“, sagt der aktuelle Kegelkönig Hans Baumann. Man helfe sich gegenseitig, wo man kann.

Kegelbahnen hat der Club in den vergangenen Jahrzehnten schon viele gesehen. Man begann bei Krichel, wechselte zu Jorgas und landete nach ein paar weiteren Ortswechseln schließlich im Gasthaus Zur alten Post in Floverich. Die beiden erstgenannten Lokale hat der Club bereits überlebt. In Floverich kegelt man nun seit drei Jahren alle 14 Tage, immer freitags.

Mittlerweile ist der Club ein wenig geschrumpft. Über Jahrzehnte lag die Mitgliederzahl immer bei etwa 15. Heute sind noch zehn Männer übrig. „Früher war es sehr einfach, neue Leute zu finden. Damals haben wir sogar noch geheim darüber abgestimmt, ob jemand neu aufgenommen werden soll oder nicht“, sagt Gründungsmitglied Reinhold Petschel. Aktuell sei es weit schwieriger neue Kegler für den Club zu gewinnen.

Und wer neu hinzustoßen will, muss eine Grundvoraussetzung erfüllen: Er muss ein Mann sein. „Vor einigen Jahren haben wir mal per Zeitungsannonce neue Mitglieder gesucht. Darauf hat sich eine Frau gemeldet“, sagt Hans Kinkartz. Sie hatte keine Chance, die Männer blieben lieber unter sich. „Onger Oss“ ist eben schon immer ein Männerclub. Und das soll auch so bleiben.

Einmal im Jahr steht für die Männer eine Kegeltour an. Unkel, Orte an der Ahr und Uckerath waren Ziele der Ausflüge. Und um sie ranken sich auch die meisten Anekdoten, die die zehn Männer erzählen. Ein kleiner Auszug: In einem Hotel an der Ahr übernahmen sie spät am Abend die Rezeption. Sie teilten neuen Gästen kurzerhand die Zimmer zu. In einem Lokal in Unkel „verkauften“ sie die Baesweiler „Kull“, also sie Zeche, an einen Schrotthändler. Der kam aber nie, um sich seinen nicht ganz im Ernst erworbenen „Besitz“ anzuschauen.

Auch weil es stets lustig zugeht, blieben die Mitglieder ihrem Club immer lange treu. „Wir hatten in den 50 Jahren insgesamt 31 Kegelbrüder“, sagt Baumann. Einige Mitglieder sind über die Jahre gestorben. Aktiv ausgetreten sei in den vergangenen 25 Jahren aber niemand.

Der Kegelclub Onger Oss feiert sein 50-jähriges Bestehen am Samstag, 24. Mai, im Gasthaus Zur alten Post in Floverich. Ab 18 Uhr feiern die Kegelbrüder mit ihren Frauen und Gästen. Neue Mitglieder sind beim Kegelclub willkommen. Wer mitmachen möchte, kann sich bei Hans Baumann Telefon 0177 7747440 melden.

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