Gesamtschule Kohlscheid braucht mehr Raum

Von: Bruno Barth
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80 Plätze in der Mensa Kircheichstraße: Das reicht aus, weil bereits die siebten Klassen umziehen. Doch im übernächsten Schuljahr kann es auch hier eng werden, sagt Direktorin Barbara Onkels (l.). Foto: Oprée, Bienwald

Herzogenrath. Ein Jahr früher als geplant werden Gesamtschüler in Kohlscheid nun auch den zweiten Schulstandort, nämlich Räume in der auslaufenden Realschule an der Pestalozzistraße, beziehen.

Die ursprüngliche Planung sah vor, dass die Klassen 5 bis 7 am Standort I, der ebenfalls auslaufenden Erich-Kästner-Hauptschule an der Kircheichstraße, unterrichtet werden und erst die achten Klassen umziehen. „Doch der Platz reicht nicht mehr“, sagt Gesamtschul-Direktorin Barbara Onkels.

Einstündige Mittagspause Pflicht

Der Grund: Alle drei Schulen haben mittlerweile Ganztagsunterricht. „Beide Schulformen – Real- und Hauptschule – sind seinerzeit ohne Ganztagsbetrieb installiert worden, vierzügig mit einem Raum für jede Klasse zuzüglich Fachräumen. Doch im Ganztagsbetrieb ist eine einstündige Mittagspause Pflicht. Die Schüler können für diese lange Zeit aber nicht einfach auf den Schulhof geschickt werden“, gibt Onkels zu bedenken.

Neben einer Mensa müssen also Aufenthaltsräume sowie Räume für laute und leise Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten werden, zum Entspannen oder Abschalten beim Spiel. Denn für den Nachmittagsunterricht ist wieder volle Konzentration gefragt. Überdies ist in verstärktem Maße individuelles Lernen angesagt, die Schule zudem gehalten, Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf aufzunehmen, für den es ebenfalls gesonderter Räume bedarf. Onkels: „Wünschenswert sind Lernnischen und Rückzugsmöglichkeiten für Kleingruppen, etwa zum Vokabellernen, sowie ausreichend Differenzierungsräume.“

Sie betont aber auch: „Ich freue mich sehr, dass die Stadt zum kommenden Schuljahr an beiden Standorten neue Technik- und Maschinenräume sowie im danach folgenden Jahr an der Pestalozzi-straße eine Lehrküche samt Nebenräumen einrichtet.“ An der Kircheichstraße wird im kommenden Schuljahr zusätzlich der naturwissenschaftliche Bereich erweitert und modernisiert. Im Gegenzug gehen allerdings Klassenräume verloren. Im Schuljahr 2014/15 reiche der Platz für die vier neuen fünften Klassen noch aus. Doch der hohe Zuspruch zur Gesamtschule sei ungebrochen, blickt Onkles auch auf das neue Wohngebiet an der Dornkaul-straße. 11,9 Hektar werden hier in absehbarer Zeit Platz für rund 700 neue Herzogenrather bieten.

Erst jüngst ist Onkels von der Bezirksregierung aufgefordert worden, differenziert die Klassenstände mitzuteilen, da es in Herzogenrath immer noch unversorgte Fünftklässler gebe. Sie erinnert an die schon vor Monaten geführte Diskussion über die Anmeldezahlen an den beiden Gesamtschulen: „Ich habe meine Bereitschaft signalisiert, einen fünften Zug Fünftklässler aufzunehmen. Aber wohin?“

Überdies verweist sie auf eine hohe Zahl an Wechslern, Schülern, die in der 5. oder 6. Klasse an der Realschule oder am Gymnasium überfordert sind und nicht mehr an eine Hauptschule wechseln können, da diese auslaufen. Oder eben Gymnasiasten, die letztlich die neunjährige Gesamtschule besuchen wollen. 220 Schüler hat die noch junge Gesamtschule Kohlscheid zurzeit, 112 kommen nach dem Sommer dazu, vorbehaltlich möglicher weiterer Zuweisungen. So erfolgt zum kommenden Schuljahr der erste Umzug, „mit hohem logistischen Aufwand“, wie Onkels erläutert.

Die entsprechenden Klassen werden in den Sommerferien noch renoviert. Auch die Tutoren und die stellvertretende Schulleiterin ziehen mit um. Zudem ist der Schule eine Schulsozialarbeiterstelle zugesagt worden, für die am Standort II ein Arbeitsraum eingerichtet werden soll. Räume, die dauerhaft benötigt werden. „Der Raumbedarf ist an zwei Standorten immer größer, als wenn alles gebündelt an einem Ort sein kann“, verweist die Schulleiterin auf Synergieeffekte, die nicht genutzt werden können. An einem Standort bräuchte man nur drei Technikräume sowie nur einen Maschinenraum zu Unterrichtsvorbereitung und Materiallagerung. An zwei Standorten brauche es vier Technikräume und einen zweiten Maschinenraum.

Schulfrieden gewährleisten

Der vorzeitige Umzug der 115 Siebtklässler soll auch dem Schulfrieden dienen, wie Onkels betont. Denn anderenfalls hätte aufgrund des wachsenden Platzbedarfs der Gesamtschule die Hauptschule kurz vor ihrem Ende noch in die Realschule umziehen müssen. Onkels: „Hier steht aber das Versprechen, dass diese Schule in ihrem Gebäude harmonisch auslaufen kann.“ Die Direktorin unterstreicht das gute Verhältnis der drei Schulkollegien untereinander.

Dafür spricht auch, dass die Realschule den kommenden Siebtklässlern der Gesamtschule Patenschaften angeboten hat. „Die Ansprüche, die an eine neue, konkurrenzfähige Gesamtschule gestellt werden, sind hoch“, sagt Onkels. Das bisher bestehende Raumkonzept treibt ihr jedoch die Sorgenfalten auf die Stirn: „Ich hoffe sehr auf eine mittelfristige Nachbesserung der Pläne.“

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