Herzogenrath - Ganze 225 Jahre politische Erfahrung gewürdigt

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Ganze 225 Jahre politische Erfahrung gewürdigt

Von: mabie
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Acht Ringe, neun Geehrte: (v.l.) Norbert Thönnissen, Günter Prast, Helmut Königs, Peter Joerißen, Ulrich Hoffmann-Siemens, Wolfgang Goebbels, Josef Dautzenberg, Wolfgang Krott und Herbert Horbach.

Herzogenrath. Eigentlich waren es neun Ehrenringträger, die Bürgermeister Christoph von den Driesch im Forum der Europaschule auszeichnete. Da Ulrich Hoffmann-Siemes aber auf die Anfertigung des Rings durch die Aachener Goldschmiede Comouth zugunsten einer Fahrradspende für den neuen Mountainbike-Parcours in Merkstein verzichtete, empfingen nur acht der neun das äußere Zeichen der Ehre.

„Es gilt heute für herausragendes, über viele Jahre hinweg wahrgenommenes ehrenamtliches Engagement auf politischem und gesellschaftlichem Gebiet zu ehren“, hob der Bürgermeister an.

Und da alle Ausgezeichneten mindestens 25 Jahre in der Lokalpolitik vorweisen können, summierte sich die politische Erfahrung auf der Bühne auf 225 Jahre. „Eine beachtliche Leistung, der wir unseren Respekt ausdrücken“, sagte von den Driesch, unterstützt vom Applaus der rund 80 Anwesenden. Mit fröhlichen Klängen des Harmonievereins Cäcilia Afden als Zwischenspiel schien auch die Laudatio auf die neun Herren nicht zu lang zu werden.

Einzig Linken-Vertreter Toni Ameis schlug bei den Grußworten der Fraktionsvorsitzenden ein wenig über die Stränge, mit einer eigenen Lobesrede für die neun Herren. Diese Rolle kam eigentlich nur dem Verwaltungschef zu, der die Lebensläufe und markante Ereignisse skizzierte, garniert mit Zitaten und persönlichen Anmerkungen. So habe sich etwa Josef Dautzenberg einst sehr darüber geärgert, wegen eines Auffahrunfalls eine Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses zu verpassen.

Dies zeige, „wie wichtig ihm seine Präsenz bei der Rats- und Ausschussarbeit ist“, lobte der Bürgermeister. Nummer zwei im Alphabet der Geehrten war Wolfgang Goebbels, der sich nach eigenem Bekunden für die Herzogenrather „als Kümmerer“ einsetze. „Er hat auch für die kleinen Anliegen ein offenes Ohr“, würdigte der Bürgermeister. Auch Ulrich Hoffmann-Siemes wurde für seinen Einsatz für die Gemeinschaft und das Vereinsleben gelobt.

Für seinen Verzicht auf den Ring gab es zusätzlichen Dank vom Team der Jugendarbeit. Denn mit dem Geld wurde den jungen Leuten ein Mountainbike gekauft.

„Persönlich einbringen“

„Wer den Willen hat, sein Umfeld mit zu gestalten, muss sich persönlich einbringen“, wurde Ringträger Herbert Horbach zitiert. Für ihn ist diese Auszeichnung ein weiterer Beleg seines bürgerschaftlichen Engagements, das ihm unter anderem die goldene Ehrennadel der Städteregion, das Bundesverdienstkreuz und den Hohen Bruderschaftsorden des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften einbrachte.

Peter Joerißen wurde als Mensch beschrieben, der seinen besonderen Fokus auf das soziale Miteinander legt. „Schon in jungen Jahren stand für mich fest, dass ich alles tun werde, um die Grundbedürfnisse der Menschen voran zu bringen“, sagte er einmal. Dass darf, ergänzt um eine sportliche Note, auch für Helmut Königs gelten. Er hatte auf seine schon 2013 anstehende Einzelehrung verzichtet.

„Wenn man sich mit ihm über die Belange unserer Stadt unterhält, spürt man immer wieder, dass sie ihm besonderes Herzensanliegen sind und er die kulturellen, politischen und sozialen Vorgänge aktiv mitgestalten will.“ Das gilt wohl auch für Wolfgang Krott, der auch im früheren Kreistag aktiv war. Als Ehrenamtler ist er kaum wegzudenken, seinen langen Atem bewies er nicht zuletzt dadurch, dass er auf dem Kilimandscharo die Herzogenrather Flagge hisste.

Ringträger Günter Prast sah sich gewissermaßen in familiärer Pflicht: „Die Familie Prast war politisch schon immer sehr stark engagiert“, zitierte ihn der Bürgermeister. Der gelernte Bäcker und spätere Speditionskaufmann engagierte sich für Arbeitnehmerrechte und freut sich, dass Sohn Guido in seine kommunalpolitischen Fußstapfen getreten ist. Auch Norbert Thönnissen wurde ausgezeichnet. „Die Arbeit für unsere Vereine macht mir besondere Freude und ist mein Steckenpferd“, sagt er einmal. Und das meint er ernst und beweist sich sonst als Motor des Brauchtums Karneval.

Seit der Erstverleihung 1977 gibt es nun 40 Ehrenringträger. Von den Driesch zitierte dazu Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl: „Ohne die vielen Frauen und Männer, die in Deutschland ein Ehrenamt ausüben, wäre unser Land um vieles ärmer und unser Gemeinwesen nicht so denkbar.“

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