„Funsit“: Mobile Jugendarbeit inspiriert

Von: mas
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„So etwas könnten wir uns für Baesweiler vorstellen“, sagten Gabi Bockmühl (2.v.l.) und Elvira Resch Beckers bei einer Besichtigung des „Funsit“. Zustimmung kam von der Jugendbeauftragten Nicole Ortmanns (r.), Sozialarbeiterin Julia Bleilevens (l.) und Oliver Krings. Foto: S. Malinowski

Baesweiler. 11.000 Euro legte die Stadt Herzogenrath vor knapp 22 Monaten für das gebrauchte Fahrzeug (Baujahr 2006) hin. Mittlerweile ist es gut 90.000 Euro wert. Nach allen Umbauten. Abgeben würde man das Auto in Roda wohl noch nicht mal für 200.000 Euro. Denn der ideelle Wert ist unschätzbar. Mit dem „Funsit“ kreuzten Herzogenraths Jugendpfleger und Teamleiter für den Einsatzschwerpunkt mobile Jugendarbeit, Oliver Krings, und seine Kollegin Julia Bleilevens beim Baesweiler Ausschuss für Jugend und Soziales auf.

Zur Sitzung des Fachgremiums stellten die Rodastädter das multifunktional einzusetzende Auto den Politikern und Stadtbediensteten vor. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatten darum ersucht. „Ich bin froh, dass das so reibungslos geklappt hat“, freute sich Elvira Resch-Beckers, Sprecherin der Grünen im Fachausschuss. Der Ford Transit ist sozusagen der „Star“ der „aufsuchenden mobilen Jugendarbeit“, wie Oliver Krings die Einsätze nennt.

20 Stunden pro Woche sind Mitarbeiter des Krings'schen Teams durchschnittlich unterwegs. „Wir gehen dort hin, wo sich die Jugendlichen im öffentlichen Raum treffen“, beschreibt Krings die Einsätze. Fahrzeug und Mitarbeiter sind bei der Zielgruppe akzeptiert und beliebt. „Das sind meist die Jugendlichen, die nicht in Jugendheime oder andere öffentliche Einrichtungen gehen“, erklärte der Fachmann weiter.

Oft gehe man auf Cliquen zu, betonte Krings aber auch, „wir sehen uns nicht als Streetworker“. Zudem sei das „Funsit-Auto“ – ausgestattet mit Standheizung, einem Streetball-Korb, kleiner „Küche“, Schminkspiegel, Tischtennisschlägern, einem schwenkbaren Tisch und weiteren Möglichkeiten – „kein Spielmobil, sondern ein attraktiver Aufenthaltsort für die Zeit, in der wir bei den Jugendlichen zu Gast sind“.

Das mochten Krings und Bleilevens ausdrücklich betont wissen. Oliver Krings holte weiter aus: „Die Jugendlichen bestimmen auch die Zeit, die unsere Mitarbeiter da bleiben dürfen.“ Das Auto habe man aufwendig und unter großer finanzieller Mithilfe von Spendern und Sponsoren technisch fit gemacht. Im März 2013 passierte es den TÜV. Für die Unterhaltung wendet die Stadt etwa 2000 Euro jährlich auf.

Eingesetzt wird es über die üblichen Aufgaben hinaus beispielsweise auch im Karneval, zu Rockveranstaltungen und ähnlichen Treffen. „Wir arbeiten mit den Jugendlichen zusammen, verstehen diese Zusammenarbeit aber ausdrücklich ohne ordnungspolitischen Charakter“, versicherte Krings. Baesweilers Jugendbeauftragte Nicole Ortmanns lobte zur Inspizierung des Autos die Herzogenrather Kollegen und ihre Mobilstation: „Das ist eine gelungene Sache“. Dem schloss sich der Ausschuss weitgehend übereinstimmend an.

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