Fünf Jahre Euregionale: Burg Rode als neuen Treffpunkt inszeniert

Von: Beatrix Oprée
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Die weißen Rosen gehören zum Konzept: Burg Rode wurde „freigelegt“... Foto: Beatrix Oprée
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... ebenso der Aufgang zum historischen Tor, der ... Foto: Beatrix Oprée
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... in den Burggarten mit der Freiluftbühne führt. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Manche Experten sagen, es sei das gelungenste, da greifbarste und nachhaltigste Projekt der Euregionale 2008 überhaupt gewesen. Die Herzogenrather sind sowieso davon überzeugt. „Auch die auftretenden Künstler sind immer ganz begeistert“, freut sich Bürgermeister Christoph von den Driesch über den guten Coup, der der Stadt unter seiner Ägide gelungen ist.

Denn mit den Strukturfördergeldern des Landes wurde das Wahrzeichen Herzogenraths, die Burg Rode, vor fünf Jahren wieder so richtig in Szene gesetzt. Über die Jahrzehnte kontinuierlich zugewachsen, schien die Bruchsteinfeste – zumindest dem äußeren Anschein nach – hoch oben auf ihrem Felsen einen Dornröschenschlaf zu halten. Wenn sich auch das kulturelle Leben in ihrem Inneren klein aber fein darstellte, Konzerte, Ausstellungen und Lesungen auf Initiative des rührigen Kuratoriums den Saal stets gut füllten, so war für Auswärtige alleine schon das Aufspüren des Haupteingangs, am Wendehammer der engen Burgstraße gelegen, eine Herausforderung.

Doch das ehrwürdige Gemäuer und vor allem der Garten mit dem eindrucksvollen Blick über die Zwiebeltürme von St. Marien hinweg auf die ganze Stadt hatten wesentlich mehr Potenzial. Der damalige Technische Dezernent Rüdiger Staron sorgte für die Initialzündung, die überfällige Umwandlung des Burgumfelds zu einer attraktiven Veranstaltungsfläche in den Kontext der Euregionale zu packen. Und arbeitete von da an eng mit Architekt Professor Norbert Kloeters vom Aachener Büro 3+Freiraumplaner zusammen. Eine Freitreppe durch das bis dahin kaum genutzte historische Burgtor als Hauptzugang von der Stadtseite aus, eine voll ausgerüstete Freiluftbühne im Burggarten samt Infrastruktur sowie eine Landmarke aus unterschiedlich langen cremefarbenen Betonguss-Sitzbänken bildeten die Eckpunkte des Konzepts.

Toiletten per Kran hochgehievt

Viele werden sich noch an die spektakuläre Anlieferung der modernen drei Tonnen schweren und 70.000 Euro teuren würfelförmigen Toilettenhäuschen erinnern, die mittels Kran den Berg hinaufgehoben und unterhalb der Burghofzinnen installiert wurden.

Der freigelegte und hell gepflasterte Aufgang, die Grünanlage rund um die Bühnenanlage unter dem mächtigen Baumbestand sowie der beschauliche Weg zum Burggebäude hinauf bilden einen wunderbares gefälliges Gestaltungsensemble, das von der Bevölkerung vom Tag der Eröffnung an als neuer Treffpunkt auserkoren wurde. An lauen Sommertagen bis in den Herbst hinein tummeln sich hier die Kulturfreunde bei klassischen Klängen ebenso wie beim Schülertheater oder Rockkonzert.

Burgsommer Publikumsmagnet

Der passend dazu kreierte Herzogenrather Burgsommer, ein Impuls des Stadtmarkting-Beauftragten Ingo Klein, ist Ausfluss der Möglichkeiten in Folge der Euregionale – als Kooperation von Kulturamt und Burgverein. Die kölsche Kultband „Brings“ war in diesem Jahr der Auftakt gewesen, Jupp Ebert, HaPe Jonen und die Leverkusener Partyband „Kärnseife“ werden auf Einladung des Stadtsportverbands am Freitag, 6. September, unter dem Motto „Roda rockt ... von Oche bis Kölle“ den populären Schlusspunkt setzen.

Repräsentativ ausgestaltet worden war 2008 auch der Vorplatz unterhalb der Burg an der Kleikstraße. Das einst ebenfalls ein Schattendasein fristende Kriegerdenkmal erhielt in diesem Zusammenhang einen würdigen Platz, auf einem mit Bänken versehenen Plateau hinter dem neu gepflanzten Maronenbaum.

Nun sonnt sich die Burg wieder im Licht, von allen Seiten aus zu bewundern. Erhaben steht sie im euregional angelegten grenzüberschreitenden Eurodepark, einem weiteren Element der Euregionale, wesentlich konzipiert von den Düsseldorfer Scape Landschaftsarchitekten. Spursteine weisen auf der Klosterrather – und der Marienstraße dem geneigten Besucher die Richtung. Das stattliche Wegekreuz am Beginn des s‘Hertogenrodewegs markiert eine Zeitschleuse mit einem Brückenschlag über die Grenze hinweg. Neu geflochten wurden jahrhundertealte Bande: Burg Rode auf deutscher Seite, Kloster Rolduc und die von der privat initiierten Watermill Foundation betriebene Baalsbrugger Mühle, einst Bannmühle des Klosters, bilden das historische Dreieck, das durch die Euregionale touristisch aufgewertet worden ist.

Raum zur Meditation

Plätze der Stille und Meditation sind im Umfeld geschaffen worden, etwa der abgeschiedene Friedhof an der Eygelshovener Straße. Über drei verschiedene „Lebenswege“, so das Scape-Konzept, steigt man vom „Quellgrund“ der Wurm (als Ursprung des Lebens) entlang der Grabreihen (als Zeichen der Vergänglichkeit des irdischen Lebens) in den höher gelegenen „Paradiesgarten“ hinauf. Edle Granittafeln am Wegesrand laden mit Bibelweisheiten zum Innehalten ein. Eine Oase der Ruhe zwischen städtischem Bauhof und dem Parkplatz der Glaswerke.

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