Fünf Abtrünnige sind „Beispiel für Unzuverlässigkeit”

Von: Karl Stüber
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Zwei Vertraute: SPD-Fraktionschef Gustl Rinkens (l.) und der Vorsitzende der neuen ABU-Fraktion, Ex-CDU-Parteichef Bernd Mortimer, könnten im Stadtrat weiterhin die entscheidenden Fäden ziehen. Foto: Stüber

Alsdorf. Die fünf Abtrünnigen der CDU-Fraktion haben immer noch nicht ihren Parteiaustritt erklärt, wie Kreisparteichef Axel Wirtz erklärt.

Am Freitag gegen 18 Uhr läuft die von ihm gesetzte Frist ab. Dann beginnt die Vorstandssitzung der Alsdorfer CDU, um das weitere Vorgehen zu beraten.

Wirtz hatte bereits angekündigt, bei Nicht-Einhaltung das Schiedsgericht der Partei einzuschalten, um den Parteiausschluss von Bernd Mortimer, Norbert Koerlings, Guido Gebauer, Franz Breuer und Hubert Hennes zu betreiben.

„Das ist erneut ein Beispiel für die Unzuverlässigkeit und das Nicht-Einhalten von Zusagen dieser Gruppe”, ging Wirtz mit den Abweichlern ins Gericht, die ihm und anderen gegenüber ihren Austritt aus der Union zugesagt hätten.

„Ich frage mich, wie diese Leute, die noch nicht einmal eine Mehrheitsentscheidung über den CDU-Fraktionsvorsitzenden akzeptieren (Mortimer war Franz Brandt mit 5:6 unterlegen, d.Red.), jetzt eine christdemokratische Politik betreiben wollen. Die halten sich ja nicht an demokratische Spielregeln.”

Raus aus „Tal der Tränen”

CDU-Bundestagsabgeordneter Helmut Brandt bedauert die Spaltung der CDU-Fraktion. Er sieht aber hierin „eine Chance, welche die CDU ergreifen sollte”.

Die Union habe jetzt fünf Jahre Zeit, sich kommunalpolitisch neu zu positionieren - inhaltlich und personell.

Das werde im Vorstand der Stadtpartei besprochen und auf einer Mitgliederversammlung bestimmt intensiv diskutiert werden. Sicherlich seien die letzten Jahre der CDU in Alsdorf „nicht glorreich” gewesen.

Aber jetzt gelte es, „aus dem Tal der Tränen herauszukommen”. Helmut Brandt, dessen Bruder Franz nun die auf sechs Mitglieder zusammengeschmolzene CDU-Fraktion im Stadtrat führen wird, sagte mit Blick auf die fünf Abtrünnigen, „dass leider kein Konsens mit den Personen herbeigeführt werden konnte”, so sehr er und andere sich auch in Gesprächen darum bemüht hätten. „Der Bruch war wohl nicht zu vermeiden.”

Brandt, der bei der Bundestagswahl das Direktmandat mit klarem Vorsprung gewann, aber ausgerechnet in seiner Heimatstadt Alsdorf vom Hauptkonkurrenten Martin Peters (SPD/Stolberg) knapp geschlagen wurde, wirft dem nun zurückgetretenen Alsdorfer CDU-Parteichef Mortimer vor, vor allem für den Bürgermeisterkandidaten Bernd Kirfel nicht konsequent und loyal genug Wahlkampf gemacht und sich wiederholt nicht an Absprachen gehalten zu haben.

Aderlass auch an der Basis?

Der jetzt erlittene personelle Aderlass in Reihen der CDU-Mandatsträger sei schwer zu verkraften.

Die Christdemokraten brauchten jetzt Zeit, sich zielgerichtet zu erholen. Einen nennenswerten Aderlass bei der wichtigen Basis, den „einfachen” CDU-Mitgliedern, befürchte Brandt nicht.

Bernd Mortimer und seine Getreuen haben vor, eine Wählergemeinschaft als Basis für eine über die jetzt angelaufene Wahlperiode hinaus reichende Ratsarbeit zu gründen.

„Ich bin sicher, dass die CDU-Mitglieder in ihrer Mehrheit die Dinge richtig sehen”, sagte der Abgeordnete. Er gehe nicht davon aus, „dass sich viele Leute dem anschließen”, sagte er mit Blick auf die „Alsdorfer Bürger Union”.

Bürgermeister Alfred Sonders (SPD), der gerade erst den Stuhl seines Vorgängers Helmut Klein „eingesessen” hat, verfolgt die Vorgänge bei der CDU mit Sorge.

„Die personellen Querelen dürfen sich nicht durch die nun anstehende Ratsarbeit ziehen”, will Sonders diese Aussage auch bei seiner Antrittsrede im Rahmen der konstituierenden Sitzung des neuen Stadtrates hervorheben.

Sonders bleibe bei seiner Aussage vor der Wahl, mit allen politischen Kräften konstruktiv kooperieren zu wollen, um Alsdorf voranzubringen.
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