Freude, Trauer und vor allem Dankbarkeit: Pastor Martin Dielmann geht

Von: mas
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Der Rucksack ist reich bepackt: Martin Dielmann und Ehemann Alexander Blicker-Dielmann verlassen die Lukas-Gemeinde mit Geschenken, die Presbyteriumsvorsitzender Joachim Wehrenbrecht sowie (von rechts) Wiebke Gerhardt und Britta Rosen überreichten. Foto: Sigi Malinowski

Herzogenrath. Der Kollege aus Alsdorf wartete mit einem passenden Schenkelklopfer auf. Ulrich Eichenberg sprach vielen aus der Seele, als er sich Martin Dielmann zuwandte und vor versammelter Mannschaft bekannte: „Ich habe in Würselen geparkt“. In der Tat, um die Lutherstraße war Kohlscheid von Autos zugestellt.

Zum Abschied von Pfarrer Dielmann reihten sich die evangelischen (und auch katholische) Christen auf, um den sehr beliebten Geistlichen nochmal die Hände zu schütteln und ihn mit den besten Wünschen gehen zu lassen. Nach 14 Jahren verabschiedete sich die Lukas-Gemeinde von ihrem Seelsorger. Einige Stunden saß und stand man nochmal beieinander.

Martin Dielmann wechselt in die evangelische Pfarre von Köln-Ehrenfeld. Zum Abschiedsgottesdienst hätten noch 100 weitere Stühle in die schmucke Scheeter Kirche gestellt werden können. Das Interesse am Gottesdienst und anschließendem Empfang war riesengroß. Pfarrer Martin Obrikat, Assessor des evangelischen Kirchenkreises Aachen, sprach vielen aus der Seele als er im Gottesdienst – der Herzogenrather Pastor Joachim Wehrenbrecht leitete diesen – bemerkte: „Wir verabschieden Dich, lieber Martin, mit einer Menge Wehmut.

Aber wir tun das auch im Wissen, dass die Früchte Deines Wirkens wahr genommen werden“. Zur Entpflichtung erteilte Martin Obrikat dem scheidenden Kollegen den Segen. Pfarrer Obrikat stellte angesichts der fleißigen Arbeit seines Amtskollegen Dielmann fest: „Die unheimliche Weite, wie hier Gemeinde gebaut wird, ist sehr schön anzusehen“. Er zeigte sich überzeugt, „dass Du das in Deinem Herzen ganz tief mitnimmst“.

Martin Dielmann hat sich mit seinem Wirken in die Herzen der Kohlscheider gearbeitet. Denn die Gesichter der Menschen zeigten viele Gefühlsregungen zwischen Fröhlichkeit, Trauer, Betroffenheit und Dankbarkeit. So auch, als Presbyteriumsvorsitzender Joachim Wehrenbrecht („Das, was Du gesät hast, dürfen wir ernten“) in Begleitung von Wiebke Gerhardt und Britta Rosen Abschiedsgeschenke verteilten.

Ein Rucksack, gefüllt mit geliebten Dingen überreichte das Trio. Dazu wurde seine vielfältige Arbeit nochmals aufgelistet und mit vielen Blumen bedacht. Diese mußte Dielmanns Ehemann Alexander Blicker-Dielmann ihm dann irgendwann mal abnehmen. Denn daraus hätte man glatt drei Sträuße binden können.

Wie Ökumene gelebt werden kann unterstrich auch Dielmanns katholischer Bruder und Pfarrer Michael Datené. Er bekannte ebenfalls, dass die Zusammenarbeit sehr von gegenseitiger Wertschätzung geprägt war. Datené lachte, als er sagte: „Ich erkenne hier noch viele katholische Gesichter“. Gut gewählt war auch das von der Gemeinde inbrünstig gesungene Lied „Vertraut den neuen Wegen“. Wobei der Eindruck erweckt wurde, „die Tore stehen offen“. Dielmann wird wohl nie so ganz aus Kohlscheid weg gegangen sein. Ging ihm seine Gemeinde doch an diesem Sonnen überfluteten Nachmittag nochmals mit offenen Armen entgegen.

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