Freibad Merkstein: Um 6.45 Uhr kommen die ersten Gäste

Von: Beatrix Oprée
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Großer Andrang auf das Freibad Merkstein. Foto: Beatrix Oprée
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Wasserpilz, Rutsche, Entenspeier: Für jede Altersgruppe findet sich eine kleine Attraktion im Merksteiner Bad. Foto: Beatrix Oprée
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Wasserpilz, Rutsche, Entenspeier: Für jede Altersgruppe findet sich eine kleine Attraktion im Merksteiner Bad. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. „Dahinten steht eine Strandmuschel. Die Leute haben ein Baby, was machen wir denn da?“ – „Geht trotzdem nicht“, antwortet der Schwimmmeister seinem Kollegen bei allem Verständnis für die jungen Eltern, „aber, warte ...“ Manuel Löffler verschwindet im Technikraum und erscheint kurz darauf mit einem handlichen Sonnenschirm. „Gib‘ ihnen den!“ Gesagt, getan, Baby sitzt gut beschirmt im Schatten, alle sind zufrieden.

Strandmuscheln oder gar Zelte sind nicht erlaubt im Merksteiner Freibad. „Wenn die sich durchsetzen, wird das Gelände unübersichtlich“, erklärt Löffler. Und wer weiß, was im Inneren stattfindet ... Überblick ist wichtig, wo Tausende Menschen Ferienspaß und Abkühlung suchen. Übermütige Jugendliche genauso wie Mütter mit Kleinkindern oder ganze Familien.

Ärgerliche „Nachtschwimmer“

Seit 5 Uhr in der Frühe ist der Schwimmmeister schon vor Ort, hat die Becken abgesaugt, die Filter gespült, die Wasserqualität geprüft und dann noch die Wiesen und Wege auf Glasscherben und Abfall hin untersucht – höchst ärgerliche Relikte illegaler Nachtschwimmer. „Mit denen haben wir zurzeit regelmäßig zu tun“, sagt Löffler. Mit Schwimmen alleine ist es da nicht getan, vielmehr feiern die oft alkoholisierten Einbrecher wilde Partys. Der Schaden, den sie verursachen, lasse sich noch nicht beziffern, sagt Josef Poqué, Bereichsleiter Schule, Sport und Kultur. Das hängt davon ab, ob bei diesen nächtlichen Aktionen das Edelstahlbecken beschädigt wird.

Kioskbetreiber Reiner Vontra hat vorgesorgt: Eine Alarmanlage sichert die Gebäude am oberen Ende des weitläufigen Geländes. Seit 1997 betreibt er die Freibadgastronomie. Umsatzeinbußen haben der verregnete Mai und der kühle Juni bedeutet, nun brummt es, fünf Aushilfen stehen an den Ausgabefenstern: Eis, Bockwürstchen und Fritten rotweiß. „Pommes gehen immer“, lacht Vontra. Gleich wird er noch die Popcorn-Maschine rausrollen, „die läuft den ganzen Tag durch“.

4500 Besucher am Sonntag

„Bei den Herren stoppt die hintere Dusche nicht mehr“, meldet ein Badegast. Manuel Löffler ist wieder gefragt. „Um 14 Uhr hätte ich Feierabend, eigentlich“, lacht er, als er wiederkommt. Doch die Praxis sieht meist anders: noch mal eben eine Technikkontrolle, die Personalaufstellung – und Wechselgeld muss auch noch besorgt werden ...

Um 6.45 Uhr jeden Tag geht es los, dann ziehen die Frühschwimmer ihre Bahnen, nicht wenige von ihnen schon seit Jahrzehnten. Ab 9.30 Uhr kommen die „Wiesenleger“ mit Kind und Kegel, will heißen Schirmen, Luftmatratzen, Campingstühlen, Sonnenhüten und Strandlaken. Auf alle hat das aufmerksame Personal einen Blick, damit niemand zu Schaden kommt, wenn es voll wird im Wasser und auf den Wiesen. Der bisher ungebrochene Rekord liegt bei 6000 Badegästen, am Sonntag waren es 4500. Ein Großteil von ihnen stammt aus den Niederlanden. „Zum einen, weil es dort weniger Freibäder gibt, zum anderen, weil dort die Eintrittspreise deutlich höher sind“, sagt Josef Poqué.

Bis zu acht Rettungsschwimmer sind rund um das 2004 im Zuge der Grundsanierung eingesetzte Edelstahlbecken, an der Rutsche, am Sprungturm und im Kleinkinderbereich postiert. Rund 14 Mitarbeiter sind an Hitzetagen bis 20 Uhr für das Wohl der Badegäste auf den Beinen. Sie beobachten das Gewimmel von Beckenrand und Überwachungsturm aus, sprechen nach zwei kurzen Pfiffen aus der Trillerpfeife nicht nur Rügen aus, wenn eine Gruppe Jungs allzu ausgelassen im Wasser tobt, oder weisen darauf hin, dass rund um das Becken nur Badekleidung getragen werden darf – aus hygienischen und Sicherheitsgründen, denn mit Straßenkleidung ins Becken zu stürzen, ist gefährlich.

Sie kümmern sich vielmehr auch darum, wenn sich jemand zu lange der Sonne ausgesetzt hat, Sonnenbrand oder ein Sonnenstich drohen. „Das Personal hier ist klasse“, ruft ein braun gebrannter Gast im Vorbeigehen. So viel Lob freut den Schwimmmeister – und den Bereichsleiter, der Bürgerfreundlichkeit als oberstes Gebot ausgegeben hat. Dass dies nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, davon zeugt der Andrang.

Übrigens: Parkplätze gibt es auch noch hinter dem Bürgerhaus an der Comeniusstraße ...

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